Roger Erni rechtfertigt sich

Krienser Stadtrat zur Billettsteuer: «Vereine gewinnen bei einem Ja»

Letzten September fand das erste Spiel im neuen Kleinfeld-Stadion statt.

(Bild: Der Stadtrat will, dass der SC Kriens für seine Heimspiele im Kleinfeld-Stadion künfitg Billettsteuern abgibt.)

Ende November stimmt die Stadt Kriens über die Billettsteuer ab. Dass künftig auch Krienser Vereine Billettsteuer zahlen sollten, ist umstritten. Der Krienser Stadtrat Roger Erni rechtfertigt deren Einführung.

Die Stadt Kriens will die Stadtfinanzen wieder ins Gleichgewicht bringen – und deswegen das Reglement zu den Billettsteuern anpassen. Künftig sollen auch Krienser Vereine Billettsteuer bezahlen (zentralplus berichtete). Beispielsweise würde auch der SC Kriens steuerpflichtig werden (zentralplus berichtete). Dagegen erhebt sich Widerstand. Eine IG um Krienser Vereine hat mehr als 719 Unterschriften dagegen gesammelt (zentralplus berichtete).

Stadtrat will «langjährige Privilegien einzelner abschaffen»

Der Krienser Stadtrat Roger Erni rechtfertigt die Anpassung in einem Interview der neuesten Ausgabe des «Kriens Info». Er betont, dass es bei der Revision des Reglementes darum gehe, «dass langjährige Privilegien Einzelner abgeschafft werden.»

Erni sagt weiter, das durch die Anpassung «einzig und allein das Privileg grösserer Organisationen» mit Ticketeinnahmen über 10'000 Franken abgeschafft würde. «Wenn solche beispielsweise im Sport im Jahr einen Umsatz von gegen 2 Millionen Franken machen und deren Sportler dafür Lohn bekommen, sind solche Aktivitäten nicht mehr mit dem klassischen Vereinssport gleichzusetzen», so Erni. «Dann ist das ein Geschäft, bei dem wir alle Veranstalter gleich behandeln wollen.»

Vereine in ihrer Existenz bedroht? Stadtrat winkt ab

Die Vereine reagierten verärgert auf die Idee der Stadt. So beispielsweise der SC Kriens, der also künftig Billettsteuern entrichten müsste. SCK-Präsident Werner Baumgartner sagte etwa: «Die Philosophie, das lokale Schaffen und die einheimischen Vereine zu fördern, wird den Finanzen geopfert.» Es sei der falsche Weg, lokale Vereine zu belasten.

Auf den Vorwurf der Vereine, dass sie damit zusätzlich finanziell belastet würden, kontert Erni, das dem so nicht sei. Die Billettsteuer könne auf dem Ticket offen ausgewiesen werden, findet er. Der Verein werde finanziell nicht belastet, «ausser der Verein sagt von sich aus: Ich will den Ticketpreis nicht erhöhen. Aber das ist der Entscheid des jeweiligen Vereins oder Veranstalters.»

Das Argument der Vereine, dass ihre Existenz durch die Revision gefährdet sei, greife seiner Meinung nach zu kurz. «Die Stadt Kriens unterstützt Vereine mit jährlich über 1 Million Franken. Wenn jetzt im Halbprofi- oder Profibereich eine Billettsteuer pro verkauftem Ticket ausgewiesen und erhoben wird, merkt das der Verein in der Kasse nicht. Ein Ticket, das heute 20 Franken kostet, würde danach 22 Franken kosten.» Und weiter meint er, dass Vereine bei einem Ja gar profitieren würden, weil bei einem Nein einer Anpassung fehlende Einnahmen auf anderen Wegen beschafft werden müssten. «Vereine gewinnen bei einem Ja, weil die heutige Unterstützung nicht hinterfragt wird», so Erni.

Es wird spannend bleiben, wie sich die Krienser Stimmbevölkerung entscheiden wird. Am 27. November findet die Abstimmung statt. Mit der Anpassung des Reglementes verspricht sich die Stadt Kriens Mehreinnahmen zwischen 150'000 und 200'000 Franken pro Jahr.

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