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«Paradise Papers»: Spuren führen nach Luzern

Jean-Claude Bastos hat Luxus-Wohnung in Luzern gekauft

Das abgestufte Volumen wird mit der zweigeschossigen Loggia im Eckturm akzentuiert.

(Bild: Gerold Kunz)

Einer der Hauptakteure der «Paradise Papers» – Jean-Claude Bastos – hat sich rund um den Globus Luxus-Anwesen gekauft. Auch in Luzern: Beim Hotel Europe hat er sich für 4 Millionen Franken eine Wohnung gekauft. Gegen den Geschäftsmann laufen Ermittlungen in Angola und in der Schweiz.

Dubai, Mallorca – und Luzern: Der umstrittene Schweizer Geschäftsmann Jean-Claude Bastos hat auch in Luzern ein Luxus-Anwesen gekauft. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, hat er eine feudale 6,5-Zimmer-Wohnung in einem Neubau mit Seesicht gekauft.

Die Attika-Wohnung an der Brunnhalde 4, gleich neben dem Hotel Europe, hat 4,1 Millionen Franken gekostet. Die Immobilie mit grossem Sonnendeck wurde Ende 2017 im Luzerner Kantonsblatt veröffentlicht. Die Eigentümerin des Hotels Europe ist auch die Investorin des neuen Wohnhauses, das auf sechs Geschossen zehn grosszügige Wohnungen anbietet (zentralplus berichtete).

Der Kauf ist natürlich Jean-Claude Bastos’ gutes Recht. Doch im Zuge der «Paradise Papers»-Enthüllungen wurde seit November 2017 bekannt, dass Bastos mit Millionen aus dem mausarmen Angola reich wurde. Er machte ein Millionenvermögen aus der Staatskasse des südafrikanischen Staates, wo die Hälfte der Einwohner unter der Armutsgrenze lebt.

Millionen auf Kosten der Ärmsten

Jean-Claude Bastos verwaltete bis vor kurzem Angolas Staatsfonds, dutzende Millionen Dollar flossen jährlich als Verwaltungsgebühren und Honorare auf seine Konten und die seiner Firmen, wie verschiedene Zeitungen publik machten. Inzwischen ist Bastos abgesetzt und die angolanische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn. Auch in der Schweiz laufen Geldwäscheermittlungen. Bastos Konten wurden in der Schweiz, aber auch in Grossbritannien eingefroren.

Zurück zu Luzern: Auf Anfrage des «Tages-Anzeigers» sagte eine Vertreterin der Verkäuferpartei, es gehe sie nichts an, was Bastos mache. Dieser habe ein Zahlungsversprechen einer Schweizer Bank vorgelegt, damit sei die Sache für sie erledigt gewesen. Der Verkauf sei im letzten Juli abgewickelt worden, also vor der Paradise-Papers-Enthüllung.

Transparency International kritisiert diese Haltung, bei Immobiliendeals müsse die Herkunft des Geldes besser überprüfen werden. Hochpreisige Immobilien seien beliebte Objekte, um Geld zweifelhafter Herkunft zu parkieren. Jean-Claude Bastos selbst gab gegenüber dem «Tages-Anzeiger» keine Auskunft.

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