Kultur

Freiwillig 2G statt Maskenpflicht
Neue Corona-Regeln: Luzerner Nachtclubs sind erleichtert

  • Lesezeit: 3 min
  • Kommentare: 4
Das Luzerner Nachtleben ist erleichtert über die neuen Massnahmen – so auch Philipp Kathriner, Geschäftsleiter des «Rok».
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Das Luzerner Nachtleben ist erleichtert über die neuen Massnahmen – so auch Philipp Kathriner, Geschäftsleiter des «Rok». (Bild: Unsplash/@daveyjay/zvg)

Die vorgeschlagenen Corona-Massnahmen des Bundes haben im Luzerner Kultur- und Nachtleben für Empörung gesorgt. Für die betroffenen Betriebe wären diese einem «Berufsverbot» gleichgekommen. Das Entgegenkommen des Bundes löst nun eine Welle der Erleichterung aus.

Das Luzerner Nachtleben schluckte leer, als die Vorschläge für die neuen Massnahmen publik wurden. Maskenpflicht in einem Club? Für viele undenkbar (zentralplus berichtete). Bei den definitiven Massnahmen kam der Bund den Club- und Barbesitzern etwas entgegen: Wer keine Maskenpflicht will, kann freiwillig die 2G-Pflicht einführen (zentralplus berichtete).

Erleichtert, doch immer noch angespannt

Ein Befreiungsschlag für das gebeutelte Schweizer Nachtleben. Alexander Büchi, Pressesprecher der Schweizerischen Bar- und Clubkommission, kommentiert in einer Mitteilung: «Somit kann das für das finanzielle Überleben so wichtige Festtagsgeschäft, normalerweise werden in den Monaten November bis Dezember bis zu 40 Prozent des Jahresumsatzes erzielt, zumindest teilweise gerettet werden.»

Trotzdem seien die Clubs damit nicht automatisch über dem Berg. Man rechne auch weiterhin mit Umsatzeinbussen. Deshalb fordert Büchi «eine Weiterführung der flankierenden Entschädigungsmassnahmen im Kulturbereich». Weiter soll das Parlament die Härtefallgelder an die Dauer der jeweiligen wirtschaftlichen Einschränkungen der Unternehmen anpassen.

«Wenn das die einzige Möglichkeit ist, den Betrieb offen zu halten, ergreifen wir sie.»

Philipp Kathriner, Geschäftsleiter des «Rok»

Zudem müsse man immer noch die Entscheidungen der Kantone abwarten. Büchi hofft, dass kein «kantonaler Flickenteppich» entsteht. Sonst bestehe Gefahr, dass junge Menschen einfach in den Nachbarkanton in den Ausgang gehen. Auch wird das den örtlichen öffentlichen Verkehr auf Trab halten. Auf Anfrage von zentralplus bestätigt der Mediensprecher der Verkehrsbetriebe Luzern, dass bei etwaigen Schliessungen die Nachtbusse wieder wegfallen könnten.

Luzerner Nachtleben ist erleichtert

Philipp Kathriner, Geschäftsführer des «Rok» an der Seidenstrasse, zeigt sich erleichtert über die Anpassungen: «Wir werden bei den Veranstaltungen klar auf 2G setzen.» Auch er war der Meinung, dass die zuerst kommunizierten Massnahmen von einer strengen Indoor-Maskenpflicht einem Berufsverbot gleichgekommen wäre. «Nun haben wir die Option weiterzumachen. Auch wenn dies leider auf Kosten derjenigen geht, die bisher nur ein Test-Zertifikat hatten.»

Fühlen sich die Gäste durch die freiwillige Einführung der 2G-Regeln nicht auf den Schlips getreten? «Uns ist bewusst, dass wir dadurch weniger Kunden haben werden. Aber wenn das die einzige Möglichkeit ist, den Betrieb offen zu halten, ergreifen wir sie», entgegnet Kathriner. Zudem seien von ihren Gästen bereits vor den kommenden Massnahmen viele genesen oder geimpft gewesen. 

Kontrolle zu Beginn eine Herausforderung

Die Verschärfungen haben aber auch durchaus ihre Tücken. Kathriner vermutet wie Philipp Waldis, dass nun junge Menschen ohne 2G vermehrt in den eigenen vier Wänden feiern: «Da wird dann halt weniger auf Schutzmassnahmen geachtet. In einem Club wären stattdessen professionelle Kontrollen durchgeführt worden.»

Wie diese Kontrollen letztlich umgesetzt werden, dürfte noch zu reden geben. Da die Zertifikat-Prüf-App erst per 13. Dezember auf 2G angepasst wird, müssen die ersten Kontrollen noch manuell gemacht werden. Gemäss Alexander Büchi sei es «aufgrund fehlender Erfahrungswerte unklar, wie die Gäste auf diese Massnahmen reagieren werden.»

Auch zeigt sich Kathriner nicht ganz so optimistisch wie Büchi, was die Motivation zum Impfen angeht. Gemäss Büchi könnten diese Massnahmen durchaus einige Personen zum Piks bewegen. Der Rok-Geschäftsleiter ist da etwas skeptischer. «Aber es wird sicher wieder einige Leute zum Nachdenken anregen», so Kathriner.

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4 Kommentare
  1. Hegard, 03.12.2021, 15:59 Uhr

    Ich werde mir die 2 G
    Clups merken und in Zukunft meiden

    2 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 1 👎 Daumen runter
    1. Superhelga, 03.12.2021, 17:40 Uhr

      Super, Keine Schwurbler Hegards mehr.

      0 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 2 👎 Daumen runter
      1. Fabrizio, 03.12.2021, 22:56 Uhr

        Bestens ein weiterer Grund mit solchen “Moralisten” nichts mehr zutun zu haben.

        1 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
    2. Berti, 03.12.2021, 18:17 Uhr

      Super! Dann muss ich mich nicht mal anstrengen um Sie zu meiden!

      0 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 2 👎 Daumen runter

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