Gimenen – eine unserer letzten Landreserven

Astrid Estermann wirft der Neuen Zuger Zeitung falsches Verhalten vor. Die Zuger Gemeinderätin verteidigt den Stadtrat und fragt gar nach offenem Wahlkampf der Neuen ZZ.

Am Mittwoch versuchte die Neue Zuger Zeitung mittels reisserischen Titels dem amtierenden Stadtrat falsches Handeln vorzuwerfen. Betreibt die Zeitung hier offenen Wahlkampf?

Es stimmt, dass in der letzten Ortsplanungsrevision vor gut 5 Jahren rund 14‘000 Quadratmeter des Schulareals Gimenen in eine Einfamilienhauszone umgezont wurden. Mit dem Verkaufserlös dieser Parzelle sollen preisgünstige Wohnungen an einem anderen Ort in der Stadt subventioniert werden.

Inzwischen ist einiges passiert, das vom Redaktor der Neuen ZZ nicht erwähnt wird:

1. Eine Einzonung ist keine Verpflichtung, dieses Land innert weniger Jahre zu veräussern. Eine Planungsperiode dauert zehn bis fünfzehn Jahre. Bei einem allfälligen Verkauf muss die Marktsituation genau angeschaut werden. Gegenwärtig ist das hohe Preissegment, wie es die Überbauung in der Gimenen vorsieht, infolge zu hoher Preise weniger gefragt. Nur sehr vermögende Leute können sich Bauland mit einem Quadratmeterpreis von 5‘000 Franken oder höher für ein Einfamilienhaus leisten.

2. Wo aber gibt es in der Stadt derzeit Bauland für den preisgünstigen Wohnungsbau zu kaufen? Was nützt der Stadt Geld, das sie nachher gar nicht investieren kann?

3. Da in der Stadt Zug nirgends Bauland für den sozialen Wohnungsbau vorhanden ist und derzeit offenbar auch kein Investor zu einem Tausch bereit ist, darf das Land in der Gimenen nicht einfach konzeptlos verkauft werden. Das Volk hätte einem Verkauf wohl kaum zugestimmt, ohne zu wissen, ob und wo der Erlös in den sozialen Wohnungsbau investiert wird.

4. Es ist unvernünftig, eine der letzten Landreserven mit so niedriger Ausnützung zu verbauen. Der Stadtrat handelte richtig, dass er auf diesem Land eine städtebaulich-ökonomische Bestvariante ermittelt. Dies bedeutet, dass eine geringe, quartierverträgliche Aufzonung anzustreben ist.

5. Mir ist bekannt, dass eine Wohnbaugenossenschaft grosses Interesse an diesem Land zeigte, um hier Wohnen für den Mittelstand zu realisieren. Es spricht für den Stadtrat, dass er für das Land  eine bessere Lösung im Interesse der Bevölkerung sucht.

Danke, liebe Vroni Straub und Stadträte, dass ihr in der Gimenen eine vernünftige, zukunftsweisende Lösung anstrebt und nicht einfach den Interessen einiger weniger nachgebt.

Was ein BS14-Stadtrat für die Gimenen bedeuten würde, kann sich jedeR selber ausrechnen.

 

Astrid Estermann, Gemeinderätin, Stadt Zug.

 

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