Weitere Massnahmen des Bundesrates: Das ändert sich für Zugerinnen und Luzerner
  • Politik
Bundesrat Alain Berset als er Ende März zu Besuch in Luzern war. (Bild: Archivbild: Fabian Biasio)

Steigende Corona-Fallzahlen Weitere Massnahmen des Bundesrates: Das ändert sich für Zugerinnen und Luzerner

4 min Lesezeit 11 Kommentare 18.10.2020, 14:22 Uhr

Der Bundesrat hat sich am Sonntag zur Krisensitzung getroffen. Ab Montag gilt schweizweit Maskentragpflicht in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden, ebenfalls bei privaten Treffen von mehr als 15 Personen.

Die Corona-Fallzahlen steigen schweizweit rasant. Deswegen hat der Bundesrat für diesen Sonntag eine Krisensitzung einberufen. Am Sonntagnachmittag haben Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Gesundheitsminister Alain Berset die Öffentlichkeit informiert. Dabei hat er weitere Massnahmen im Kampf gegen Covid-19 beschlossen.

1. Schweizweit gilt Maskenpflicht in allen öffentlich zugänglichen Räumen

Wer im öffentlichen Verkehr unterwegs und älter als 12 Jahre ist, muss seit dem 6. Juli eine Gesichtsmaske tragen. Diese Pflicht wird ab Montag, 19. Oktober neu auf Personen ausgedehnt, die sich auf Perrons oder in Bahnhöfen, Flughäfen oder anderen Zugangsorten des öffentlichen Verkehrs aufhalten.

Zusätzlich gilt neu auch in öffentlich zugänglichen Innenräumen eine Maskentragpflicht, zum Beispiel in Geschäften, Einkaufszentren, Banken, Poststellen, Museen, Bibliotheken, Kinos, Theatern, Konzertlokalen, Innenräumen von zoologischen und botanischen Gärten und Tierparks, Restaurants, Bars, Discos, Spielsalons, Hotels (mit Ausnahme der Gästezimmer), Eingangs- und Garderobenräume von Schwimmbädern, Sportanlagen und Fitnesszentren, in Arztpraxen, Spitälern, Kirchen und religiösen Einrichtungen, Beratungsstellen und Quartierräumen. Ebenso gilt eine Maskentragpflicht in jenen Teilen der öffentlichen Verwaltung, die dem Publikum zugänglich sind.

Die Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske gilt in obligatorischen Schulen, Schulen der Sekundarstufe II und der Tertiärstufe, in Institutionen der familienergänzenden Kinderbetreuung sowie in den Trainingsbereichen von Sport- und Fitnesseinrichtungen nur dann, wenn sie im betreffenden Schutzkonzept vorgesehen ist.

Im Kanton Luzern gilt bereits seit Samstag eine Maskenpflicht in fast allen öffentlichen Gebäuden (zentralplus berichtete). In Luzerner Clubs, Bars und Restaurants kam man am Samstag noch oben ohne rein. Hier geht der Bundesrat weiter, ab Montag gilt schweizweit in Discos, Bars und Restaurants eine Maskenpflicht.

Im Kanton Zug gilt seit dem 10. Oktober eine Maskentragepflicht für Verkaufslokale und Einkaufszentren sowie für Mitarbeitende von Restaurationsbetrieben (zentralplus berichtete).

2. Das gilt für private Anlässe

Der Luzerner Gesundheitsdirektor sagte am Freitag, dass er davon ausgehe, dass sie demnächst eine Zahl definieren werden, die festlegt, ab wann man bei privaten Veranstaltungen Masken tragen muss (zentralplus berichtete). Konkrete Massnahmen hat die Luzerner Regierung dazu am Freitag noch nicht kommuniziert.

Der Bundesrat geht hier weiter: Da sich viele Personen an Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis mit dem Coronavirus anstecken würden, sollten diese Veranstaltungen möglichst vermieden werden.

An privaten Veranstaltungen mit über 15 Personen darf künftig nur sitzend konsumiert werden. Wer nicht an seinem Platz sitzt, muss eine Maske tragen. Ausserdem müssen die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten und die Kontaktdaten erhoben werden. Private Veranstaltungen mit über 100 Personen müssen analog den öffentlichen Veranstaltungen über ein Schutzkonzept verfügen, sie dürfen zudem nur in öffentlich zugänglichen Einrichtungen durchgeführt werden.

3. Das gilt für spontane Menschenansammlungen im öffentlichen Raum

Der Bundesrat trifft weiter Massnamen bei spontanen Menschenansammlungen. Im öffentlichen Raum sind spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen verboten, namentlich auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen und in Parkanlagen.

