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«Nazareth» liess die Zuger Chollerhalle vibrieren
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«Nazareth» in der Chollerhalle: Rechts Pete Agnew als einziges verbliebenes Original-Bandmitglied am Bass. (Bild: Marc Wermelinger)

Live-Konzert der schottischen Hardrock-Dinos «Nazareth» liess die Zuger Chollerhalle vibrieren

3 min Lesezeit 25.11.2017, 12:14 Uhr

Rock wie in guten alten Zeiten: «Nazareth», eines der Urgesteine des Hardrocks, machten diesen Freitag halt in der Chollerhalle, um alte Gefühle auferwecken zu lassen. Sie lieferten einen Grund, endlich wieder mal die alte Lederjacke aus dem Mottenschrank zu holen. Eine Rezension des einmaligen Konzerts.

Wenn man den Namen Nazareth hört, denkt man wahrscheinlich zuerst mal an Sonntagsschule oder  Religionsunterricht. Vielleicht auch an die Werbung der «Zürich», die «Love hurts» brauchten, um die Liebe des Bünzlis zu seinen Besitztümern zu veranschaulichen.

«Nazareth» ist aber vor allem eine Rock-Legende. Gegründet 1968, waren sie, zusammen mit Hardrock-Grössen wie Black Sabbath, Uriah Heep oder Deep Purple, an vorderster Front dabei, als dieses Genre Form annahm.

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Auch nach so vielen Jahren ist die Musik immer noch zeitlos. Es macht Spass, sie zu hören und vor allem die Band live zu sehen. Auch wenn das nicht ganz selbstverständlich ist. Hätten die Schotten doch 1977 fast mit Lynyrd Skynyrd im Flugzeug gesessen, dass dann abstürzte.

Lauwarmer Anheizer

Aber jetzt ab in die Gegenwart: Auf den Hauptact in der Chollerhalle stimmte Razzmatazz aus Deutschland ein. Die vier Musiker waren rein äusserlich auch schon ein bisschen in die Jahre gekommen. Musikalisch hatten sie allerdings noch ganz viel Saft.

Die Lichtshow der Rocklegenden.

Die Lichtshow der Rocklegenden.

(Bild: Marc Wermelinger)

Die Band gab ihren, wie sie ihn selber betiteln, Ass-Kicking-Hard-Rock zum Besten, und das Publikum bescherte brav Applaus. So richtig Stimmung wollte allerdings nicht aufkommen. Das lag aber eher am Publikum, das wohl lieber gleich «Nazareth» hören wollte, und nicht an der Band. Diverse Versuche, das Publikum anzuheizen, resultierten in vereinzelten «Yeah»-Rufen.

Good Old Times

Nachdem die obligate Umbaupause durch war und die Raucher sich wieder in den Saal begeben hatten, gaben «Nazareth» ihren grossen Auftritt. Die Band, die nächstes Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, ist zwar nicht mehr ganz in der Originalaufstellung wie zu ihren Anfangszeiten.

Sie machen aber immer noch ziemlich Stimmung. Pete Agnew am Bass, das einzige verbliebene Gründungsmitglied der Band, hatte auch nach 50 Jahren immer noch sichtlich Spass auf der Bühne zu stehen und die grössten Hits zum Besten zu geben.

«Kein falscher Ton, keine Abweichungen von den Original-Aufnahmen aus den 70ern.»

Auch der Rest der Band spielte die Songs routiniert und präzise. Kein falscher Ton, keine Abweichungen von den Original-Aufnahmen aus den 70ern. Genau was man sich wünscht um die gute alte Zeit wieder aufleben zu lassen als man im «Dancing» noch den Klammerblues zu «Dream On» getanzt hat.

Hardrock Fans kamen aber ebenfalls nicht zu kurz. Auch die härteren Sachen von Nazareth wurden mit frenetischem Applaus belohnt. Songs wie «Bad Bad Boy» aus den Anfangszeiten der Band gaben Anlass zum tanzen, klatschen und jubeln.

«Nach einer Stunde Nostalgie waren dann alle zufrieden.»

Hardrock im 21. Jahrhundert

Aber auch die alt eingesessenen Fans haben es ins neue Zeitalter geschafft. Bei einem der Mega-Hits von Nazareth – «Love Hurts» – wurden zwar noch vereinzelt ein paar Feuerzeuge in die Höhe gehalten. Vor allem aber sah man Mobil-Telefone, die das ganze Spektakel auf Video festhielten. So merkte man dann immer gleich, welche Songs die Publikumslieblinge waren. Sobald die Bildschirme nach oben gestreckt wurden, wusste man: Es wird ein Hit gespielt.

Nach einer Stunde Nostalgie waren dann alle zufrieden. Die Band weil sie ein gutes Konzert abgeliefert hatten, und das Publikum, weil es ein gutes Konzert erleben durfte und Nazareth noch live gesehen hat, so lange es sie noch gibt.

Die Rock-Urgesteine von nahem, rechts Pete Agnew als einziges verbliebenes Original-Bandmitglied am Bass

Die Rockband von nahem. Rechts Pete Agnew als einziges verbliebenes Original-Bandmitglied am Bass.

(Bild: Marc Wermelinger)

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