Nanu? Schwimmende Exoten im Sempachersee gesichtet
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Solche Koi-Karpfen wurden im Sempachersee gesichtet. Dabei handelt es sich um ausgesetzte Tiere. (Symbolbild: Jason Leung/Unsplash)

Ausgesetzte Koi-Karpfen Nanu? Schwimmende Exoten im Sempachersee gesichtet

2 min Lesezeit 17.10.2020, 09:44 Uhr

Ein Mann wird nicht schlecht gestaunt haben, als er zwei bunte Fische im Sempachersee entdeckt hat. Ein Experte erklärt: Dabei handelt es sich um ausgesetzte Koi-Karpfen.

«Für mich sind die irgendwie zu bunt für einen Innerschweizer See», schreibt ein Facebook-User in der Gruppe «Du besch vo Lozärn, wenn …». Im Sempachersee hat er zwei Fische gesichtet:

Immer wieder werden Koi-Karpfen ausgesetzt

Wie Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei des Kantons Luzern gegenüber zentralplus bestätigt, handelt es sich dabei um Koi-Karpfen. Das sind Rassezüchtungen von Fischarten, die in Asien beheimatet sind. Die Koi-Karpfen im Sempachersee wurden also ausgesetzt, es sind Exoten.

«Es kommt leider immer wieder vor, dass Koi’s oder andere nichtheimische Arten in Luzerner Gewässern ausgesetzt werden», so Ulmann. «Es sind aber nicht nur Fische, sondern auch Reptilien wie beispielsweise Schildkröten und Schlangen, die ‹in die Natur entsorgt werden›, wenn Halterinnen und Halter ihnen überdrüssig geworden sind.» Beispielsweise machten sich auch schon Wasserschildkröten im Gütschweiher breit (zentralplus berichtete).

Eine Gefahr für heimische Fauna?

Wenn es möglich sei und mit vertretbarem Aufwand gemacht werden könne, müssten die Fische eingefangen werden, so Ulmann. «Fängt sich gewollt oder per Zufall ein Exote an der Angel oder im Netz des Berufsfischers, darf er nicht wieder ins Gewässer entlassen werden, sondern muss entnommen und getötet werden.»

Ob die Koi-Karpfen für heimische Fauna eine Gefahr sind, kann Ulmann nicht abschliessend beantworten. «Ob und wie Neophyten – also ausgesetzte, nicht einheimische Pflanzen – oder Neozoen – ausgesetzte, nicht einheimische Tiere – zur Gefahr für andere, heimische Arten, den Lebensraum oder die Biodiversität werden, zeigt sich leider oft erst nach Jahren und Jahrzehnten.»

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