«Studenten können selbst entscheiden»

«Fleischlose» Mensa: Luzerner Regierung hält sich raus

Die Luzerner Regierung sieht bei der Uni-Mensa keinen Handlungsbedarf. (Bild: Uni Luzern)

In der Mensa der Universität Luzern gibt es seit kurzem vorwiegend vegetarische oder vegane Menüs. Während sich die Studenten gefreut haben, wollten Politikerinnen dies mit gleich zwei Postulaten rückgängig machen. Die Luzerner Regierung antwortet nun, dass sie dafür gar keine Kompetenz hätte.

Die Ernährung und insbesondere der Fleischkonsum sind ein politisch sehr heisses Eisen. Das hat kürzlich auch die Uni Luzern zu spüren bekommen. Weil das neue Mensa-Konzept im Herbstsemester 2021 primär vegetarisch-vegane Menüs vorsieht, gingen gleich zwei Postulate im Luzerner Kantonsrat ein (zentralplus berichtete). Eines von Toni Graber(SVP) und eines von Rosy Schmid-Ambauen (FDP). Rund vier Monate später liegt nun die Antwort der Regierung vor. Dabei betont sie besonders eins: Anders als bei den kantonalen Gymnasien hätten sie gar keine Befugnis, in «operative Entscheide» der Universität einzugreifen.

Erwachsene können selbst entscheiden

Weiter nimmt der Regierungsrat die Bevormundungs-Frage auf. Im Postulat Grabers wird zur Bestärkung der Position ein Postulat von Bernhard Steiner aufgeführt. Darin verpflichtet sich die Luzerner Regierung dazu, das Angebot der Schulmensen an die Ernährungsempfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) für Kinder und Jugendliche zu wenden.

«Bei den Kundinnen und Kunden der Mensa im Gebäude der Universität und der PH Luzern handelt es sich jedoch um Erwachsene», hält die Regierung fest. Und weiter: «Sie können selbst entscheiden, ob sie das Angebot der Mensa oder eines anderen Verpflegungsanbieters nutzen und was sie essen wollen.» Letztlich seien es die Kundinnen der Mensa, die entscheiden, ob das neue Konzept sich bewährt.

Erhöhte Nachfrage nach Vegi-Menüs

Damit stärken sie den Studierenden den Rücken. Denn diese haben sich am neuen Angebot erfreut und die Politik darum gebeten, sich aus ihrer Mensa rauszuhalten (zentralplus berichtete). Auch das Argument Schmid-Ambauens, dass sich ja nur 2,6 Prozent der Bevölkerung vegan und 5,6 Prozent vegetarisch ernähren, entkräftet der Regierungsrat. Vor der Umstellung und vor Corona waren zwei Drittel aller verkauften Menüs die vegetarische Variante. «Die Nachfrage nach fleischloser Ernährung ist also klar vorhanden», so die Regierung.

Zudem sei es ja noch immer möglich, in der Mensa Fleisch und Fisch zu konsumieren. Nur halt von anderen Anbietern oder Selbstgekochtes. Auch ist inzwischen das Fleisch wieder in die Mensa eingekehrt, nämlich im «Bowl»-Angebot. Weiter war Fleisch mit dem provisorischen Foodtruck nie gänzlich weg. Die Öffentlichkeit hatte dennoch lange Zeit den Eindruck, dass Fleisch gänzlich aus der Mensa verbannt wurde.

Mit den Worten: «Ein ausgewogenes Ernährungsangebot, das auch Fleisch und Fisch enthält, wird auch in Zukunft in der Mensa des Uni-/PH-Gebäudes sichergestellt sein», schliesst die Luzerner Regierung ihre Antwort auf beide Postulate. Sie beantragt in beiden Fällen, das Postulat abzulehnen.

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