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Nationalhymne steht nicht zur Diskussion
  • Politik
Die CVP des Kantons Luzern befürchtet, dass nach Einführung einer neuen Nationalhymne als nächstes die Schweizer Flagge angegriffen würde. (Bild: mag)

Umfrage der Luzerner CVP Nationalhymne steht nicht zur Diskussion

3 min Lesezeit 01.08.2014, 05:02 Uhr

Pünktlich zum 1. August, dem Nationalfeiertag, führte die Luzerner CVP eine Umfrage durch. Soll die Schweiz eine neue Nationalhymne erhalten oder nicht. Geht es nach der Partei, ist der Fall klar  – auch wenn die Umfrage nur auf der eigenen Webseite durchgeführt wurde.

Es ist nur logisch, dass rund um den 1. August die Debatten für oder gegen eine neue Nationalhymne aufgewärmt werden. Überraschend kommt der Vorstoss der Luzerner CVP dennoch, denn die Diskussionen verstummten zuletzt. Unerwartet auch, dass diesbezüglich eine Kantonalpartei vorprescht. Nicht ohne Stolz erklärt Parteisekretär Rico de Bona, wie es zur Idee kam. «Sie wurde aus der Bevölkerung an mich herangetragen. Die eingeholten Rückmeldungen waren positiv und bestärkten mich darin, die Umfrage zu lancieren.» Dass die Resultate zur Umfrage gerade diese Woche vorliegen würden, sei nicht geplant gewesen.

Über 80 Prozent der Teilnehmenden sprachen sich in der Umfrage der Luzerner CVP gegen eine neue Nationalhymne aus. Gerade einmal 16 Prozent stimmten dafür. Zwei Drittel der Befragten finden, dass das Volk über eine neue Hymne entscheiden sollte. Rico de Bona sieht das selber anders: «Ich kann mir keine Volksabstimmung vorstellen.»

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Die CVP wollte von den Teilnehmenden wissen, ob es eine neue Nationalhymne benötige, ob sie sich einen neuen Text oder neue Musik wünschten und welches Organ über eine allfällige neue Hymne entscheiden sollte. Die Erwartungen seien «klar bestätigt» worden, schreibt die CVP in ihrer Mitteilung. Die Auswertung zeige, dass die Bevölkerung an der aktuellen «sehr jungen Hymne» festhalten wolle. Tatsächlich besteht diese Landeshymne erst seit 1981.

Rund 1’300 Personen beteiligten sich an der Umfrage, die eine Woche auf der Homepage der Partei aufgeschaltet blieb. «Ein enormes Echo und hervorragendes Resultat», findet de Bona und fügt an, dass dies das Interesse der Bevölkerung am Thema widerspiegle. Normalerweise beteiligten sich gemäss dem Parteisekretär etwa 500 Personen an ihren Umfragen.

CVP plädiert für Übungsabbruch

Die Umfrage stärkt damit die Kantonalpartei in ihrer Position. Diese fordert jetzt, die Übung sofort abzubrechen. Gemeint ist damit der Künstlerwettbewerb für eine neue Schweizer Nationalhymne, welche die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) Anfang 2014 ausgeschrieben hat. Sie argumentiert, der Text des Schweizerpsalms entspreche nicht mehr der Realität und sei sprachlich «sperrig». Eine Jury, die aus 30 Personen besteht, soll Ende Jahr maximal zehn Beiträge aussortieren. Gemäss der SGG gingen bis zur Eingabefrist Ende Juni 208 Vorschläge aus allen Landesteilen ein – 129 in deutscher Sprache, 60 auf Französisch, 7 auf Italienisch und 10 in Rumantsch.

«Mahnender Fingerzeig»

Die Kantonalpartei hat zusätzlich zur Umfrage ein «Manifest zum 1. August 2014» verfasst. Dieses umfasst «9 Punkte zur Beibehaltung unserer Landeshymne». Zusammen mit den Resultaten der Umfrage will die Partei dieses an ihre Bundesparlamentarier, die Kollegen in den Nachbarkantonen und der Bundeskanzlei weitergeben. «Wir sind vielleicht die Einzigen, die so etwas machen. Aber wir haben schon gewisse Hoffnungen», sagt Parteisekretär de Bona und bezeichnet die Aktion als «mahnenden Fingerzeig». Die Devise der CVP lautet für Rico de Bona: «Alles soll so belassen werden, wie es ist.»

Projekt «CHymne»

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) sucht 2014 eine neue Schweizer Nationalhymne. Das entsprechende Projekt heisst «CHymne». Nur wenige Schweizerinnen und Schweizer würden den Text der Nationalhymne kennen und könnten diese auswendig singen, so die SGG. Der Text sei sprachlich sperrig und nicht mehr der Realität entsprechend, argumentiert sie. Die Schweiz werde in der Nationalhymne nicht in ihrer heutigen politischen und kulturellen Vielfalt abgebildet, heisst es weiter.

Die SGG ist der Überzeugung, dass ein neuer Text, welcher der heutigen Schweiz angemessen sei, der Nationalhymne zu mehr Akzeptanz in der Bevölkerung verhelfe. Als textliche Grundlage für die neue Hymne gelten Inhalt, Sinn und Geist der seit 1999 geltenden Präambel der Schweizerischen Bundesverfassung.

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