Geschäfte länger offen

Ladenschlussgesetz: Gemeinden verärgern Kanton

Der Volg-Laden in Vitznau darf ebenfalls länger offen haben als andere Lebensmittelgeschäfte im Kanton. (Bild: Google Street View)

Einige Gemeinden im Kanton Luzern können längere Ladenöffnungszeiten beantragen, wenn das Angebot auf Touristen ausgerichtet ist. In Meggen, Weggis und Vitznau profitieren davon aber auch Läden, die mit Tourismus kaum etwas zu tun haben.

Die Regeln sind eigentlich klar: Ohne entsprechende Bewilligung dürfen Läden im Kanton Luzern von Montag bis Freitag bis 19 Uhr offen haben, am Samstag bis 17 Uhr. Einzig am Donnerstag ist Abendverkauf erlaubt.

In einigen Gemeinden können Läden trotzdem länger offen haben. Dies aber nur, wenn sie zu den Tourismusgemeinden zählen und das Sortiment auf Touristen ausgerichtet ist. Zu diesen Gemeinden gehören etwa die Stadt Luzern, aber auch Horw, Meggen, Vitznau, Weggis, Greppen, Schwarzenberg, Flühli und Marbach. Sie dürfen selbst darüber entscheiden, welche Läden länger offen haben dürfen.

Volg-Läden werden wie Touristen-Geschäfte behandelt

In der Stadt Luzern erhält man nicht ohne weiteres eine Bewilligung. So ist etwa die Warenhauskette Manor vor Gericht gescheitert, als sie sich benachteiligt fühlte. Souvenirläden wie das Casagrande hingegen dürfen auch sonntags offen haben.

Andere Tourismusgemeinden gehen jedoch mit den Kriterien nicht so streng um, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. In Meggen, Vitznau und Weggis dürfen die Volg-Läden unter der Woche bis 20 Uhr offen haben. Dies, obwohl das Sortiment nicht direkt auf Touristen ausgerichtet ist. Auch sonntags kann eingekauft werden. In Meggen und Vitznau öffnen die Geschäfte zudem vor 8 Uhr.

Touristen schätzen Angebot

Das geht dem Kanton gegen den Strich. In den vergangenen Jahren hat deshalb die Gastgewerbe- und Gewerbepolizei die Gemeinden darauf hingewiesen, dass die Öffnungszeiten nicht gesetzeskonform seien. Die Gemeinde Weggis beispielsweise wurde schon 2016 kritisiert, weil das Sortiment im Volg-Laden nicht auf Touristen abgestimmt ist.

Dem widerspricht Gemeindeammann Baptist Lottenbach: «Das Bedürfnis von Touristen und Dorfbesuchern nach einer Verkaufsstelle für Lebensmittel an Sonntagen, am Abend oder nach einer Wanderung war gross.» Die längeren Öffnungszeiten würden von Tagesgästen, Ferienwohnungsbesitzern und Angestellten aus dem Tourismusbereich geschätzt.

In der Stadt Luzern wäre Volg wohl abgeblitzt. Eine erstmalige Bewilligung wird hier in der Regel befristet erteilt.

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