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Kanton Zug: Nannys statt Kinderkrippen

Lange Wartelisten bei Kinderkrippen und viele Expats sorgen im Kanton Zug dafür, dass auch Nannys sehr gefragt sind. Das Problem ist jedoch, dass die Qualität der Betreuung durch vermittelte Kindermädchen in vielen Fällen nicht gesichert ist.

Zug ist nicht nur ein sehr internationaler Kanton, auch seine Wirtschaftsstruktur ist so urban wie die in Zürich, Genf oder Basel. Das hat auch Auswirkungen für die Kinderbetreuung im kleinsten Vollkanton. Denn in Zug ist nicht nur die Versorgung mit Kinderkrippen gemäss kantonalem Betreuungsindex deutlich höher als in ländlichen Kantonen wie etwa St. Gallen und Graubünden.

Die soziale Struktur des Kantons zeitigt auch eine hohe Zahl von Kindermädchen. Diese sind zwar zahlenmässig nicht erfasst, aber die Zahl der Betreuerinnen, die von Vermittlungsagenturen in Zug angeboten werden, sowie die langen Wartelisten von Kinderkrippen sprechen Bände.

1:1-Betreuung gut für soziale Entwicklung?

Expats sind es sich gewohnt Nannys für die Kinderbetreuung zu engagieren. Besonders beliebt sind dabei fremdsprachige Kindermädchen, damit der Nachwuchs im Rahmen der 1:1-Betreuung zugleich die Möglichkeit hat, eine andere Sprache zu erlernen. Zudem kann sich die Betreuung durch eine Nanny auch finanziell lohnen. Denn ab zwei Kindern kommt die private Betreuung im Vergleich zu einer Krippe oftmals günstiger.

Doch Vroni Straub, die Stadtzuger Bildungschefin, warnt – und stellt die Qualität der Betreuung in Frage. Straub hat Zweifel daran, dass sich diese 1:1-Betreuung durch Erwachsene für die soziale Entwicklung der Kinder förderlich sei. «Ausserdem ist in Frage zu stellen,l wie gut die Qualität solcher Nannys tatsächlich ist», sagt sie gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag».

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