Neuer Doku-Film zum Zuger Attentat wühlt auf
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Der Polizeieinsatz nach dem Attentat wurde im Studio inszeniert. (Bild: SRF)

Ab 26. August in den Zuger Kinos zu sehen Neuer Doku-Film zum Zuger Attentat wühlt auf

3 min Lesezeit 2 Kommentare 20.08.2021, 11:00 Uhr

Zum 20. Jahrestag des Attentats im Zuger Kantonsrat hat das Schweizer Fernsehen einen Doku-Film realisiert. Am Donnerstag wurde dieser den mitwirkenden Betroffenen und der Produktionscrew erstmals vorgeführt und hat gezeigt, dass das Trauma auch zwanzig Jahre später immer noch tief greift.

Mit langer, betroffener Stille reagierte das Publikum im Kino Gotthard auf die Vorführung des SRF-Doku-Films «Es geschah am … 27. September 2001». Die Bilder der Ereignisse und die Schilderungen von Überlebenden des Attentats im Zuger Kantonsrat und von anderen Zeitzeugen gehen auch 20 Jahren später noch unter die Haut.

Unter den Premierengästen waren auch die ehemaligen Kantonsratsmitglieder Josef Lang, Manuela Weichelt und Moritz Schmid, die das Attentat überlebt haben sowie der damalige Standesweibel Paul Langenegger, der die Ereignisse hautnah miterlebte. Eindrücklich schildern sie in den Interviews ihre Eindrücke und Emotionen während dieser schrecklichen Momente und wie sie damit umgegangen sind. Auch die Angehörigen des getöteten Karl Gretener, die im Film über den Verlust ihres Ehemannes und Vaters sprechen, wohnten der Vorführung bei. «Es gab viele Momente beim Zuschauen, wo es mich durchgeschüttelt hat», sagte Annemarie Gretener, «aber für uns als Familie ist dieser Film ein weiterer Schritt in der Verarbeitung der Ereignisse.»

Teilweise im Studio nachgespielt

Im Film zu Wort kommen auch Polizisten, die damals an vorderster Front im Einsatz waren, die Leiterin des Careteams und Pfarrer Alfredo Sacchi, der die Trauerfeier mitgestaltete. Verantwortlich für die Produktion ist der Zuger Rolf Elsener (zentralplus berichtete), Regie führte Daniel von Aarburg. Die Interviews mit den Zeitzeugen und die dokumentarischen Aufnahmen aus der damaligen Fernsehberichterstattung werden mit nachgespielten Szenen gemischt. Unter anderem zeigen diese den Tag aus der Sicht einer Radioreporterin, die aus dem Kantonsrat berichtete. Sie vernahm die Schüsse über Lautsprecher in einem Büro über dem Parlamentssaal. Das eigentliche Attentat wird im Film nicht gezeigt, in stilisierter Kulisse nachgestellt hingegen der Einsatz der Polizei am Tatort.

Der Attentäter bekommt weder Gesicht noch Namen, steht aber teilweise trotzdem im Fokus. Seine Vorgeschichte, seine Biografie und seine Motive werden am Rande thematisiert. Wie er bei der Vorbereitung und auf dem Weg zur Tat gezeigt wird – mit dramatischer Musik unterlegt – ist allerdings schwer zu ertragen.

Einfühlsam umgesetzt

«Im Zentrum steht die Frage, wie Angehörige und Beteiligte sich nach einem solch traumatischen Einschnitt ein neues Leben aufbauen konnten», schreibt SRF in einer Medienmitteilung. Die Mitwirkenden zeigen eindrucksvoll, wie ihnen das gelungen ist. Dass es daneben auch Schicksale von Überlebenden gibt, die das Trauma nicht so überwinden konnten und noch immer an den Folgen leiden, kommt zumindest teilweise zum Ausdruck.

«Vertrauen ist ein wichtiger Wert in dieser Geschichte», sagte Produzent Rolf Elsener zu Beginn der Vorpremiere. Die Reaktionen der Mitwirkenden zeigte, dass sie nicht enttäuscht worden sind. Mit Wiedergabe der Ereignisse oder dem Zusammenschnitt ihrer Statements waren sie durchwegs einverstanden. Und die meisten bewunderten die handwerklich gekonnte Umsetzung des Films.

Ab 26. August wird der Doku-Film in den Zuger Kinos zu sehen sein, ab 2. September auf der Streamingplattform Play Suisse. Auf SRF 1 ist «Es geschah am …» am Sonntag, 12. September um 20.10 Uhr programmiert.

Nationalrätin Manuela Weichelt im Gespräch mit Filmproduzent Rolf Elsener bei der Vorpremiere im Kino Gotthard.

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2 Kommentare
  1. Bürkli, 20.08.2021, 17:53 Uhr

    Frau Weichelt hat sich schon im Dokfilm von 2006 zum Attentat geäussert und mir ist eine ihrer Aussagen sehr geblieben: Kinder müssten unbedingt mehrere Bezugspersonen haben, denen sie vertrauen, denn es könne einfach sein, dass man als Eltern durch einen Unglücksfall plötzlich nicht mehr da sei (paraphrasiert aus der Erinnerung). Diese Aussage ist in mein Weltbild übergegangen und ich denke heute oft daran.

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  2. mebinger, 20.08.2021, 16:32 Uhr

    Ist das jetzt wirklich auch noch notwendig, genügt es nicht, dass das Fernsehen mit ihrer Hysterie rund um Corona Angst und Schrecken verbreitet, muss jetzt auch noch das Attentat aufgewärmt werden? Ich wiederhole mich gerne als Betroffener. Leihbacher hat meinen Glauben an die Gesellschaft nicht tangiert! Er hat mich stark gemacht. Meinen Glauben zerstört haben mich diese Corona-Massnahmen und wie die Medien zusammen mit der Politik die Gesellschaft im Moment demontieren und unsere Jugend traumatisieren und ihr die Zukunft zerstören, von den tausenden von Toten, welche die Corona-Politik zu verantworten hat, rede ich nicht einmal! Was momentan abläuft beeinträchtigt massiv! Alles an was ich glaubte wurde mit Füssen getreten. Ich habe mich von der Gesellschaft zurückgezogen. Die Politik wird mich nie mehr sehen und an Anlässen werde ich erst wieder teilnehmen, wenn diese Masken verschwunden sind, dass die Politik Werte und Verantwortung vertritt, daran glaube ich definitiv nicht mehr!

    Gut ich muss gestehen, dass ich von SRF weniger als nichts halte und ihr nicht zutraue diese Dokufiktion verantwortungsvoll zu machen. Aber was klar und deutlich gesagt werden muss ist, dass das Aggressionspotential in breiten Bevölkerungskreisen im Moment enorm ist, weil sie die Nase voll haben von diesen meiner Ansicht nach völlig übertriebenen (Und ich bin mit dieser Meinung schon lange nicht mehr alleine) unnötigen Massnahmen. In dieser Zeit über ein Attentat einen Film zu machen ist verantwortungslos. Wir haben sehr viele völlig Verzweifelte, die dank der Politik (nicht wegen Corona) ihre Existenz verloren haben! Ich bete zu Gott, dass keiner auf dumme Gedanken kommt!

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