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Neue App ermöglicht Reise in die Vergangenheit
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Luzern vom Gütsch aus gesehen: Rund um die historische Altstadt ist die Leuchtenstadt im Vergleich zu 1900 kaum wieder zu erkennen. (Bild: Kilian Bannwart )

Luzern einst und heute Neue App ermöglicht Reise in die Vergangenheit

3 min Lesezeit 14.03.2015, 06:12 Uhr

Die Stadt, der See, die Berge. Luzern war schon immer schön. Trotzdem ging die Zeit an Luzern nicht spurlos vorbei. zentral+ zeigt die Leuchtenstadt und ihre Umgebung im Wandel der Zeit. Eine neue App verhilft dabei alten Postkarten zu neuem Glanz.

Massenkultur, Mobilität, neue Technologien: Die Zeit um die Jahrhundertwende war von besonderer Dynamik, unübersichtlich und scheinbar ordentlich. Eine Epoche voller Gegensätze. Luzern befand sich im Umbruch. Europa und die Schweiz taumelten am Vorabend des Ersten Weltkrieges zwischen Aufbruch und Tradition, Optimismus und Zweifel.

Neue App präsentiert Ortschaften vor 100 Jahren

Ein Blick zurück in jene Zeit ermöglicht die App «Swiss Postcard». Sie präsentiert Ansichtskarten aus Schweizer Ortschaften aus der Zeit um 1900. Entwickelt wurde die Anwendung im Auftrag der Schweizerischen Konferenz der Kantonsbibliotheken. Auch die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern hat Karten aus verschiedenen Gemeinden beigesteuert. So sind darauf historische Postkarten von Horw, Kriens, Emmen, Meggen, Ebikon, Rothenburg und Luzern zu finden (zentral+ berichtete). Im Test überzeugt die schlichte App durch einfache Bedienung und schnörkellose Informationen. Und führt den Betrachter von Heute zurück in die Vergangenheit.

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(Bild: Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern / Kilian Bannwart)

Emmen in Bewegung. Szene um 1911 auf der Seetalstrasse bei der Alten Post, worin sich heute ein mexikanisches Restaurant befindet.

 

Es war die Zeit, in dem die Belle Époque ihre letzten Züge atmete und gleichzeitig auf ihr eigenes Ende zusteuerte. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges setzte der «guten alten Zeit» ein abruptes Ende. Auch in der Schweiz.

Seither haben sich Bevölkerung und Wirtschaft rasant entwickelt. Insbesondere im Grossraum Luzern, wo sich die Bevölkerungszahl verdoppelte, während die städtische Bevölkerung nur langsam zunahm. Heute leben im ganzen Kanton rund 390’000 Menschen. Vor hundert Jahren waren es gerade mal 167’000 (Angaben: Statistik Luzern LUSTAT).

 

(Bild: Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern / Kilian Bannwart)

Horw um 1911. Inzwischen ist das sumpfige Kulturland einem dichten Siedlungsgebiet gewichen.

 

Schon im vorhergehenden Jahrhundert begann der Fremdenverkehr den stillen Flecken zu beleben. Luzern wurde zur beliebten, international frequentierten Destination – die sie noch heute ist. Inzwischen haben sich die Strassen, Plätze und Gebäude aber grundlegend verändert.

Die vielen Jahre gingen nicht spurlos an Luzern vorbei. Verändert hat sich auch der Charakter des Ortes. Im Stadtbild sind die Spuren einer allzu schnellen Entwicklung, die nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt hat, nicht zu übersehen. 

 

(Bild: Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern / Kilian Bannwart)

Der Hirschengraben um 1915. Die alte Kaserne musste dem Verkehr Mitte des 20. Jahrhunderts weichen. Geblieben ist nur der Name des Platzes am Ende der Strasse.

 

Mit dem massiven Bevölkerungswachstum gingen tiefgreifende bauliche und landschaftliche Veränderungen einher. Allerdings wurden in der Stadt Luzern schon vorher massive städtebauliche Veränderungen herbeigeführt.

Zwischen 1833 und 1856 erfolgte die Schleifung der meisten mittelalterlichen Befestigungsanlagen, da diese dem schon damals zunehmenden Verkehr im Wege waren und eine Stadt ohne alte Befestigungsanlagen nach damaliger Ansicht nicht nur als praktischer, sondern auch schöner empfunden wurde. Die Museggmauer mit ihren Türmen behinderte wegen ihrer Lage den Verkehrsfluss nicht – und blieb so im Wesentlichen erhalten. 

 

(Bild: Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern / Kilian Bannwart)

Luzern um die Jahrhundertwende. Rund um die historische Altstadt ist Luzern selbst vom Gütsch aus kaum wieder zu erkennen.

 

Die ehemals ländlich geprägten Gemeinden sind zu Agglomerationskernen der Stadt Luzern geworden. Hier hat sich Luzern in den vergangenen 100 Jahren am meisten verändert. Davon zeugt vor allem der massive Schwund von Kulturland, verursacht durch steigende Bautätigkeit, wiederum angetrieben vom steten Bevölkerungswachstum. Abgelegene Höfe und Weiler wurden nach und nach durch Strassen erschlossen. Heute kommt man mit dem Auto fast überall hin, selbst in die verzweigtesten Täler und kleinsten Ortschaften.

Mittlerweile ist die Siedlungsdichte überall im Talgrund so dicht, dass zwischen den einzelnen Ortschaften kaum mehr grosse Freiflächen bestehen. Ortschaften wachsen zusammen, fusionieren auf politischer Ebene, werden Teil einer übergeordneten räumlichen Struktur. Inzwischen umfasst die Agglomeration der Stadt Luzern Gemeinden, die noch vor nicht allzu langer Zeit zeitlich und räumlich weit weg vom Hauptort waren.

 

(Bild: Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern / Kilian Bannwart)

Kriens um 1904. Früher lose Streusiedlung, heute hohe Siedlungsdichte mit dauernd überlasteter Hauptverkehrsader mitten durch den Ort.

 

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