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Streit um 16,5 Millionen Franken Baukosten

Grünes Licht für Planung des neuen Zuger Ökihofs

Die Tage des Ökihofs der Stadt Zug sind gezählt. Der Grosse Gemeinderat hat nun für die Planung des neuen Ökihofs im Göbli grünes Licht gegeben.

(Bild: anm)

Das Zuger Stadtparlament will einen neuen Ökihof: Mit 34 Stimmen votierte er gestern sowohl einem Projektierungskredit von 940’000 Franken zu wie auch einem Landtausch mit der WWZ AG. Damit kann der neue Ökihof mit Brockenhaus und GGR-Recyclingstation im Göbli an der Grenze zur Gemeinde Baar realisiert werden.

Die Ausgangslage ist klar: Die SBB wollen ihr Grundstück im alten Güterbahnhof, auf welchem sich der Ökihof mit dem Brockenhaus befindet, überbauen. Die Stadt muss bis 2020 einen neuen Ökihof suchen, beziehungsweise bauen, in welchem auch das Brockenhaus und der GGZ-Recyclingbetrieb Unterschlupf finden. Nach vielen Jahren der Evaluation machte der Stadtrat nun einen Standort im Göbli aus.

165 Kilogramm Abfall pro Zuger pro Jahr

In einem nächsten Schritt holte er in dieser Sitzung einen Kredit von 940’000 Franken für einen Projektierungskredit ein. Dass es einen neuen Ökihof braucht, war im Parlament unbestritten, denn die Zugerinnen und Zuger sind quasi Weltmeister im Recyclen, wie Stadtratsvizepräsident André Wicki, Vorsteher des Baudepartements, stolz verkündete: «Pro Person entfallen jährlich 165 Kilogramm Abfall an, aber beinahe gleichviel, nämlich 145 Kilogramm, werden wiederverwertet – ein Verhältnis, das kaum übertroffen wird.»

Kritischer tönte es im Parlament, als es um die Kosten ging: rund 16,5 Millionen Franken. Für einen Zweckbau, wie es der Ökihof sein sollte, ein sehr stolzer Betrag, fand Roman Burkard namens der FDP-Fraktion. Kein Luxusbau und das Wünschbare vom Notwendigen trennen, war seine Forderung, die er mit einem Siebenpunkte-Antrag unterstrich.

Parlament erhofft sich weitere Kostenoptimierung

Beispielsweise müsse die Jury die Kosten in der Bewertung mit einem 30-Prozent-Anteil berücksichtigen. Oder: In der Jury müsse zwingend ein Baukostenplaner mit Stimmrecht vertreten sein. Unterstützung fand die FDP auch bei den anderen Fraktionen. Stadtrat André Wicki versicherte dem Parlament, die Wettbewerbsbedingungen seien anhand eines Raumprogramms aufgestellt worden, das in Zusammenarbeit mit Spezialisten erarbeitet wurde. Vom Projektierungswettbewerb erhoffe man sich weitere Impulse zur Optimierung.

Mietzins von rund 15’000 Franken

Urs Bretschi, SP, brachte die Kosten ins Spiel, die für die beiden anderen Beteiligten anfallen: Das Brockenhaus beispielsweise müsse mit einem monatlichen Mietzins von rund 15’000 Franken rechnen. 

Karen Umbach, FDP und früher im Vorstand der Frauenzentrale, die das Brockenhaus betreibt, versicherte, dass sich das Brockenhaus auf einen hohen Mietzins eingestellt habe und bereit sei, diesen zu bezahlen. Doch Urs Bertschi wollte verbindlichere Zusagen: Nach dem Wettbewerb müsse den beiden anderen Beteiligten deren Kosten aufgezeigt werden und es müssten verbindliche Vorverträge abgeschlossen werden. Dieser Forderung stimmten auch die anderen Fraktionen zu.

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