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Neubau des Spitals Sursee bleibt in der Nähe des Städtchens
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Wo kommt das Kantonsspital Sursee hin? Diese Frage ist weiterhin offen. (Bild: hae)

Standortentscheid fällt Ende 2018 Neubau des Spitals Sursee bleibt in der Nähe des Städtchens

4 min Lesezeit 08.11.2017, 13:44 Uhr

Aus 23 wurden drei: Der Spitalrat des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) hat in Absprache mit dem Luzerner Regierungsrat entschieden, drei Standorte für den ab 2026 geplanten Neubau des Spitals Sursee zu prüfen. Nicht mehr zur Debatte steht ein Umzug nach Nottwil oder Sempach. Hingegen muss das ans Spital angeschlossene Haus für Pflege und Betreuung «Seeblick» auch über die Bücher.

250 Millionen Franken wird der Neubau wohl kosten, erklärte der Spitalrat des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Die Bevölkerungszunahme in der Region Sursee führt zu jährlich steigenden Patientenzahlen am LUKS Sursee. Um weiterhin eine wohnortsnahe, sehr gute medizinische Versorgung zu gewährleisten, braucht das LUKS mehr Platz (zentralplus berichtete).

Die erste Phase der Evaluation ist abgeschlossen, von 23 potenziellen Standorten werden die geeignetsten drei weiterverfolgt. Für einen Neubau des Kantonsspitals Sursee kommen infrage:

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  • Sursee/Spitalstrasse (bisheriger Standort)
  • Sursee/Sandgruebe
  • Schenkon/Schwyzermatte

Alle drei Standorte liegen örtlich nahe beieinander und seien aus heutiger Sicht gleichermassen für ein Neubauprojekt geeignet, informierte das LUKS. «Zugleich gibt es bei allen drei Standorten noch offene Fragen», so Beat Villiger, Spitalratspräsident. Ein anfangs auch evaluierter Umzug nach Nottwil oder Sempach ist damit vom Tisch.

Baustart frühestens 2026

Diverse Fragen bleiben offen, insbesondere zu Bewilligungsverfahren, Anpassung der entsprechenden Zonenpläne oder Verkehrserschliessung. Aber die Grundsituation ist klar, so Villiger: «Die Region Sursee hatte 20 Prozent Bevölkerungszuwachs in den letzten zehn Jahren, Sanierungsbedarf des Spitals besteht ab 2025, frühestens 2026 ist somit Baustart.»

LUKS-Gremium bei der Pressekonferenz (von links): Peter Schilliger, Beat Villiger, Guido Graf und Benno Fuchs.

LUKS-Gremium bei der Pressekonferenz (von links): Peter Schilliger, Beat Villiger, Guido Graf und Benno Fuchs.

(Bild: hae)

Wieso aber ein Neubau? Das erklärte Benno Fuchs, Direktor des Spitals Sursee: «Im bestehenden Gebäude ist ein Umbau nicht möglich, weil sich Medizin und Technik verändert haben. Also muss ein Neubau her.» Und es müsse auch eine bedeutende Vergrösserung sein: «Der Platz reicht nicht mehr, bereits wurden diverse Abteilungen wie für die Nieren- und Krebspatienten, das Venen- und Wundzentrum ausgelagert.»

«Wir brauchen 40’000 Quadratmeter Land. Das ist rund eineinhalb Mal die Fläche des Spitals Wolhusen.»

Peter Schilliger, Vorsitzender des Gremiums

Um in der Region Sursee weiterhin den medizinischen Auftrag erfüllen zu können, braucht das neue Spital eine Grundfläche zwischen 21’000 und 26’000 Quadratmetern Fläche. Derzeit hat das Spital 131 Betten. Daraus werden in Zukunft 157 (im Jahre 2035) und gar 172 (2045) Betten, wie Peter Schilliger, Vorsitzender des LUKS-Gremiums und Vize-Spitalratspräsident, sagte. «Mit den Nebengebäuden, Reservelandflächen und Parkhäusern benötigen wir rund 40’000 Quadratmeter Land. Das ist rund eineinhalb Mal die Fläche des Spitals Wolhusen.»

Die offenen Fragen werden zusammen mit der Stadt Sursee, der Gemeinde Schenkon und dem Kanton geklärt, diese Arbeiten sollen bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Danach werde der Spitalrat die Ergebnisse und das weitere Vorgehen präsentieren.

«Das gut aufgestellte Spital soll weiterhin das grosse Vertrauen der Menschen der Region geniessen können.»

Guido Graf, Regierungspräsident des Kantons Luzern

Guido Graf, Regierungspräsident sowie Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons Luzern, sicherte Unterstützung zu: «Die Boomregion Sursee ist ein Regierungsschwerpunkt des Kantons.» Die Entwicklung, Wirtschaftlichkeit und Erreichbarkeit des Spitals seien dem Kanton enorm wichtig. «Das gut aufgestellte Spital soll weiterhin das grosse Vertrauen der Menschen der Region geniessen können.» 

«Auch wir müssen über die Bücher»: Roger Wicki, Direktor des «Seeblick», rechts das Spital Sursee.

«Auch wir müssen über die Bücher»: Roger Wicki, Direktor des «Seeblick», rechts das Spital Sursee.

(Bild: hae)

Das ans Spital angeschlossene und direkt daneben liegende Haus für Pflege und Betreuung «Seeblick» muss auch über die Bücher. «Wir wollen agieren und nicht reagieren», sagte Roger Wicki, seit 15 Jahren Direktor des «Seeblicks». Wicki hat einen Entwicklungsbericht angestossen, der innert eines Jahrs vorliegen soll, um die Zukunft des Hauses zu sichern. Denn bei einem Neubau des Spitals am alten Platz müsste der «Seeblick» weichen, bei den anderen beiden Standorten müsste der «Seeblick» auch zügeln.

«Seeblick» ist hauptbetroffen

Wicki betrachtet sein Haus als hauptbetroffen. «Für unsere Leitung, aber auch für unsere Mitarbeitenden ist es sehr schwierig, in drei Varianten zu planen.» 2029 wird das Haus für Pflege und Betreuung «Seeblick» 50-jährig. «In den Gemeinden Schenkon und Geuensee haben wir einen enormen Zuwachs von Menschen über 80 Jahren. Für die wollen wir da sein.»

Grösstes Zentrumsspital der Schweiz

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) ist das grösste Zentrumsspital der Schweiz. Es umfasst die Standorte Luzern, Sursee und Wolhusen sowie die Luzerner Höhenklinik Montana. Rund 7’000 Mitarbeitende sorgen rund um die Uhr für das Wohl der Patienten. Das LUKS verfügt über 870 Akutbetten, davon derzeit 131 in Sursee, und versorgt ein Einzugsgebiet mit rund 700’000 Einwohnern. Es behandelt jährlich über 43’000 stationäre Patienten und zählt über 600’000 ambulante Patientenkontakte. Die Kliniken und Institute des LUKS bieten medizinische Leistungen von höchster Qualität.

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