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Leserbrief von Philip Kissling zur Zersiedlung

Initiative würde zu grosse Zuger Strassenprojekte stoppen

Geradezu bevölkerungsmässig explodiert: Inwil bei Baar. Die direkte Anbindung an die Tangente Baar/Zug und damit an die Autobahn steigert die Attraktivität des früheren Weilers zusätzlich.

(Bild: zvg)

Philip Kissling erklärt am Beispiel Zug, weshalb die Zersiedlungsinitiative helfen würde, den «Bauwahn» zu stoppen. Wenn die grossen Strassenbauprojekte massiv teurer wären, würden sie seltener durchkommen, meint er.

Haben Sie schon die Grossbaustelle Tangente Zug gesehen? Ein neuer riesiger Strassenkörper, der die «Grüne Lunge» zwischen Zug und Baar in zwei Teile schneidet. Rund 55‘000 Quadratmeter Landwirtschaftsland braucht die Umfahrung.

Aber auch die Nordzufahrt, der Ausbau Grindel-Bibersee und die Busspur Sumpf wurden durch Landwirtschaftszonen gebaut und beanspruchten grössere Flächen. Landwirtschaftszonen sind meist frei von Bauwerken, es muss nur mit wenigen Eigentümern verhandelt werden und sie sind vor allem billig.

20 oder 1’000 Franken

So zahlte der Kanton Zug 20 Franken pro Quadratmeter. Wäre zu diesem Zeitpunkt die Zersiedlungsinitiative schon gültig gewesen, hätten die Behörden teures Bauland umzonen müssen. Die Beschaffung wäre sicher mal viel komplizierter und die Kosten wohl viel höher, da die Landbesitzer entschädigt werden müssten.

Im Fall der Tangente hätte das bei einem Quadratmeterpreis von 1‘000 Franken 55 Millionen ausgemacht, oder auf das Projekt ausgerechnet 256 statt 201 Millionen Franken.

 Zersiedlungsinitiative gegen «Bauwahn»

Noch extremer sieht es bei der Umfahrung Cham Hünenberg aus. Diese benötigt sogar fast 200‘000 Quadratmeter Landwirtschaftsland. Hätten die Stimmbürger einer solchen Vorlage für 380 statt 180 Millionen Franken zugestimmt? Wir erinnern uns: Die Vorlage wurde mit 50.3 Prozent äusserst knapp angenommen!

Die Zersiedelungsinitiative würde sehr wohl helfen den Bauwahn zu stoppen. Sei es nur um die Landwirtschaftsböden vor dem Strassenbau zu schützen, da der Boden wieder einen anständigen Wert erhält!

Philip Kissling (Mitglied des Verkehrs-Clubs der Schweiz, Sektion Zug)

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