Bauchef André Wicki vor dem Casino.
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Bauchef André Wicki vor dem Casino. (Bild: fam)

Kosten für Zuger Theater deutlich höher Nächster Akt bei der Casino-Sanierung

2 min Lesezeit 03.12.2014, 16:45 Uhr

Zwar sind die Balkone beim Theater Casino nun definitiv abgestürzt. Doch auch ohne die umstrittenen Anbauten nimmt das Drama den nächsten Akt. Nun sind es die Baukosten, die aus dem Ruder laufen.

Bei der Sanierung des Theater Casino wird nun doch auf die umstrittenen Balkone (siehe Box) verzichtet. «Wir haben in der Zwischenzeit Gespräche mit den Betroffenen geführt und ihnen den Verzicht auf die Erstellung der Balkone mitgeteilt», bestätigt Bauchef André Wicki. Mit dem Architektenehepaar Ammann, der Anwohnerin Tony Spillmann und Vertretern der Gruppe Freunde Seebad Seeliken waren so die grössten Kritiker der baulichen Änderungen mit dabei. Nötig wurde der Marschhalt nach heftigen Protesten letzten September. Die Stadt liess darauf innerhalb einer Woche alternative Pläne erstellen.

Damalige Berechnungen falsch

Doch Ruhe kehrt damit noch keine ein. Wie heute bekannt wurde, schreibt das Zuger Theater einen neuen Akt. «Während der konkreten Projektierung hat sich gezeigt, dass die damaligen Kostenberechnungen nicht korrekt sind», räumt Wicki ein. «Mit dem Baukredit von über 13,64 Millionen Franken lassen sich nicht alle geplanten Sanierungsmassnahmen umsetzen.»

Projekt stiess auf Kritik

Vor zwei Jahren haben die Stadtzuger für die Sanierung einen Kredit über 13,64 Millionen Franken bewilligt. Das Baudepartement hat daraufhin einen Plan ausgearbeitet, in dem die Fenster sich öffnen liessen und dem Publikum Zugang auf kleine französische Balkone gewährt würde. Diese Balkone hätten 75 Zentimeter über die ursprüngliche Fassade hinausgeragt. Profile wurden dafür keine erstellt, und auch im Baugesuch waren die Balkone nicht explizit erwähnt.

Nach einem empörten Leserbrief der Altstadtbewohnerin Tony Spillmann meldeten sich weitere Kritiker zu Wort, unter anderem der Architekt des Gebäudes, Hans-Peter Ammann, aber auch der Verein «Freunde Seebad Seeliken» oder Hugo Sieber, Architekt und Mitglied des Bauforums Zug. Im August liess das Zuger Bauamt darauf Pläne ohne die Balkone erstellen. Im Anschluss an Gespräche mit den Kritikern hat nun der Stadtrat entschieden, auf die Balkone zu verzichten.

 

Eine zweite Kostenberechnung zeige, dass nun 16,4 Millionen Franken nötig wären. Die Mehrkosten von rund 2,8 Millionen Franken begründet der Bauchef unter anderem mit der Sicherheit. «Die Brandschutzthematik ist anders als bei einem Erweiterungs-Neubau und auch die Erdbebensicherung musste anders angegangen werden. Insgesamt gesehen ist es die Summe vieler Massnahmen, die zur Kostenerhöhung führt», sagt Wicki.

Balkone zu teuer?

Dass eine zweite Kostenberechnung eingeholt werde, sei nicht aussergewöhnlich. «Der Kostenvoranschlag wies eine Genauigkeit von plus/minus 15 Prozent statt der zum Baustart nötigen 10 Prozent auf. Und dann lag bei der Abstimmung im Sommer 2012 noch kein ausgearbeitetes Projekt vor. Dieses musste zuerst erarbeitet werden, um danach die Kosten genauer errechnen zu können.»

Müsste der Verzicht auf die Balkone nicht weitere Einsparungen zur Folge haben? «Das kann man so pauschal nicht sagen», so André Wicki. «Bezüglich der Realisierung hat der Stadtrat eine Abwägung gemacht und ist zum Entschluss gekommen, dass die Kosten der Balkone nicht im Verhältnis zur möglichen Nutzung stehen», begründet Wicki.

Der Zuger Bauchef räumt ein, dass ihn die neuerlichen Projektanpassungen auf dem linken Fuss erwischen. «Natürlich ist die Kostenzunahme ärgerlich. Ich versuche die Knacknuss aber pragmatisch anzugehen.» Noch seien aber keine Ausgaben angefallen, man verfüge nun über eine frühzeitige Kostenwarnung. «Wir haben es in der Hand, was wir effektiv ausgeben wollen.»

Entscheide im Februar

Bis im Februar werden Varianten ausgearbeitet, die eine Sanierung innerhalb des Baukredites ermöglichen. Darauf gestützt wird der Stadtrat entscheiden, ob auf einzelne Sanierungsmassnahmen verzichtet werden muss. «Noch sind wir im Zeitplan», weiss Wicki. Der durch den Zuger Architekten Hans-Peter Ammann erstellte Erweiterungsbau aus dem Jahr 1981 wird ab Mai 2016 saniert. Erneuert werden die Gebäudehülle, die Verglasungen und die Dächer.

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