Babyfotos, Rohstoffhandel und Schweissgeräte

(Bild: Severin Bigler)

Sie sind die ersten zehn Absolventen des Bachelors «Camera Art» an der Hochschule Luzern – und jetzt gibt’s was zu sehen. An der Werkschau 2015 der Abteilung Design und Kunst zeigen 220 Absolventierende ihre Diplomarbeiten, darunter eben auch jene zehn Kamerakünstler.

Die Arbeiten sind vom 20. bis am 28. Juni in der Messe Luzern zu sehen. Wir nehmen drei Bilder vorneweg.

Die Studienrichtung Camera Arts untersucht und vermittelt die Möglichkeiten von Fotografie und anderen visuellen Medien in den Kontexten von Kunst, Design und Gesellschaft, schreibt die Hochschule. Beispielsweise erkunde Absolvent Dario Lanfranconi für seine Arbeit ein altes Industriequartier in Seoul: Mullae-dong. Hier leben Stahlarbeiter und Künstler Tür an Tür. Er sprach mit Anwohnern und dokumentierte deren Lebensumstände und Zukunftsvisionen in Bildern und Videos. Aus dem Material erstellte er ein 3D-Szenario, das den Besuchern der Werkschau einen virtuellen Rundgang durch das Quartier ermöglicht.

(Bild: Dario Lanfranconi)

 

Flurina Stuppan untersuchte, wie Mütter ihre Kinder im Internet und in Offline-Medien zur Schau stellen. Dafür hat sie ein Video über drei imaginäre Mütter gemacht, die ganz unterschiedliche Ansichten zu dem Thema haben. In einem zweiten Teil des Projekts hat sie reale Bilder von Babys und Kindern verfremdet, die auf frei zugänglichen Instagram-Profilen junger Mütter zu finden sind.

(Bild: Flurina Stuppan)

 

Absolvent Severin Bigler befasste sich mit den globalen Verwicklungen des Rohstoffunternehmens Glencore. Nach ersten Erkundungen in Baar ZG, wo Glencore seinen Hauptsitz hat, reiste er in die peruanische Stadt Yauri, die in der Nähe einer von Glencore betriebenen Kupfermine liegt. Örtliche Gruppen und internationale NGOs sehen das Unternehmen verantwortlich für die dortige Umweltverschmutzung, die wiederum eine Vielzahl sozialer und politischer Konflikte nach sich zieht.

Mit seinen vor Ort gemachten Fotografien und Videos lädt Severin Bigler den Betrachter zur Auseinandersetzung mit den Mechanismen weltumspannenden Handels ein.

(Bild: Severin Bigler)

Neben diesen und weiteren Arbeiten der Studienrichtung Camera Arts gibt es an der Diplomausstellung in der Messe Luzern die unterschiedlichsten Werke aus allen anderen Bachelor-Studien- richtungen sowie aus dem Master of Arts in Design zu sehen – beispielsweise Kunstinstallationen, Objekte, Animations- und Videofilme, Textilien und Illustrationen.

Herausragende Abschlussarbeiten werden ausgezeichnet mit den Förderpreisen der Max von Moos-Stiftung, der zeugindesign-Stiftung, der Stiftung Alan C. Harris & Frau Else Harris-Treumann, der Swiss Design Association sowie der Hochschule Luzern.

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