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Nationalrätin Andrea Gmür fordert Ende der Synchronisation am TV
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Andrea Gmür sorgt sich um die Fremdsprachenkenntnisse der TV-Zuschauer. (Bild: zvg)

Nur noch SRF-Untertitel sollen deutsch bleiben Nationalrätin Andrea Gmür fordert Ende der Synchronisation am TV

1 min Lesezeit 4 Kommentare 23.12.2018, 11:57 Uhr

Geht es nach Nationalrätin Andrea Gmür, so sollen Filme am Schweizer Fernsehen in ihren Originalsprachen und mit deutschen Untertiteln gesendet werden. Sprachwissenschaftler reagieren positiv auf die Idee, englischsprachige Filme nur noch in der Originalsprache zu senden. 

Die Luzerner Nationalrätin hat laut «Luzerner Zeitung» einen Vorstoss eingereicht, der einschneidende Änderungen für das Fernsehpublikum bringen würde. Englischsprachige Filme sollen laut Andrea Gmür im Schweizer Fernsehen künftig nur noch im Original mit deutschen Untertiteln zu sehen sein.

Auch bei Eigenproduktionen von SRF soll auf die Synchronisation verzichtet werden. Äussert sich Guy Parmelin beispielsweise in einem Beitrag der Tagesschau auf holprigem Englisch, soll dies in der Originalsprache – mit deutschen Untertiteln – gesendet werden.

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Pro Senectute dagegen

Der Vorstoss ist breit abgestützt; Vertreter sämtlicher Parteien haben die Motion unterschrieben. Und auch das Institut für Mehrsprachigkeit der Universität von Freiburg unterstützt ihr Anliegen. Anders sieht dies Pro Senectute: Sie warnt davor, die Senioren abzuhängen.

Andrea Gmür hat sich von den skandinavischen Ländern sowie den Niederlanden inspirieren lassen. Dort laufen englischsprachige Filme sowohl im Kino als auch im Fernsehen in der Originalsprache. Gleichzeitig sprechen die Bewohner dieser Länder so gut Englisch wie niemand aus serhalb der anglofonen Welt.

Für die gelernte Gymnasiallehrerin Gmür ist das kein Zufall. Sie sagt in der LZ: «Auch die Schweiz sollte Fernsehsendungen nutzen, um die Fremdsprachenkenntnisse im Land zu verbessern.» Gerade für die Schweiz als viersprachiges Land sei es eine verpasste Chance, wenn Äusserungen in anderer Sprache ausradiert und synchronisiert würden.

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4 Kommentare
  1. Hans Peter Roth, 13.02.2019, 15:17 Uhr

    Frau Gmür ist wahrscheinlich nicht “happy” ob meines Kommentars. Aber gerade die sich blödsinnig ausbreitenden Anglizismen zeigen, dass in der Schweiz die einheimischen Sprachen geschützt werden müssen und nicht das Englische.

  2. Hans Peter Roth, 13.02.2019, 15:06 Uhr

    Ich halte das für eine Schnapsidee! Abgesehen von den gewichtigen Argumenten der Pro Senectute weise ich darauf hin, dass es im digitalisierten Fernsehen einfach ist, zwei oder mehr Tonkanäle zu einem Film anzubieten. Untertitel sind nur akzeptabel, wenn aus Kostengründen keine Synchronisation in einer Landessprache zur Verfügung steht. Generell finde ich es notwendig, die Landessprachen vor dem imperialistischen Vordringen des Englischen zu schützen. Beispielsweise ärgern mich die blödsinnigen SALE-Schilder an und in den deutsch-schweizerischen Läden enorm. Gerne betrete ich diese Geschäfte und verlange “un chilo di SALE grosso, per favore! ” Werde ich dann entgeistert angestarrt, füge ich dann noch hinzu: “Please respect our native languages!” und hoffe, dass die Verkaufsperson wenigstens jetzt verstanden hat, worum es mir geht.

    1. Michael M., 23.07.2019, 09:55 Uhr

      …wobei in der Regel eine ‘Verkaufsperson’ wohl wenig Einfluss darauf hat, ob nun Sale oder was auch immer angeschrieben wird..?
      Die Sorgen von Pro Senectute darf man sicherlich ernst nehmen. Aber ist es nicht so, dass wenn synchronisiert wird, z.B. aus dem Englischen, wir dann ‘Deutsch’ hören und nicht Mundart..? Also wie wollen sie die einheimischen Sprachen schützen..?

    2. Hans Peter Roth, 28.07.2019, 15:32 Uhr

      @Michael M: Deutschschweizer müssen sich auf die in der Schule gesprochene Standard-Sprache (Schriftdeutsch) einigen. Wenige Schweizer wären mit einer Walliser-Titsch-Synchronisation von Spiderman wirklich glücklich.