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Nach Suri-Abgang: Sportchef Kläy buhlt heftig um Grégory Hofmann
  • Sport
Der Schweizer Nationalspieler Reto Suri wird den EVZ nach dieser Saison verlassen. (Bild: EVZ)

Stürmertausch mit den Luganesi bahnt sich an Nach Suri-Abgang: Sportchef Kläy buhlt heftig um Grégory Hofmann

4 min Lesezeit 16.11.2018, 15:09 Uhr

Einen Tag, nachdem Reto Suri (29) die Vertragsofferte des EV Zug definitiv abgelehnt hat, verdichten sich die Anzeichen, dass Luganos Grégory Hofmann (26) vor einem Wechsel in die Zentralschweiz steht. Mit seiner Verpflichtung wäre der Mindestanspruch an EVZ-Sportchef Reto Kläy erfüllt, dass es in der nächsten Saison keinen Qualitätsverlust im Angriff gibt.

Der Abgang von Reto Suri muss jedem, der den EV Zug im Herzen trägt, weh tun. Ihn braucht kein Trainer zu motivieren, das Beste aus sich herauszuholen. Das verlangt der Zürcher von sich selber. Als der Powerflügel vor rund zwei Jahren dazu verdonnert wurde, eine defensive Rolle im Team einzunehmen, hängte sich Suri klaglos rein. So trug er seinen Anteil bei zur ersten Playoff-Finalteilnahme der Zuger seit dem ersten und einzigen Titelgewinn 1998.

In diesem Herbst, als die EVZ-Ausländer vom Verletzungspech verfolgt wurden, übernahm Suri einen schönen Teil der Verantwortung. Mit seinen Leaderqualitäten verhinderte er in einer Mannschaft, die zwischenzeitlich bloss noch einen Ausländer mit Bambus-Händen (Klingberg) und einen zweiten mit steinernen Händen (Widerström) aufbieten konnte, den Absturz in der Tabelle. Nach gut einem Drittel der Qualifikation sind die Zuger mit sieben Punkten Vorsprung auf Rang 9 (Ambri) auf Playoff-Kurs.

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Kläy: «Uns bleibt nur Wehmut»

Nach sieben Saisons ist nun aber finito EVZ. «Reto Suri hat uns am Donnerstag mitgeteilt, dass er unsere Offerte nicht akzeptiert», bestätigt Sportchef Reto Kläy und ergänzt: «Das ist sehr schade.» Der «Blick» will wissen, dass er sich nach dem Ende der laufenden Saison zu einer Zusammenarbeit mit dem HC Lugano entschlossen hat. Selbstverständlich hat Kläy um den Wert des zurzeit intern drittbesten Skorers (4 Tore und 6 Assists in 17 Spielen) gewusst. Darum hat er Suri in diesem Frühjahr nicht schon ins Südtessin ziehen lassen – trotz unterschriftsreifem Vertrag (zentralplus berichtete).

Als ob Kläy nun befürchtet, nun zum Sündenbock der EVZ-Fans zu werden, die verschiedentlich eine Vertragsverlängerung mit Suri forderten, versichert er: «Wir brauchen uns nicht vorwerfen zu lassen, dass wir uns nicht um ihn bemüht hätten. Es gab viele Gespräche, aber Reto Suri ist wohl an einem Punkt in seiner Karriere angekommen, in der er eine Luftveränderung brauchte. Uns bleibt nur Wehmut.»

«Corvi kommt mir höchstens nachts in den Sinn. Da ist Funkstille und darum erfahre ich viel weniger als die Journalisten.»

Reto Kläy, EVZ-Sportchef

Luftveränderung? Eine schöne Floskel für alles und nichts, wie sie wortreiche und gleichzeitig nichtssagende Politiker gerne in den Mund nehmen. Tatsache ist: Suri will seine Karriere mit einem Meistertitel krönen. Und zwar in einer tragenden Rolle. WM-Silbermedaillengewinner ist er 2013 schon geworden, als die Schweizer Nati nicht so viel Talent in den eigenen Reihen hatte wie in diesem Frühjahr. Darum kam für den linken Flügel ausschliesslich ein Wechsel zu einem ambitionierten National-League-Verein infrage. Der HC Lugano verbindet mit dem HC Davos, dem SC Bern und den ZSC Lions die Tatsache, dass nur sie in diesem Jahrtausend auf den Gipfel der nationalen Titelehren klettern konnten.

Eine bittere Niederlage für den EVZ-Sportchef

Was ziehen wir aus Suris Entscheidung? Er sah seine Mission gefährdet. Leader in einer künftigen Meistermannschaft. Kläy hat schon Nationalspieler Dario Simion auf Suris Position. Und wohl bald auch noch Grégory Hofmann? Ausserhalb der Zuger Bossard-Arena redet man schon seit ein paar Tagen davon, dass der EVZ das Rennen um Hofmann und auch HCD-Center Enzo Corvi in der Flughöhe von jeweils gut 700’000 Franken Jahreslohn gemacht habe. «Wir führen Gespräche mit Hofmann. Aber Corvi kommt mir höchstens nachts in den Sinn. Da ist Funkstille und darum erfahre ich viel weniger als die Journalisten», sagt Kläy.

Wahrscheinlich taktiert er im Bewusstsein darum, dass er Suri gleichwertig ersetzen muss. Bei Corvi hingegen ist ein Transfer-Sieg für seine Reputation nicht zwingend. Hofmann hat als aktueller Lugano-Topskorer 10 Tore und 8 Assists auf dem Konto. Einer der wenigen guten Deals, die Kläy in einem guten Licht erscheinen liessen. Wird das Realität, liegt sogar ein unverzüglicher Wechsel zwischen Zug (Suri) und Lugano (Hofmann) auf der Hand.

Schliesslich ist es nicht im Sinne und Geiste der Zuger Klubspitze, dass der EVZ ausgerechnet ab nächster Saison, in welcher der Schweizer Über-Goalie Leonardo Genoni auf der Lohnliste stehen wird, an Qualität und Feuerkraft im Sturm verlieren wird. Es wäre eine bittere Niederlage für Kläy.

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