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F-35A ist lauter als die Konkurrenz

Flugplatz Emmen: Verband kritisiert Kampfjet-Entscheid

Auch auf dem Flugplatz Emmen sollen künftig die neuen Jets starten. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Der Bundesrat will das amerikanische Kampflugzeug F-35A kaufen. Für den Typenentscheid gibt es auch Kritik aus Emmen. Grund: Dieser Jet soll lauter sein als die anderen, die in die Endauswahl gelangten.

Die Würfel sind gefallen. Diese Woche gab der Bundesrat bekannt, welchen Kampfjet er beschaffen will. Es soll die F-35A des US-Herstellers Lockheed Martin sein. Die Gsoa und die Linke haben indes bereits eine Initiative angekündigt, die den Kauf des amerikanischen Fliegers verhindern will.

Kritik am Typenentscheid kommt aber auch aus Emmen. Genauer gesagt vom Schutzverband der Bevölkerung rund um den Flugplatz Emmen (SFE). Grund: Die F-35A soll lauter sein als ihre Konkurrentinnen aus Europa, die ebenfalls evaluiert wurden. Kritisiert wird insbesondere, dass die Lärmemissionen nicht in die Bewertung miteinbezogen worden seien. Dies sei bedenklich. «Mit dem F-35 wurde der mit Abstand lauteste Typ ausgewählt. Dies ist für die Anwohnerinnen und Anwohner der Flugplätze ein Affront», heisst es in einer kurzen Stellungnahme des Verbandes.

Gut 3 Dezibel lauter

Gemäss Evaluation soll die F-35A im Durchschnitt gut 3 Dezibel lauter sein als die F/A-18, mit der die Armee momentan unterwegs ist. Folglich sei der neue Jet so laut, wie zwei seiner Vorgänger zusammen. In der SRF-Sendung «10vor10» wies Verteidigungsministerin Viola Amherd allerdings darauf hin, dass man die 3 Dezibel rund um den Flugplatz nicht wie eine Verdoppelung des Lärms empfinden würde. Zudem gebe es künftig weniger Starts und Landungen, da die F-35A mehr Treibstoff mitnehmen kann.

Der Schutzverband hält dennoch fest: «Dass es deutlich weniger Starts und Landungen brauche ist da nur ein schwacher Trost, die punktuell hohen Lärmemissionen sind für Anwohnende deswegen nicht erträglicher.» Man werde sich in der Diskussion dafür einsetzen, dass möglichst wenig Starts und Landungen erfolgen und dass die Lärmbelastung, gefühlt und gemessen in Zukunft sinkt und nicht gar ansteigt.

Gibt es ein Sicherheitsrisiko?

«Nur so kann die Lebensqualität der Anwohnenden gesteigert werden. Dass nun ein einmotoriges Flugzeug gewählt wird erachtet der Schutzverband aus Sicherheitsüberlegungen auch nicht als optimal. Fehlt doch das redundante Antriebsystem. Wie hoch das Risiko diesbezüglich ist, wird der Schutzverband in Erfahrung zu bringen versuchen.»

Die Sicherheitsbedenken räumt Kaj-Gunnar Sievert, Mediensprecher des Bundesamtes für Rüstung Armasuisse, gegenüber der «Luzerner Zeitung» jedoch aus. «Die von den Luftwaffen vorgegebenen Sicherheitsstandards müssen Hersteller von Kampfflugzeugen unabhängig von der Triebwerkanzahl ihrer Modelle erfüllen.» Denn die Triebwerke einstrahliger Kampfjets würden mit «vitalen Subsystemen wie Hydraulikpumpen oder Generatoren mit unabhängig voneinander angetriebenen Hilfssystemen» ergänzt, so Sievert.

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