Neubau des Kantonsspitals Wolhusen verzögert sich
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Das Kantonsspital in Wolhusen wird neu gebaut. Ausserdem wird das Versorgungsangebot angepasst. (Bild: zvg)

Versorgungsangebot wird angepasst Neubau des Kantonsspitals Wolhusen verzögert sich

3 min Lesezeit 4 Kommentare 17.03.2021, 13:01 Uhr

Die Baubewilligung für das 2011 vom Luzerner Regierungsrat beschlossene Neubauprojekt des Kantonsspitals in Wolhusen liegt vor. Aufgrund einer Beschwerde gegen die Baubewilligung wird der Baustart aber weiter verzögert. Dafür werden einige Angebote ausgebaut.

Das 1972 erstellte Spitalgebäude des Luzerner Kantonsspitals (Luks) in Wolhusen ist sanierungsbedürftig und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen an einen modernen Spitalbetrieb. 2011 hatte der Regierungsrat deshalb einen Neubau beschlossen und 2014 gemeinsam mit dem Luks über den Projektstart für den Neubau und das geplante Leistungsangebot informiert.

Das im Jahr 2018 präsentierte Siegerprojekt «Paimio» der Planergemeinschaft Nissen Wentzlaff / Ludes Architekten, Basel wird seither weiterverfolgt, wie die Luzerner Gesundheitsdirektion mitteilt. Das Spitalgebäude in Wolhusen soll wie geplant modular gebaut werden, sodass künftige Anpassungen für ambulante und stationäre Angebote einfacher realisiert werden können. Das Projekt soll maximal 110 Millionen Franken kosten, wie der Kanton auf Nachfrage schreibt. Darin nicht eingerechnet sind die Aufwendungen für den Rückbau und die Parkierung.

Beschwerde gegen Baubewilligung führt zu Verzögerung

Die Baubewilligung für das ursprüngliche Bauvorhaben wurde Mitte Februar 2021 durch die Gemeinde Wolhusen erteilt. Mittlerweile ist dagegen aber eine Beschwerde beim Kantonsgericht eingegangen. Diese hat aufschiebende Wirkung für das Projekt und verzögert die Planung.

Auch das Luks selber hat eine Beschwerde gegen die Baubewilligung eingereicht. Diese betrifft jedoch Auflagen zum Helikopterlandeplatz bezüglich Lärmschutz, welche keine direkten Auswirkungen auf das Neubauprojekt haben. Bevor die Beschwerden behandelt sind, lassen sich keine gesicherten Aussagen zum weiteren Zeitplan des Projekts machen.

Neue Rega-Einsatzbasis

Nach eingehender Prüfung beauftragt der Luzerner Regierungsrat nun den Spitalrat, folgendes Leistungsangebot im geplanten Neubau Luks Wolhusen sicherzustellen:

  • Ein Tagesklinisches Zentrum mit Operationssaal, Plätzen für tagesklinische Patientinnen und Patienten, einem Notfallangebot rund um die Uhr und konventionellem Röntgen inklusive CT, MRI und Endoskopie. Weiter wird das Rettungsdienstangebot ausgebaut. Dazu ist auch der Bau einer Rega-Einsatzbasis im Raum Entlebuch/Hinterland geplant.
  • Orthopädiezentrum mit Schwerpunkt Gelenkersatz
  • Ein Rehabilitationszentrum mit Schwerpunkt muskuloskelettale Rehabilitation
  • Betten für stationäre Patientinnen und Patienten, deren Aufenthalt nach einer chirurgischen oder internistischen Behandlung mit dem bestehenden Personal vor Ort sichergestellt werden kann.
  • Geburtshilfe: Diese muss weiterhin angeboten werden. Das GSD lässt medizinisch abklären, ob ausschliesslich hebammengeleitete Geburten möglich sind. Regierungsrat Guido Graf, Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartements, sagt: «Für den Luzerner Regierungsrat hat die Gesundheit von Frau und Kind oberste Priorität. Ziel ist es deshalb, ein Angebot zu schaffen, das den absehbaren Entwicklungen angemessen Rechnung trägt.»

Regierungsrat hebt Wichtigkeit des Standortes hervor

Regierungsrat Guido Graf sagt zum Projekt: «Die Luzerner Regierung bekennt sich zum Spitalstandort Wolhusen aufgrund seiner Bedeutung für die Gesundheitsversorgung und für die Volkswirtschaft in der Region. Der Neubau soll gebaut werden und die Einwohnerinnen und Einwohner im Einzugsgebiet Wolhusen behalten auf der Luzerner Landschaft eine bedarfsorientierte Gesundheitsversorgung.» Deshalb sei der Regierungsrat bereit, die nicht gedeckten so genannten Vorhalteleistungen für die Aufrechterhaltung des Betriebs des Luks Wolhusen zu erhöhen, sofern der Kantonsrat dies im Rahmen des Budgets genehmigt.

Das Leistungsangebot habe zum Ziel, den Betrieb des Luks und damit die Versorgung nahe dem Wohnort auch zukünftig sicherstellen zu können. Dies sei umso wichtiger, da das Luks Wolhusen hervorragend mit externen Leistungserbringern zusammenarbeite, insbesondere mit den Hausärztinnen und Hausärzten sowie mit der Spitex.

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4 Kommentare
  1. Andrea, 17.03.2021, 14:33 Uhr

    Dies ist das Spital Wolhusen!

    Unterhalb des Fotos beschreibt ihr es allerdings als Spital Sursee.

    1. Redaktion Claudio Birnstiel, 17.03.2021, 14:50 Uhr

      Ja, das stimmt. Dort lag der Hund begraben. Vielen Dank, wir haben es angepasst.

  2. Andrea, 17.03.2021, 13:45 Uhr

    Auf dem Foto ist das Spital Wolhusen, nicht Sursee, worüber ihr auch den Artikel schreibt.

    1. Redaktion Claudio Birnstiel, 17.03.2021, 14:09 Uhr

      Danke für die Anregung. Unseres Wissens handelt es sich beim abgebildeten Gebäude um das Spital Wolhusen. Das Foto wurde vom Kantonsspital zur Verfügung gestellt.

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