Auch Fischer machen Einsprache gegen Reuss-Projekt

Die Reuss soll renaturiert und für Tier und Mensch aufgewertet werden. (Bild: zvg)

Die Fischer stehen grundsätzlich zum Projekt Reuss-Sanierung. Ihre Einsprache beschränkt sich auf Verbesserungen in zwei Bereichen. Der Fischereiverband Kanton Luzern FKL und der Fischereiverein Reuss Luzern FVRL wollen das Projekt keinesfalls gefährden.

Der Fischereiverband Kanton Luzern FKL und der Fischereiverein Reuss Luzern FVRL begrüssen das grosse Projekt zur Sanierung der Reuss. Trotzdem haben sie eine Einsprache eingereicht. Bereits diesen Dienstag wurde bekannt, dass die Gemeinde Emmen eine Einsprache einreicht (zentralplus berichtete).

Mit ihrer eingereichten Einsprache wollen die Fischer für den Lebensraum der Fische allerdings zwei wesentliche Verbesserungen erreichen, wie sie in einer Mitteilung schreiben:

  • Ohne Kies keine Laichplätze: Mit Geschiebe sind Kies und kleine Steine von 2 bis 40 Millimeter Durchmesser gemeint, die den Fischen überhaupt erst die Laichplätze ermöglichen. Der Geschiebebetrieb wurde in den letzten Jahrzehnten in der Reuss sträflich vernachlässigt. Damit die Sohle auf das geplante Niveau abgesenkt werden kann, wird der Geschiebehaushalt stark herunter gefahren werden.Die Fischer verlangen in ihrer Einsprache, dass die Geschiebezufuhr aus der kleinen Emme nicht geschmälert wird. Das ist gerade für die Äschen – die Reuss ist eine nationale Äschenstrecke – von Bedeutung.
  • Monitoring muss verbindlich sein: Die Fischer verlangen eine verbindliche Erfolgskontrolle (Monitoring). Das ist das A und O, ob die fischereilichen Massnahmen funktionieren. Gemäss aktueller Unterlagen der Auflageakten wäre ein Monitoring erst im Jahr 2042 möglich. Das ist zu spät.

 

Hochwasserschutz und Renaturierung

Die beiden Fischer-Organisationen betonen mit Nachdruck, dass ihre Einsprachen die Fischverträglichkeit verbessern und keinesfalls das Gesamtprojekt gefährden wollen. «Im Gegenteil, das Projekt Sanierung Reuss ist sehr gut und überfällig», sagt Franz Stadelmann, Präsident des örtlichen Fischereivereins Reuss. Gut sei, dass die Reuss wieder mehr Platz erhalte und Hochwasserschutz und Renaturierungen gekoppelt werden.

«Es wäre staatspolitisch gefährlich, diese Koppelung in Frage zu stellen», ergänzt Markus Fischer, Präsident des Fischereiverbandes Kanton Luzern und erteilt entsprechenden Versuchen eine klare Absage. Und Fischer ergänzt: «Wir sind bereit, für dieses gute Projekt zu kämpfen, im Rahmen einer Allianz aller vernünftigen Kräfte im Interesse von mehr Schutz für Mensch und Natur.»

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