Nächster EVZ-Ausländer darf wieder nichts kosten
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Er trat am Freitag die Reise nach Edmonton an: EVZ-Leihspieler Ryan McLeod. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Nach dem Abgang von Ryan McLeod in die NHL Nächster EVZ-Ausländer darf wieder nichts kosten

3 min Lesezeit 18.12.2020, 18:00 Uhr

Grosse Herausforderung für EVZ-Sportchef Reto Kläy: Der Ersatz für Ryan McLeod (21) muss bereit sein, das Dress der Zuger wie sein Vorgänger zum Nulltarif zu tragen. Und freilich muss er was taugen. Der im Sparmodus befindliche Titelanwärter ist nicht bereit, momentan Geld zu investieren.

Er hat sich getäuscht. Reto Kläy erwartete nicht, dass Ryan McLeod trotz des sich ankündigenden Saisonstarts der NHL von seiner NHL-Organisation Edmonton zurückbeordert wird. Weil der Kanadier noch keine Rolle in der besten Liga der Welt spielen könne.

Dennoch ist es genau so gekommen. Nach vier Toren und sieben Assists in 15 Meisterschaftsspielen für die Zuger ist der Stürmer an diesem Freitag zurück nach Nordamerika geflogen. Und der EVZ-Sportchef steht in der Ausländerfrage wieder am Anfang wie vor Saisonbeginn.

Mit Jan Kovar und den bislang unter den Erwartungen gebliebenen Schweden Carl Klingberg und Eric Thorell hat der EV Zug noch drei Ausländer mit gültigen Verträgen im Team. Deren vier sind in der National League spielberechtigt.

Gesucht: Kopie von McLeod

Also wie weiter? «Wir suchen einen fähigen Spieler, der sich im Schaufenster unserer Liga präsentieren will und keine Kostenfolge für uns hat», erläutert EVZ-Sportchef Reto Kläy das Profil möglicher Kandidaten.

Damit meint er: Auto und Wohnung werden vom EVZ zur Verfügung gestellt. Aber kein Salär bezahlt. So wie das bislang schon bei McLeod der Fall war. Dem «billigsten» Ausländer der Zuger Klubgeschichte.

«Zaubern kann ich aber auch nicht.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Ist diese Klub-Direktive während der Meisterschaft überhaupt umsetzbar? Kläy sagt, dass es momentan viele Spieler auf dem Markt gebe. Es sei nicht total unmöglich, einen fähigen und kostenlosen Spieler zu finden. «Doch zaubern kann ich auch nicht.»

Gradin wird nicht nach oben befördert

Für die Richtungsvorgabe, während der Corona-Krise kein Geld ins Kader zu investieren, hat Reto Kläy dennoch vollstes Verständnis. Er erklärt: «In unserem Unternehmen haben alle Mitarbeitenden, auch jene ausserhalb der EVZ-Garderobe, in einen Lohnverzicht eingewilligt. Da erachte ich als zwingend, kein Geld auszugeben, das nicht zwingend nötig ist. Diesen Aspekt gewichte ich in Zeiten der Corona-Krise höher als den sportlichen.»

Das heisst konkret: Für den EVZ kommt nicht mal ein «Schnäppchen-Ausländer» wie Eero Elo vom Swiss-League-Klub Langenthal in Frage, der gemäss «Watson» bloss ein Salär von 5’000 Franken pro Monat beziehen soll und eine Ausstiegsklausel für einen Wechsel in die National League im Vertrag hat.

«Gradin ist in seiner Entwicklung nicht weiter als ein Schweizer Spieler in dieser Mannschaft.»

Auch die Beförderung von EVZ-Academy-Ausländer Anton Gradin (20) in die 1. Mannschaft schliesst Kläy aus: «Er ist in seiner Entwicklung nicht weiter als ein Schweizer Spieler in dieser Mannschaft.»

Gleiches Szenario mit Thürkauf?

Allerdings gibt es zu diesem Zeitpunkt der Meisterschaft auch keinen Grund, in Nervosität und Aktionismus auszubrechen. Nicht nur, dass der EV Zug in der laufenden Meisterschaft sportlich sehr gut unterwegs ist. Auch ist noch nie eine Meisterschaft der Neuzeit in den nächsten zwei Monaten entschieden worden.

Letztlich bedeutet das: Vielleicht muss der EVZ eine gewisse Zeit mit bloss drei Ausländern überbrücken. Denn wer weiss schon, wie die Welt in ein paar Wochen und erst recht jene der Zuger auf dem Planeten Eishockey ausschauen wird? Vielleicht kann es die EVZ-Führungsriege zu einem späteren Zeitpunkt verantworten, wieder Geld ins Kader zu investieren.

Reto Kläy glaubt nicht, dass ihm nach dem NHL-Abgang von Ryan McLeod noch ein adäquates Szenario mit Calvin Thürkauf (NHL-Vertrag bei Columbus) drohen wird (zentralplus berichtete). Er sagt: «Wäre es so, hätte ich schon ein Signal bekommen.»

Und Reto Kläy schliesst schier aus, dass Ryan McLeod im weiteren Verlauf dieser Saison sein Comeback beim EV Zug geben wird. Auch wenn seine Leistungskurve nach oben zeigte.

Es wäre aber nicht die erste Wendung in dieser Personalie, mit welcher der EVZ-Sportchef nicht gerechnet hätte.

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