Nach «Tour de Suisse»-Knatsch

ALG will Sponsoring durch Russen den Riegel schieben

Die Etappe der «Tour de Suisse» in Zug wurde unter anderem von russischen Geldern gesponsert. (Bild: Andreas Busslinger)

Als die Tour de Suisse 2017 in Zug gastiert hat, hatte eine umstrittene russische Firma ihre Finger im Spiel. Die Alternativen – die Grünen (ALG) verlangen nun von der Regierung mehr Sensibilität.

Die Firma Rosukrenergo AG stand bereits 2017 seit Jahren in der Kritik. Dennoch durfte ihr Finanzchef Konstantin Shmelev aus Oberägeri den Halt der «Tour de Suisse» in Zug mitfinanzieren. Unter den Augen der Zuger Regierungsrats Beat Villiger wurde dem Geschäftsmann eine Plattform geboten. Im Programmheft wurde er gar als ein «innovativer Russe» vorgestellt (zentralplus berichtete).

Heute wäre das undenkbar. Die britische Journalistin Catherine Belton schreibt in ihrem Buch «Putins Netz» über die Firma: «Rosukrenergo war im Grunde genommen ein Bestechungsfonds, der als Werkzeug für politischen Einfluss verwendet werden konnte: um Beamte zu korrumpieren und zu kaufen und auf diese Weise die Demokratie in Russlands Nachbarstaaten zu untergraben. Es war zentral für die Aktivitäten von Putins KGB-Regime.» (zentralplus berichtete)

Beat Villiger würde die Gelder heute sensibler prüfen

«Ab 2005 spielte die Firma im aufflackernden Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine eine wichtige Rolle», schreiben nun auch die Alternativen – die Grünen (ALG) in einem Vorstoss. Die Partei verlangt vom Zuger Regierungsrat, nun Stellung zu beziehen. Sie will wissen: «Beurteilt es der Regierungsrat als problematisch, dass Geschäftsleute, welche in Rechtsstreitigkeiten und geopolitischen Konflikten verwickelt sind, sich mittels Anlässe im Kanton Zug profilieren können?»

Beat Villiger, der damals im OK der «Tour de Suisse» in Zug war, hat bereits gegenüber der «Sonntagszeitung» Stellung zum heiklen Sponsorung genommen. «Ich glaube nicht, dass wir einen Fehler gemacht haben», wurde der Mitte-Regierungsrat zitiert. Damals sei die Situation anders gewesen. «Der Krieg in der Ukraine, der auch mich persönlich sehr beschäftigt, war weit weg.» Aus heutiger Sicht seien Sponsorengelder jedoch sensibler zu überprüfen.

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3 Kommentare
  • Profilfoto von mebinger
    mebinger, 28.06.2022, 11:19 Uhr

    Seit wann haben wir wieder die Sippenhaft. Der Hass auf die Russen ohne jegliche Individualisieren ist ganz einfach unerträglich geworden

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    • Profilfoto von andilustenberger
      andilustenberger, 28.06.2022, 11:54 Uhr

      Der Titel des Artikels ist irreführend, es geht uns nicht um Unternehmen aus einem spezifischen Land. Aufgekommen ist die Thematik natürlich wegen den aktuellen Ereignissen. Die Interpellation stellt jedoch ganz generelle Fragen in Bezug auf das Sponsoring im Kanton Zug und der Zuger Exekutive. Dementsprechend auch um Fragen der «Good governance».

      Auszug aus Interpellation:
      «Gibt es ethische Grundsätze, welche von Veranstaltern und Sponsoren erfüllt werden müssen, damit sich der Kanton Zug und/oder ein Regierungsrat offiziell an einem Anlass beteiligt?».

      Die komplette Interpellation sollte auf der Geschäftsdatenbank des Kantonsrates zu finden sein (evtl. erst nach Donnerstag)

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    • Profilfoto von Thomas Aeberhard
      Thomas Aeberhard, 28.06.2022, 12:13 Uhr

      Grundsätzlich ist Sippenhaft zu verurteilen. In diesem Fall bin ich jedoch geneigt, es anders zu sehen. Wenn ein Land wahllos ein anderes bombardiert und dessen Zivilbevölkerung zu vernichten versucht: Warum sollen dessen Staatsbürger dann nicht auch in die Pflicht genommen werden, so lange sie dieses Regime unterstützen?

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