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Nach Rettung von Schülern: Wie kommt’s zur Notsituation im Bachbett?
  • Regionales Leben
Plötzlich steigt das Wasser im Fluss – wie kommt’s? (Bild: Montage pze )

Gründe für Anstieg der Kleinen Emme Nach Rettung von Schülern: Wie kommt’s zur Notsituation im Bachbett?

2 min Lesezeit 14.08.2018, 18:11 Uhr

In der Kleinen Emme wäre es am Dienstag beinahe zur Katastrophe gekommen, als der Wasserspiegel sprunghaft anstieg. 39 Sekundarschüler und vier Betreuer mussten gerettet werden. Doch wie kommt es überhaupt so weit, dass man von einem Hochwasser überrascht werden kann?

Man kennt die Schilder am Rande vieler Flüsse. Da steht, man solle aufpassen vor Flutwellen, vor einem plötzlichen Anstieg des Wasserspiegels – doch angesichts des friedlich dahinplätschernden Rinnsals will man es nicht so recht glauben. Man sieht es ja, wenn das Wasser steigt, will man denken.

Dabei lauert hier eine grosse Gefahr. Am Dienstagnachmittag wurde dies deutlich, als in der Kleinen Emme eine Schulklasse von einem plötzlichen Anstieg des Wasserstandes überrascht wurde. Dank einer gross angelegten Rettungsaktion aller Blaulichtorganisationen wurden die 39 Sekundarschüler und ihre vier Betreuer aus ihrer Not gerettet (zentralplus berichtete).

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Die Gruppe, die sich auf einer Wanderung befand, hatte Glück. Doch wie kommt es dazu, dass der Wasserstand sprunghaft ansteigt?

Schwemmholz verstärkt Phänomen

Urs Zehnder, Leiter Abteilung Naturgefahren bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur des Kantons Luzern, erklärt den Vorgang: Bleibe es lange trocken wie diesen Sommer, laufe Regenwasser zu einem grossen Teil oberflächlich ab, da trockene Böden Wasser schlecht absorbieren.

«Vor Gewittern beziehungsweise heftigen Schauern ist an Wildbächen immer Vorsicht geboten.»

Urs Zehnder, Leiter Abteilung Naturgefahren

Regnet es stark, so werde das Regenabwasser zudem direkt in die Gewässer abgeleitet. Das könne zu einem plötzlichen Wasseranstieg in Flüssen und Bächen führen. «Hinzu kommt, dass solchen Fluten zumeist viel Schwemmholz vorangeht. Das verstärkt das Phänomen», sagt Zehnder. Eine Flutwelle reisse in der Regel loses Holz mit und treibe dieses vor sich her. Das führe dazu, dass der vordere Teil der Welle mächtiger sei als das nachfolgende Wasser.

Urs Zehnder.

Urs Zehnder.

(Bild: zvg)

Zurzeit keine Hochwassersituation

Laut Zehnder ist die Situation im Kanton Luzern momentan aber nicht gefährlicher als sonst. «Heftige Schauer können immer plötzliche Wasseranstiege in Fliessgewässern auslösen», sagt er. Laut dem Fachmann gibt es eine «goldene Regel», die man beachten sollte, bewegt man sich an einem Fluss oder Bach: «Vor Gewittern beziehungsweise heftigen Schauern ist an Wildbächen immer Vorsicht geboten – umso mehr nach einer langen Trockenperiode.»

Trotzdem: Was Hochwasser betrifft, so läuten die Alarmglocken bei Zehnder noch nicht. «Zurzeit gibt es im Kanton Luzern keine Hochwassersituation», sagt er. Dabei ist der sprunghafte Wasseranstieg auf die Kleine Emme beschränkt. Kein anderer Fluss verzeichnete am Dienstag einen erhöhten Wasserpegel, wie die Polizei vermeldet. Zehnder meint: «Die unterschiedlichen Verhältnisse liegen daran, dass die Niederschlagsmengen lokal verschieden ausfallen.»

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