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Nach Spardiktat: Natur- und Historisches Museum fusionieren
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Das Natur-Musesum und das Historische (rechts im Hintergrund) werden zusammengespart. (Bild: Gabriel Ammon/AURA)

Neues Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft Nach Spardiktat: Natur- und Historisches Museum fusionieren

3 min Lesezeit 1 Kommentar 19.11.2018, 13:31 Uhr

Aus dem Natur- und dem Historischen Museum wird das «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft»: Damit will der Luzerner Regierungsrat die Budgetkürzungen der beiden Museen um 0,8 Millionen Franken pro Jahr umsetzen. In fünf Jahren soll das neue verkleinerte Museum eröffnen. Wo es stehen wird, ist noch offen.

Das Natur- und das Historische Museum werden zu einem neuen kantonalen Museum zusammengespart: Der Luzerner Regierungsrat hat eine Zustimmung zum neuen «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft» – so der Arbeitstitel – gegeben.

Damit sparen die Museen 0,8 Millionen Franken pro Jahr. Sicher ist, dass es bedeutend weniger Platz als heute geben wird: Um 50 Prozent schrumpft die Ausstellungsfläche gegenüber heute und wird neu noch 2300 Quadratemeter betragen.

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In einem ersten Schritt erstellt der Kanton eine Machbarkeitsstudie. Die öffentliche Vernehmlassung ist 2019 geplant. Ziel sei es, das neue Museum in rund fünf Jahren zu eröffnen, teilt der Kanton mit. Der neue Standort ist aber noch offen.

Auch wie viele Personen im kleineren Museum noch beschäftigt werden, ist noch unklar. Zurzeit gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die Anzahl Vollzeitstellen ab 2021 von insgesamt 18 auf noch 15 bis 16 reduziert werden. Die Mitarbeiter wurden vorgängig über die Pläne informiert.

Modern und innovativ

Die beiden Museen kooperieren bereits heute eng und sollen jetzt zu einer neuen Institution verschmelzen. «Das neue Luzerner Museum schafft ein modernes, innovatives und attraktives Bildungs- und Kulturangebot zu den Themen Natur und Gesellschaft im Kanton Luzern», so die Mitteilung.

Eine Vielfalt an Ausstellungsformaten, aber auch Führungen, Exkursionen, Vorträge und weitere Ausstellungs- und Vermittlungsformate soll in Zukunft interaktive Zugänge zu den präsentierten Themen ermöglichen. In der Museumszentrale soll ein Informationszentrum entstehen, das zur Anlaufstelle für die ganze Kantonsbevölkerung werde und damit die Aufgabe einer «Informations-Schaltstelle» übernimmt, heisst es.

Standort ist noch offen

Erarbeitet worden ist das neue Museumskonzept von einer Arbeitsgruppe der Dienststelle Hochschulbildung und Kultur, welcher unter anderem Christoph Lichtin (Leiter kantonale Museen und Direktor des Historischen Museums) sowie Britta Allgöwer (Direktorin des Natur-Museums) angehören.

Der Regierungsrat hat die kantonale Dienststelle Immobilien beauftragt, in einer Machbarkeitsstudie zu prüfen, wo das neue Museum angesiedelt werden kann. Auch die erforderlichen baulichen Massnahmen sowie die finanziellen Folgen sind zu evaluieren. Die Arbeitsgruppe war zuerst davon ausgegangen, dass es im heutigen Gebäude des Natur-Museums angesiedelt werden könnte, denkbar sei aber auch ein anderes Objekt.

Kurator Christoph Lichtin im Historischen Museum.

Kurator Christoph Lichtin im Historischen Museum.

(Bild: jwy)

Konzept für die Zukunft?

Christoph Lichtin sagt: «Das neue Museum wird sich in seinen Inhalten viel stärker auf aktuelle Fragen und konkrete Orte fokussieren.» Ziel sei, den Blick auf aktuelle Brennpunkte im Kanton zu legen, an denen sich Entwicklungen aus historischer und naturwissenschaftlicher Sicht gut zeigen lassen.

Es entstehe ein «zeitgemässes, attraktives Museum», welches die Themengebiete des Natur- und des Historischen Museums behandeln, heisst es. Der Regierungsrat hat das Museumskonzept bereits zustimmend zur Kenntnis genommen. Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss begrüsst dieses sehr: «Es ist der Arbeitsgruppe gelungen, angesichts finanziell sehr anspruchsvoller Vorgaben ein wirklich zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten», sagt er.

Das Konzept erlaube es dem neuen Museum, einen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit aktuellen und historischen Themen zu leisten. Entscheidend sei, so Reto Wyss, dass das Konzept nicht von externen Beratern diktiert werde, sondern von den Fachleuten vor Ort, den Betroffenen also, selbst entwickelt wurde.

Eröffnung auf 2023 geplant

Die Machbarkeitsstudie der Dienststelle Immobilien wird im Frühling 2019 abgeschlossen sein. Sofern der Regierungsrat den Ergebnissen zustimmt, findet im Anschluss eine öffentliche Vernehmlassung statt. Diese ist nötig, da das neue Konzept eine Änderung des Kulturförderungsgesetzes bedingt.

Die Botschaft für das neue Luzerner Museum soll dem Kantonsrat 2020 vorgelegt werden. Dessen Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum. Der Eröffnungszeitpunkt des neuen Luzerner Museums für Natur und Gesellschaft hängt vom Verlauf der weiteren Arbeiten und von den politischen Diskussionen ab. Ziel sei es, das Luzerner Museum in etwa fünf Jahren zu eröffnen, heisst es.

Reto Wyss im Video über das neue Vorhaben:

 

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1 Kommentare
  1. Tonino Bucher, 23.11.2018, 10:45 Uhr

    Super – NEUE Konzepte – NEUE Museumsstandorte – NEUE Betriebskosten !?!

    Die «SparSchweinerei» der rein bürgerlichen Kompetenzregierung (Wahlslogan 2015) im Kanton Luzern bringt auch im Spätherbst NEUE Blüten hervor. 800’000 Franken EinSPARungen – abzüglich Planungs- und künftige Betriebskosten für neue Standorte – sind rund 1 Promille der jährlichen Steuereinnahmen.
    Meine Meinung: Erst wenn etwas “zu Tode gespart” ist, merken die “Schildbürger” wie wertvoll das Verlorene ist.