Damit solle insbesondere verhindert werden, dass private Anlässe in den öffentlichen Raum verlagert werden. Organisierte Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind mit den entsprechenden Schutzmassnahmen weiterhin erlaubt, etwa politische und zivilgesellschaftliche Kundgebungen.

4. Das musst du beim Restaurant- oder Clubbesuch beachten

Künftig ist zudem das Konsumieren von Speisen und Getränken in Restaurants und Ausgehlokalen wie Bars oder Clubs nur noch sitzend erlaubt, unabhängig davon, ob in Innenräumen oder im Freien.

5. Bundesrat empfiehlt Homeoffice

Der Bundesrat hat zudem die «Covid-19-Verordnung besondere Lage» mit einem Absatz zum Homeoffice ergänzt. Arbeitgeber sind verpflichtet, die Homeoffice-Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit zu beachten. Mit dem Arbeiten zu Hause könnten grössere Menschenansammlungen vor allem zu Stosszeiten vermieden und enge Kontakte am Arbeitsplatz reduziert werden. Zudem wird das Risiko vermindert, dass bei einem Covid-19-Fall ganze Arbeitsteams in Quarantäne müssen.

Die Federführung der Bewältigung der Covid-19-Epidemie in der Schweiz liegt seit dem 19. Juni 2020 bei den Kantonen. Der Bund erwartet von den Kantonen, weiterhin breit zu testen, ein lückenloses Contact Tracing sicherzustellen und mit gezielten Massnahmen zur Bekämpfung der Epidemie beizutragen.

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11 Kommentare
  1. Guliver, 18.10.2020, 17:59 Uhr

    Ob sich die Kantonale Verwaltung des Kantons Zug darüber im klaren ist, dass in den meisten ihrer Räumlichkeiten nun eine Maskenpflicht gilt? Wohl eher nicht, so wie dort mit der Krise umgegangen wird.

    1. Guellemaetteli, 18.10.2020, 21:31 Uhr

      Ich denke die meisten haben kaum Probleme bei Ihrem Büroschlaf, ob mit oder ohne Maske.

    2. Guellemaetteli, 18.10.2020, 21:34 Uhr

      Ach ja, und einige haben auch noch Kinder zuhause – da schlafen sie besser und sicherer im Büro als im Homeoffice. Mit und ohne Maske.

    3. Sandra Klein, 18.10.2020, 22:16 Uhr

      @Guellemaetteli: Wa shaben Sie denn für ein Problem mit den Behörden, dass Sie sich so abfällig äussern?

    4. Guellemaetteli, 19.10.2020, 09:33 Uhr

      @Sandra Klein
      Sie haben recht, ich bin der Meinung dass unsere Behörden weitgehend nicht viel taugen. Nur ein Beispiel: Im BAG sitzen 600 gut bezahlte Staatsangestellte und wenn dann mal ein Problem (z.B. Covid-19) auftaucht, dann kommt die ganze „Fähigkeit“ ans licht.

    5. CScherrer, 19.10.2020, 09:40 Uhr

      @Guellemaetteli: Sie schreiben einfach nur frustrierten Nonsens. Ego, kommt bei Ihnen gar nicht’s Gescheites raus. Ihre abstruse Theorie von wegen EU-Zugehörigkeit ist nicht zu überbieten. Nomen et omen?

    6. Sandra Klein, 19.10.2020, 10:59 Uhr

      @Guellemaetteli: Und was hat das BAG mit dem Kanton Zug zu tun? Haben Sie da auch Beispiele, oder haben Sie einfach eine pauschale Abneigung gegen Staatsangestellte?

    7. Guellemaetteli, 19.10.2020, 11:31 Uhr

      @Sandra Klein
      Was den Kanton Zug betrifft so könnte ich alleine mit meinen persönlichen Erfahrungen mit dem Strassenverkehrsamt eine Excel-Tabelle führen.

    8. Guellemaetteli, 19.10.2020, 15:51 Uhr

      @CScherrer
      Ich bin Informatiker und liebe die digitale Technologie, und nichts desto trotz glaube an eine gewisse Verspätung was 1984 betrifft.

  2. Roberto Graf, 18.10.2020, 17:44 Uhr

    Und in der Kantonalen Verwaltung des Kantons Zug, dauert es jetzt wohl wieder 2 Wochen, bis Homeoffice erlaubt oder angeordnet wird. Schnell ist anders! Zudem treffen sich jetzt am Montag alle schön wieder im Büro, so dass man sich vor dem Homeoffice nochmal sieht 🤦

  3. Guellemaetteli, 18.10.2020, 17:13 Uhr

    Ist das eine Übung zur Vorbereitung des Volkes auf die EU-Zugehörigkeit nach dem ja zum Rahmenabkommen?

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