Landwirt aus Oberägeri vor Gericht

15 Monate für Zuger Hanfbauer – und ein Rüffel für die Polizei

Der Bauer aus Oberägeri baute Hanf im grossen Stil an.

Der Fund machte 2017 Schlagzeilen: Bei einem Hanfbauern aus Oberägeri wurden 800 Pflanzen und 1,4 Kilogramm Marihuana sichergestellt. Der Bauer musste sich nun vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft forderte drei Jahre Haft für den delinquenten Bauern (zentralplus berichtete). Zudem sollte er rund eine Million Franken Strafe zahlen. Laut «Zuger Zeitung» urteilte der Richter nun deutlich milder: Er reduzierte die Strafe von 20 auf 15 Monate bedingt.

Grund zur Freude hat der Bauer trotzdem wenig: Seit der Verhaftung hat er offenbar den Hof veräussern müssen, seine Familie hat sich von ihm abgewendet. Ihn belastet auch die Drogensucht: Nicht Cannabis, sondern Kokain und Alkohol sind seine Laster. Zudem lasten Steuerschulden von 40'000 Franken lasten auf seinem Portemonnaie.

Immerhin: Er muss die Verfahrenskosten erst zahlen, wenn seine anderen Schulden getilgt sind. Der Bauer sitzt derzeit wegen eines anderen Delikts im vorgezogenen Strafvollzug. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Im Zuge der Verhandlung hat der Richter offenbar auch eine Rüge an die Zuger Polizei ausgesprochen. Diese soll bei der Hofdurchsuchung 2017 die sichergestellten Lampen, die zur Hanfproduktion eingesetzt wurden entsorgt haben, bevor sie genauer untersucht wurden. Deren Leistung hätte laut dem Richter Aufschluss über Stromverbrauch für die Hanfproduktion gegeben und damit, wie viel tatsächlich produziert wurde. Die Stromrechnungen waren wichtige Beweismittel im Prozess.

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1 Kommentar
  • Profilfoto von Stefan Ernst
    Stefan Ernst, 16.09.2020, 13:03 Uhr

    Hoffen wir, dass sich irgendwann auch in der Schweiz die Legalisierung durchsetzt. Was diese ganze Aktion den Steuerzahler am Ende kostet, will ich gar nicht wissen.

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