«Das Luzerner Theater wird schlechtgeredet»

Das Haus der Begierde: Luzia Stofer und Ariel Kolly vom Initiativ-Komitee. (Bild: jwy)

«Der Denkmalwert des Luzerner Theatergebäudes ist stark geschmälert», befand kürzlich ein Gutachten zum Luzerner Theater. Die Initianten von «Ein Kultur-Haus für alle» wollen sich mit diesem Gutachten nicht abfinden. Für sie ist das 180 Jahre alte Gebäude unbedingt erhaltenswert. Sie werfen der Stadt Arroganz vor.

Vor ein paar Tagen kam ein Gutachten zum Schluss: Das 1838/39 gebaute Luzerner Theater an der Reuss  ist wenig schützenswert, weil nur noch wenig von seiner ursprünglichen Bausubstand übrig sei (zentralplus berichtete). Das Gutachten besagt, dass der Denkmalwert des Gebäudes durch zahlreiche, tiefgreifende Umbauten sowie durch einen Brand anfangs des 20. Jahrhunderts stark geschmälert wurde. Hingegen sei der Bau als Teil der Reussfront und als Gegenüber des Rathauses von «städtebaulicher Bedeutung».

Kaum überraschend: Die Initianten von «Ein Kultur-Haus für alle», die das alte Stadttheater erhalten und umnutzen wollen, sind mit diesem Urteil nicht glücklich. «Das Luzerner Theater wird einmal mehr schlechtgeredet», schreibt das Komitee um den Luzerner Künstler und Architekten Ariel Kolly. Anfang April haben sie bekanntgeben, dass sie die nötigen 800 Unterschriften beisammen hätten (zentralplus berichtete).

Am Freitag teilt Ariel Kolly mit: «Das Luzerner Theater gehört zum Stadtbild, gehört den Stadtluzernern und wird es bleiben.» Fragen zu Denkmalschutz und zur erhaltenen Bausubstanz seien keine Gründe für einen Abriss. Schon nach dem Brand 1924 habe es eine Initiative für einen Abriss – das Stimmvolk habe sich dagegen ausgesprochen und einen Wiederaufbau bevorzugt. «Das ist 2016 nicht anders», ist Kolly überzeugt.

Die Stadt prüft bekanntlich, das Theater abzureissen und den Platz als Freifläche zu nutzen. Das Theater käme in der Salle Modulable auf dem Inseli unter. Kolly dazu: «Wo ist denn hier der städtebauliche Nutzen?» Es spricht von «Arroganz gegenüber der Initiative und der Bevölkerung der Stadt». Kolly glaubt ohnehin, dass ein Standort Inseli für die Salle Modulable keine Chance haben werde.

Die Initianten wollen das alte Theaterhaus zu einem öffentlichen Kulturhaus machen: für Kleinkunst, Konzerte, die freie Theaterszene, für Ausstellungen und Veranstaltungen aller Art.

Dem Komitee steht noch viel Arbeit bevor – viele Fragen sind noch offen: Wer wird das Haus finanzieren? Wer wird es bespielen und nutzen? Welche Institutionen sind an Bord? Konkrete Partner und ein Finanzierungsplan sollen folgen. Das Kulturhaus soll selbsttragend und von einer privaten Trägerschaft geleitet werden.

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