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Neue Busse: Für die ZVB ist der Preis das Wichtigste
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Dieser E-Gelenkbus wird am Mittwoch durch Zug kurven. (Bild: zvg)

Umweltschutz ist drittrangig Neue Busse: Für die ZVB ist der Preis das Wichtigste

3 min Lesezeit 16.07.2019, 05:11 Uhr

Die ZVB haben mit ihrem Verkehrsbetriebe-Verbund entschieden, welche Busse künftig über die Zuger Strassen rollen sollen. Obwohl die Fahrzeuge möglichst billig sein sollten, seien sie auch bezüglich Umwelt die besten.

Brandneu ist er, der MAN Lion’s City 18C. Wie der Name schon andeutet, bringt es der aktuellste Bus der Firma MAN auf 18 Meter Länge. Er wird voraussichtlich schon bald die Zugerinnen und Zuger von A nach B, respektive von Alosen nach Baar bringen. Der deutsche Nutzfahrzeughersteller bekam in einer Busausschreibung der ZVB den Zuschlag.

Zusammen mit vier weiteren Verkehrsbetrieben hat die ZVB seit Ende Januar nach neuen Bussen für 2020 bis 2024 gesucht. Sie schrieben gemeinsam über 100 Fahrzeuge aus. Rund ein Drittel davon ist für die ZVB bestimmt (zentralplus berichtete). Jetzt gaben die ZVB bekannt, wer das Rennen für die drei Modelle gemacht hat.

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MAN und Mercedes kommen zum Zug

Der Zuschlag für den Gelenkbus und den zwölf Meter langen Normalbus ging an MAN. Jeweils drei Mitbewerber stach das Münchner Unternehmen aus. Im Kampf um das dritte Modell, den zehn Meter langen Normalbus, hatte EvoBus die Nase vorne. Die Daimler-Tochter bietet unter anderem Busse der Marke Mercedes an.

Die Busse können zu den ausgehandelten Bedingungen bezogen werden, eine Abnahmepflicht besteht nicht. Im Internet steht schwarz auf weiss, was das konkret bedeutet. Für einen Zehn-Meter-Bus des Modells Mercedes Citaro K muss die ZVB 366’274 Franken auf den Tisch legen. Für einen zwölf Meter langen MAN Lion’s City 12C werden 321’830 Franken fällig. Der Gelenkbus ist für 448’830 Franken zu haben.

Wie in der Formel E

Die für die ZVB bestimmten Busse sind mit der Antriebstechnologie Mild-Hybrid ausgestattet, wie die Zuger Verkehrsbetriebe mitteilen. Man erwarte dadurch deutliche Einsparungen beim Treibstoffverbrauch und entsprechend eine Reduktion der Emissionen, da sie reine Dieselbusse ersetzen sollen.

Die Modelle, die den Zuschlag erhalten, haben beim Umweltkriterium am besten abgeschnitten.»

Karin Fröhlich, Medienverantwortliche ZVB

Mild-Hybrid bedeutet, dass in die Busse neben einem Verbrennungsmotor ein Elektroantrieb eingebaut ist. Dieser wirkt jedoch bloss unterstützend. Rein elektrisch kann der Bus nicht fahren. Dafür nutzt er Bremsenergie, um die Akkus aufzuladen – ähnlich wie in der Formel E, der Elektro-Rennserie.

Preis mit Abstand an der Spitze

Als Grund, weshalb man sich für diese Modelle entschied, nennen die ZVB nicht den Umweltaspekt, sondern den Preis. Der Kriterienkatalog zeigt, dass dieser mit 40 Prozent am höchsten gewichtet wurde. Auf Platz zwei folgt der Kundennutzen. Nur mit einem Anteil von 14 Prozent wurde das Kriterium Umwelt miteinbezogen. Trotzdem sagt die ZVB-Mediensprecherin Karin Fröhlich: «Die Modelle, die den Zuschlag erhalten, haben bei diesem Kriterium am besten abgeschnitten.» Von Seiten von MAN bestätigt man dies. Ein Grund ist, dass die Verkehrsbetriebe den Elektro-Bus von MAN noch nicht kaufen können.

Was nicht ist, kann aber noch werden: Die ZVB können dank der nicht vorhandenen Abnahmepflicht jederzeit auf eine andere Antriebstechnologie, zum Beispiel E-Mobilität, umschwenken. Die aktuelle Ausschreibung lasse dies explizit zu, so die ZVB.

E-Bus in Zug unterwegs

Sobald betrieblich machbar und finanziell tragbar, baue die ZVB die E-Mobilität aus. Letztes Jahr testeten die ZVB gemeinsam mit den VBL erstmals einen Serien-Elektrobus (zentralplus berichtete). Und die nächste Probe aufs Exempel steht vor der Tür: Am Mittwoch kommen Testfahrten mit einem Elektro-Gelenkbus der Marke Hess hinzu.

Am Vormittag wird dieser E-Bus auf der Linie 1 zwischen Zug und Oberägeri eingesetzt. Geprüft werden soll insbesondere die Reichweite auf der Bergstrecke sowie die Stromerzeugung bei der Fahrt ins Tal. Am Nachmittag folgt der Einsatz im Stadtverkehr auf der Linie 6. Der Bus wird auf den regulären Linien alle Haltestellen anfahren, um den Test unter realen Bedingungen durchzuführen.

Ab Herbst 2019 setzt die ZVB mit einem eCitaro von Mercedes ausserdem ihren ersten vollelektrischen Bus in Zug ein. Dies mit dem System Depotlader – die Batterie des Busses wird an der Stromtankstelle im Busdepot aufgeladen. Denn eine Trolleybus-Infrastruktur wie in Luzern gibt es in Zug nicht.

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