Neue Gespräche zur Umnutzung des alten Luzerner Krematoriums laufen
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Das Areal des alten Krematoriums soll umgenutzt werden. Nur wie? (Bild: wia)

Kräuterbeete als erste Zeichen des Umbruchs Neue Gespräche zur Umnutzung des alten Luzerner Krematoriums laufen

4 min Lesezeit 3 Kommentare 09.12.2020, 15:14 Uhr

Vor eineinhalb Jahren nahm die Stadt Luzern Ideen entgegen, wie man das Areal des alten Krematoriums im Friedental umnutzen könnte. Keines der Projekte kam durch. Nun führt die Stadt erneut Verhandlungen mit Interessenten.

Über dem Gelände des alten Krematoriums im Friedental scheint die blasse Wintersonne. Eine Katze sitzt auf einer Steinplatte zwischen den langen Beeten und wartet gespannt, bis sich die winzige Maus vor ihr bewegt. Abgesehen davon ist es still in der idyllischen Parkanlage mit ihren Brunnen und Teichen. Zu still, so ist man sich einig.

Die Stadt Luzern sowie die Stiftung Luzerner Feuerbestattung, der das Gebäude gehört, lancierten nämlich im Frühling 2019 eine Ausschreibung zur Umnutzung des Krematoriums inklusive dessen Umgebung. Die fünf daraufhin eingereichten Projekte wurden als zu wenig ausgereift taxiert und abgewiesen (zentralplus berichtete).

Büsi und Beete. Daneben gibt es hier noch wenig zu sehen.

Es wird neu verhandelt

Wie das alte Krematorium und die umliegenden Flächen künftig genutzt werden sollen, ist folglich auch rund ein Jahr später nicht klar, erklärt Cornel Suter, der Leiter der Luzerner Stadtgärtnerei auf Anfrage. Aber: «Wir sind mit weiteren interessierten Personen und Organisationen im Gespräch und in Verhandlungen.»

Suter erklärt, warum die Gespräche etwas länger dauern: «Der Prozess läuft auf verschiedenen Ebenen, also sowohl mit der Stiftung Luzerner Feuerbestattungen als auch mit der Stadt intern, da ein Grossteil der Umgebungsfläche auf städtischem Grund liegt. Die interessierten Organisationen möchten jeweils beides nutzen, sowohl Aussenraum als auch Krematorium.» Dass in der Zwischenzeit auch noch Corona ins Spiel kam, verzögerte die Sache zusätzlich.

Eile habe man keine, betont Suter jedoch. Noch bestehe kein dringender Handlungsbedarf. Die Anlage sei nach wie vor in gutem Zustand.

Konzerte ja, Partys nein

Details über die Interessenten sowie die gewünschten Nutzungen verrät der Leiter der Stadtgärtnerei nicht. «Doch sind die Rahmenbedingungen immer noch dieselben wie jene in der Ausschreibung. Wir reden also nicht davon, dass das alte Krematorium zum Partylokal werden soll. Eher sind wir interessiert an einer kulturellen Nutzung, bei der etwa Konzerte oder Theater möglich werden.» Auch sei eine Nutzung im Zusammenhang mit Sterben und Tod denkbar oder aber eine Art Haus der Religionen. Weiter ist eine Parkanlage oder eine gärtnerische Nutzung möglich.

Dass das Gelände derzeit brachliegt, ist schade.

Letzteres hat im Frühling ja bereits mit dem Verein Kräuterei Einzug gehalten. Dessen Mitglieder haben auf dem Areal einen Kräutergarten angelegt. Tatsächlich: Neben den vielen brachliegenden Beeten und Wiesen ist auf einem Teil des Geländes, selbst unter der dünnen Schneedecke, ein Kräutergarten erkennbar. Der Rosmarinstrauch und die Salbeistaude sehen noch ganz glücklich aus. Anders die Echinacea-Pflanze, der die Kälte offensichtlich zu schaffen gemacht hat.

Erste Heilkräuter wurden bereits geerntet

Lucia Oppermann, Jeannine Zihlmann und Elis Reusser sind die Initiantinnen der Kräuterei. Zihlmann erklärt auf Anfrage: «Seit letztem Frühling sind wir daran, den Kräutergarten aufzubauen. Während des Jahres haben wir ausserdem Gartentage für Interessierte durchgeführt.»

Grundidee des Projekts sei es, die Bevölkerung näher an das Thema Kräuter heranzubringen, so die Hobby-Gärtnerin. «Inspiriert hat uns das Gemüseabo-System, das es bereits gibt. Die Leute kaufen regionales Gemüse gewisser Bauern und helfen bei diesen auch auf dem Feld mit. Die Landwirte haben damit die Sicherheit, dass sie Abnehmer für ihr Gemüse finden. Wir waren der Ansicht, dass man so etwas auch mit Kräutern machen könnte.» Auch wenn die Kräuterei noch in den Startlöchern stecke.

Der Salbei trotzt den kühlen Temperaturen. (Bild: wia)

Das Team der Kräuterei habe jedoch einige Ideen, so lässt es verlauten. So kann man sich unter vielem anderem vorstellen, dass künftig etwa Führungen oder Workshops veranstaltet werden.

Zeit für die Umsetzung solcher Ideen hat der Verein Kräuterei noch genug. «Der Gebrauchsleihvertrag mit der Stadt läuft noch während drei Jahren. Was nachher passiert, wissen wir nicht», so Zihlmann. Der Kräutergarten wurde letzte Woche eingewintert, im Frühling geht das Gärtnern weiter.

Bis dahin werde jedoch im Hintergrund fleissig weitergearbeitet. Das Team sei derzeit dabei, sich breiter aufzustellen und an den Feinheiten des Konzepts zu arbeiten, um das Projekt im Frühjahr voranzutreiben.

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3 Kommentare
  1. Andrea, 10.12.2020, 08:39 Uhr

    Wiedereröffnung? Corona.

  2. CScherrer, 09.12.2020, 18:24 Uhr

    Macht daraus ein Kifferparadies.

  3. H. Muster, 09.12.2020, 17:32 Uhr

    Das Gericht sucht einen neuen Standort, ebenfalls das Luzerner Theater!

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