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Neuer FCL-CEO: «Ich bin ein Macher, der anpacken kann»
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Sie sollen den FCL zum Erfolg führen: der neue CEO Marcel Kälin (links) sowie Vereinspräsident Philipp Studhalter (Bild: lwo).

FC Luzern besetzt vakante Stelle mit Marcel Kälin Neuer FCL-CEO: «Ich bin ein Macher, der anpacken kann»

4 min Lesezeit 06.09.2016, 10:10 Uhr

Der FC Luzern hat wieder einen Geschäftsleiter. Marcel Kälin (50) soll dem Club vor allem mehr Sponsoren und damit mehr finanzielle Mittel bescheren. Dabei zählt er auch auf seinen Bonus als FCL-Glücksbringer.

Wenn eine Institution per Mail um 7.17 Uhr informiert, dass um 10 Uhr am gleichen Tag eine superspontane Medienkonferenz stattfindet, dann geht es um etwas Wichtiges. Und wenn es sich bei dieser Institution dann auch noch um den FC Luzern handelt, dann sind speziell wir Journalisten jeweils komplett aus dem Häuschen. Denn das Interesse an diesem Club ist in der Bevölkerung ist enorm. Heisst für uns: Ab auf die Allmend!

Um kurz nach 10 Uhr lassen die Verantwortlichen dann vor einem ansehnlichen Reporteraufgebot die Katze aus dem Sack: Marcel Kälin wird ab 1. Oktober neuer Geschäftsleiter beim FCL. Kälin ist beim FCL kein Unbekannter. Er war im Team, das 1989 den Schweizer-Meistertitel gewann. Nach seiner Fussball-Karriere hat Kälin in Schötz von 1998 bis 2014 die Verpackungsfirma Proderma aufgebaut, die mittlerweile 180 Angestellte hat. 2014 hat Kälin die Proderma verlassen, seither arbeitet er für seine Beratungsfirma Business2000 Management Ltd. Zudem hat er seit diesem Jahr einen Abschluss an der Uni St. Gallen in Sportmanagement im Sack. Er wohnt in St. Niklausen/Horw.

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Der neue FCL-CEO Marcel Kälin gibt diesen Dienstag, 6. September, seine ersten Interviews (Bild: lwo).

Der neue FCL-CEO Marcel Kälin gibt diesen Dienstag, 6. September, seine ersten Interviews (Bild: lwo).

«Kompetenter Fachmann»

«Wir sind glücklich, diesen kompetenten Fachmann für den FCL gewonnen zu haben», sagt FCL-Präsident Philipp Studhalter. Vier Gründe sind für den Entscheid, Kälin als Sieger aus den 14 Bewerbungen zu ernennen, ausschlaggebend gewesen. Erstens hat er selber Erfahrung im Profi-Fussball. Zweitens verfügt er über Führungskompetenz, da er die Schötzer Verpackungsfirma Proderma mit zuletzt 180 Mitarbeitern aufgebaut hat. Angefangen hat die Firma mit sechs Mitarbeitern. Weiter ist Kälin Innerschweizer und hier stark verwurzelt und er hat, wie erwähnt, einen Abschluss in Sportmanagement.

FCL-Präsident Philipp Studhalter gibt vor den Medien Auskunft, warum sich der Club für Marcel Kälin als neuen Geschäftsführer entschieden hat.

FCL-Präsident Philipp Studhalter gibt vor den Medien Auskunft, warum sich der Club für Marcel Kälin als neuen Geschäftsführer entschieden hat.

«Ich bin ein Macher, der die Ärmel nach hinten krempeln und anpacken kann», sagt Kälin vor den Medien. «Meine Motivation ist es, mit einem erfolgreichen Team zu beweisen, dass der FCL langfristig wirtschaftlich und sportlich erfolgreich geführt werden kann.» Der FCL habe viel Potential, diese Herausforderung reize ihn.

Glücksbringer Kälin?

Sportlich hat es Kälin allerdings nicht in die Geschichtsbücher geschafft. Er spielte nur ein Jahr, 1989, in der obersten Schweizer Liga und gewann dann mit dem FCL auch gleich den bislang einzigen Schweizermeister-Titel. Darauf angesprochen sagte er an der Medienkonferenz diesen Dienstag scherzhaft: «Ich bin wohl ein Glücksbringer.» Danach kickte Kälin etwa beim FC Emmenbrücke, beim FC Tuggen und beim FC Einsiedeln, wo er ursprünglich herkommt. 

Wer erkennt auf diesem meisterlichen Foto von 1989 den neuen FCL-CEO Marcel Kälin? Er steht in der hintersten Reihe, dritter von links.

Wer erkennt auf diesem meisterlichen Foto von 1989 den neuen FCL-CEO Marcel Kälin? Er steht in der hintersten Reihe, dritter von links.

Stäger erfüllte Erwartungen nicht

Dass das Amt des Geschäftsführers beim FCL wieder eingeführt werden sollte, war bekannt. Denn vor Ruedi Stägers Antritt im Dezember 2013 hat Thomas Schönberger diesen Job jahrelang ausgeübt. Dann aber dachten sich die FCL-Verantwortlichen, Stäger könne gleichzeitig Präsident und CEO sein. Und das bloss in einem 60-Prozent-Pensum. Deshalb verliess Schönberger den Luzern Richtung FC Zürich.

Wir erinnern uns: Anfang Jahr wurden zuerst Sportchef Rolf Fringer und kurz darauf Assistenztrainer Roland Vrabec rausgeschmissen. Dann musste Anfang Juni auch FCL-Präsident Ruedi Stäger den Hut nehmen. Der neue starke Mann beim FCL heisst seither Phlipp Studhalter. Der Luzerner Anwalt ist nun nicht mehr nur Präsident der FCL-Holding, sondern auch des Clubs.

Ruedi Stäger und Philipp Studhalter geben den Medien anfangs Juni 2016 Auskunft über Stägers Abgang.

Ruedi Stäger und Philipp Studhalter geben den Medien anfangs Juni 2016 Auskunft über Stägers Abgang.

(Bild: lwo)

Doch Stäger erfüllte die an ihn gerichteten Erwartungen zu wenig. Es gelang ihm nicht, den FCL finanziell wieder auf gesunde Beine zu stellen. «Es ist mir nicht in genügendem Ausmass gelungen, Mäzene zu finden, die dem FCL finanziell unter die Arme greifen. Das habe ich unterschätzt», räumte Stäger damals ein (hier gehts zum Artikel).

Mehr Gelder aufzutreiben wäre aber dringend nötig: Jährlich fehlen in der Vereinskasse rund 2 Millionen Franken. Diese werden jeweils vom FCL-Verwaltungsrat rund um Hauptaktionär und Stadion-Namensgeber Bernhard Alpstaeg, Philipp Studhalter, Samih Sawiris, Marco Sieber, Josef Bieri und Hans Schmid gedeckt. Davon hat der Verwaltungsrat aber genug

Oder wie es Philipp Studhalter an Stägers Absetzungs-Pressekonferenz sagte: «Wir haben eine sensationelle Saison hinter uns. Nun aber müssen wir uns auch langfristig entwickeln. Ich will den ganzen Club überblicken und versuchen, mehr Effizienz hinzubringen.» Laut Studhalter kamen die FCL-Bosse auch zur Einsicht, dass «der FCL nicht in einem 60-Prozent-Pensum geführt werden kann»

Hinweis: zentralplus hat mit Kälin und Stäger ein Interview geführt, hier gehts zum Artikel samt Videos und Kommentar!

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