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Knapp 1500 Unterschriften eingereicht

Initiative will Airbnb-Boom in der Stadt Luzern zügeln

Reichten die Initiative am Freitag ein (von links): Jörg Hafliger (Casafair), Simone Brunner (SP), André Marty (SP), Josef Zimmermann (Stadtkanzlei), Elias Balmer (Juso), Mario Stübi (Mieterverband). (Bild: zvg)

Eine Volksinitiative will das kommerzielle Geschäft mit Touristenwohnungen einschränken: Am Freitag hat die von der SP angeführte Allianz die nötigen Unterschriften bei der Stadt Luzern eingereicht.

Wohnungen in der Stadt Luzern sollen nur noch maximal 90 Tage pro Jahr an Touristen oder Geschäftsreisende vermietet werden: Das verlangt die Initiative «Wohnraum schützen – Airbnb regulieren», die am Freitag mit 1484 Unterschriften eingereicht worden ist.

Hinter dem Anliegen steht eine Allianz aus SP, dem Mieterinnen- und Mieterverband und dem Hauseigentümerverband Casafair. Sie erhoffen sich von der Regulierung, dass dadurch wieder mehr Wohnungen für langfristige Vermietungen und damit die einheimische Bevölkerung frei werden.

Das Schlagwort allein genügte

«Die fortschreitende Vernichtung von bezahlbarem Wohnraum ist definitiv ein Thema, das der Luzerner Bevölkerung unter den Nägeln brennt», wird Simone Brunner, Co-Präsidentin der SP Stadt Luzern, in einer Mitteilung zitiert. Das hat sich laut den Initianten auch beim Sammeln der Unterschriften gezeigt.

«Die Erwähnung der Schlagworte ‹bezahlbarer Wohnraum› und ‹Airbnb› reichten meist schon aus, um die Menschen zu überzeugen.»

Mario Stübi, Mieterverband

Trotz Pandemie und fehlender Veranstaltungen fanden sich weit mehr als die nötigen 800 Personen, welche die Forderungen unterzeichneten. «Die Erwähnung der Schlagworte ‹bezahlbarer Wohnraum› und ‹Airbnb› reichten meist schon aus, um die Menschen von einer Unterzeichnung des Anliegens zu überzeugen», sagt SP-Grossstadtrat Mieterverbands-Präsident Mario Stübi.

Im Kern einig, im Detail nicht

Noch vor Ausbruch der Pandemie ist in Luzern das kommerzielle Vermieten von Wohnungen über Sharing-Plattformen wie Airbnb in Verruf geraten. Weil die Nachfrage stieg, wurde es für Vermieter attraktiver, ihre Wohnungen an Reisende statt an Einheimische zu vermieten. Das entziehe Wohnraum dem regulären Markt und drücke auf die Preise, so die Kritik.

Im Grunde geht der Konsens darüber, dass Plattformen wie Airbnb reguliert werden müssen, über die Allianz hinter der Initiative hinaus. Der Stadtrat hat vorgeschlagen, die Anzahl der touristisch genutzten Wohnungen pro Quartier auf zwei Prozent zu beschränken. Das ging manchen aber zu wenig weit. Im Stadtparlament lagen im vergangenen Winter gleich mehrere Vorschläge zur Diskussion vor. Weil sich die Linken nicht einigen konnten, schaffte aber keiner die nötige Hürde (zentralplus berichtete).

Die SP wählte darum den Weg der Volksinitiative. Diese will Plattformen wie Airbnb nicht grundsätzlich verbieten. Für Private soll es weiterhin möglich sein, die eigene Bleibe zum Beispiel während eines Auslandaufenthalts untervermieten zu können. Mit der 90-Tage-Limite wollen die Initianten aber das kommerzielle Geschäft mit Wohnungen einschränken. Das Stadtparlament wird also erneut über das Thema Airbnb-Regulierung diskutieren.

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