Luzerner Grossstadträtinnen reichten Vorstoss ein

Dicke Bäume sollen nur noch in Ausnahmefällen gefällt werden dürfen

Bäume mit einem Stammumfang ab 80 Zentimeter sollten künftig nur in absoluten Ausnahmesituationen zur Fällung freigegeben werden dürfen, fordern SP und Grüne.

(Bild: Adobe Stock)

Grüne und SP verlangen, dass Bäume mit einem Stammumfang ab 80 Zentimeter nur noch in Ausnahmefällen gefällt werden dürfen. Denn die bestehende Gesetzesformulierung führe zum anhaltenden Verlust alter Bäume. Deswegen haben Luzia Vetterli namens der SP/Juso-Fraktion und Mirjam Landwehr namens der namens der G/JG-Fraktion einen entsprechenden Vorstoss eingereicht.

Bäume in de Stadt sollen besser geschützt werden. Das fordern Mirjam Landwehr namens der Grüne/Junge-Grüne-Fraktion und Luzia Vetterli namens der SP/Juso-Fraktion, die diese Woche dazu einen entsprechenden Vorstoss eingereicht haben.

«Die bestehende Gesetzesformulierung führt zwangsläufig zum anhaltenden Verlust alter Bäume, welche eine wichtige Funktion im Stadtgefüge einnehmen und für viele Menschen Identität stiften», heisst es im Vorstoss. Der Baumbestand in der Schweiz und ausserhalb der Waldgebiete sei gefährdet. Dieser Trend werde anhalten sind sich Vetterli und Landwehr sicher: Der Druck auf grüne, unbebaute Flächen im Siedlungsgebiet – wo häufig auch alte Baumbestände vorhanden seien – nehme weiter zu.

Bauvorhaben höher gewichtet als Erhalt des Baums

Im Zusammenhang mit der Siedlungsentwicklung nach innen werden bestehende Siedlungen erneuert und verdichtet. Diese Entwicklung führt dazu, dass Grundeigentümer bestehende ältere Bäume durch Gebäude oder Tiefgaragen ersetzen möchten. In der Stadt Luzern müssen sie dann ein entsprechendes Fällungsgesuch stellen. Es sei jedoch zu befürchten, dass im Vergleich von Baumerhalt und Bauvorhaben häufig das Bauvorhaben höher gewichtet werde. So sei beispielsweise eine alte und grosse Linde im Innenhof einer bestehenden Siedlung zur Fällung freigegeben worden, um darunter eine Tiefgarage zu erstellen.

Wird ein älterer Baum gefällt, kann in der Stadt eine Ersatzpflanzung gefordert werden. «Es ist allerdings fraglich, wie häufig diese Ersatzpflanzung gefordert wird und ob die Pflanzung nach Realisierung des Bauvorhabens aufgrund der erforderlichen Grenzabstände überhaupt noch möglich ist und effektiv durchgesetzt wird», so Vetterli und Landwehr.

«Baum vor Bau»

SP und Grüne fordern den Stadtrat deshalb auf, Artikel 46 im Bau- und Zonenreglement der Stadt Luzern dahingehend zu überarbeiten, «dass ein griffiger Schutz für den Baumbestand in der Stadt Luzern gewährleistet ist». Bäume mit einem Stammumfang ab 80 Zentimeter sollten künftig nur in absoluten Ausnahmesituationen zur Fällung freigegeben werden dürfen. Ganz nach der Grundregel «Baum vor Bau». Anstreben solle man zudem, dass quantitativ die Anzahl Bäume auf Stadtgebiet mindestens erhalten bleiben, heisst es abschliessend.

Luzia Vetterli, abtretende SP-Grossstadträtin (links), und Mirjam Landwehr, Grüne-Grossstadträtin, fordern: Baum vor Bau.

Luzia Vetterli, abtretende SP-Grossstadträtin (links), und Mirjam Landwehr, Grüne-Grossstadträtin, fordern: Baum vor Bau.

(Bild: diestadtpartei.ch/gruene-luzern.ch)

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