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Neonazi-Konzert in Willisau: Eine Person mit Einreisesperre ausgewiesen
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In diesem Gebäude in Willisau soll das Konzert stattgefunden haben. (Bild: Google Maps )

Polizei informiert nach Einsatz Neonazi-Konzert in Willisau: Eine Person mit Einreisesperre ausgewiesen

3 min Lesezeit 15.01.2017, 11:47 Uhr

Ein Neonazi-Treffen im Luzerner Hinterland? Auch die Willisauer Stadtpräsidentin war vom Aufmarsch der Rechtsextremen überrascht. Die Polizei hat offenbar eine Person ausser Landes gewiesen.

Für die Polizei wurde es ein langer Einsatz: Am Samstagabend veranstaltete die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) ein Konzert für Rechtsradikale in Willisau (zentralplus berichtete). Der Ort wurde von der Pnos lange geheimgehalten – erst am Samstag Abend um zirka acht Uhr wurde klar, wo das Konzert stattfinden sollte. Es wurde vermutet, dass der Neonazi-Rapper «Makss Damage» auftreten sollte, zudem gab es Hinweise darauf, dass die italienische Rechtsaussen-Band «Bronson» auftreten würde.

Nun informiert die Polizei über ihren Einsatz informiert. «Wir waren den ganzen Abend vor Ort», sagt Mediensprecher Kurt Graf, «und haben den Anlass überwacht. Wir haben den Betreiber des Lokals von Anfang an darüber informiert, dass wir eingreifen würden, wenn es zu illegalen Handlungen kommen würde, also wenn etwa rassistische Inhalte gezeigt würden.» Offenbar hatte die Polizei um 23 Uhr kurz Grund zur Annahme, dass das der Fall sein könnte: «Es wurde Musik gespielt, eine Band ist aufgetreten, und es bestand die Möglichkeit, dass es sich um die italienische Band Bronson handeln könnte.» Als die Polizei zur Kontrolle ins Gebäude trat, «war die Bühne leer», so Graf.

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Bronson war allerdings offenbar da, wie die Gruppe «Antifa Bern» auf Twitter schreibt:

 

 

Deutscher wurde ausgewiesen

Zudem hat die Polizei allerdings eine Person mit einer Einreisesperre aufgegriffen und an die Grenze befördert. Ob es sich bei dem aus Deutschland stammenden Mann um den Neonazi-Rapper «Makss Damage» handelt, dessen Auftritt im Vorfeld vermutet wurde, ist nicht klar. Mediensprecher Kurt Graf sagt: «Wir können nichts über die Person sagen, da die Informationshoheit beim Fedpol liegt.»

Cathy Maret von Fedpol winkt allerdings ab: «Wir können dazu ebenfalls keine Auskunft geben, aus Datenschutzgründen. Nur die Person selber darf dazu Auskunft geben.» Auch darüber, wie lange das Verbot schon bestanden habe, könne sie nichts sagen. Einreiseverbote können offenbar schnell ausgesprochen werden, wenn klar wird, dass eine bestimmte Person sich auf dem Weg in die Schweiz befindet. «Das ist der Sinn der Sache», sagt Maret. «Wenn eine Person ein Gefahr für die innere Sicherheit der Schweiz darstellt, können wir auf Empfehlung des Nachrichtendienstes des Bundes ein Einreiseverbot erlassen. Die Umsetzung liegt dann bei den Kantonen.»

Nach Mitternacht fuhren alle davon

Das Lokal sei fast voll gewesen, sagt Graf, über genaue Zahlen könne er nichts sagen. Die Maximale Anzahl von Besuchern des Cafés liegt bei 180 Leuten.

Zwischenfälle habe es keine gegeben, sagt Graf. Die Konzertbesucher hätten das Lokal nach Mitternacht verlassen. «Sie sind in ihre Autos gestiegen und davongefahren.» Einen Zwischenfall, den die «Luzerner Zeitung» schilderte, kann Graf mittlerweile bestätigen – laut der Zeitung wurde ein Kameramann von Konzertbesuchern bedroht, als er das Gebäude filmen wollte, und flüchtete anschliessend mit dem Auto.

«Der betreffende Journalist hat sich nun bei uns gemeldet: Es seien Personen vom Anlass in normalem Schritttempo auf ihn zugekommen», sagt Graf. «Er sei dann ins Auto gestiegen und davongefahren, habe sich aber zu keiner Zeit bedroht gefühlt. Er werde auch keine Anzeige wegen des Vorfalls einreichen.»

War der Einsatz ein Erfolg? «Da wir den ganzen Abend über den Anlass begleiten mussten, kann man von Erfolg nicht unbedingt sprechen», sagt Graf. «Aber er ist relativ ruhig verlaufen. Es ist wichtig, dass wir bei Anlässen politischer Extreme das Gleichgewicht halten können.»

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