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Zugeparkte Badeplätze: Repressives Vorgehen der Stadt zahlt sich aus
  • Politik
Vor einem Jahr war die Brüggli-Badi in Zug dermassen zuparkiert, dass Gäste ihr Auto sogar auf der Liegewiese abstellten.

Zuger Brüggli: Mehr Security, konsequente Bussen Zugeparkte Badeplätze: Repressives Vorgehen der Stadt zahlt sich aus

3 min Lesezeit 2 Kommentare 07.08.2019, 11:32 Uhr

Im Hitzesommer 2018 eskalierte die Parksituation bei Zuger Badeplätzen mehrmals. Der Stadtrat hat die Situation beim Brüggli und in Oberwil jetzt entschärft. Dafür dürfte die Rechnung der Securitas dieses Jahr einiges höher ausfallen.

In den Zuger Badis ging es letztes Jahr hoch her. Wegen der Hitze pilgerten die Einwohner scharenweise in die nächstgelegene Badi. Und weil Grill, Gummiflamingo und Liegestühle unbedingt mitmussten, kamen viele Gäste mit dem Auto.

Das Resultat beim Brüggli in Zug: Wegen der besetzten Parkplätze wurde auch dort parkiert, wo das eigentlich nicht vorgesehen ist. Am Strassenrand, auf der Liegewiese und auf dem nächstgelegenen Feld an der Chamerstrasse, welches eigentlich nur an Wochenenden zum Parkieren freigegeben wird. In seiner Not gab der Stadtrat tagsüber das Stierenareal als Parkplatz frei (zentralplus berichtete).

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Auch in Oberwil sorgte eine Situation für rote Köpfe (zentralplus berichtete).

Kein Wunder, hatte die Exekutive Bammel vor der Situation in diesem Sommer. «Wir hatten bereits letzten Herbst angefangen, uns Gedanken darüber zu machen», erklärt Stadtrat Urs Raschle (CVP). So habe man etwa mit der Korporation, welcher die Brüggli-Parkplätze gehören, das Gespräch gesucht. «Leider sind wir auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, diesen Sommer repressiver zu handeln und mehr Sicherheitskontrollen durchzuführen», so der Zuger Sicherheitschef.

Die Securitas ist stets einsatzbereit

Mit Erfolg. «Dieses Thema haben wir heuer deutlich besser im Griff», bestätigt Raschle. «Wir arbeiten enger mit der Securitas zusammen. Diese hatte in der Woche vor den Ferien und in der ersten Ferienwoche vermehrt Präsenz markiert.» Falschparker seien zurechtgewiesen worden, die Polizei habe konsequent Bussen verteilt.

«Neu machen wir ausserdem von der Möglichkeit Gebrauch, die Securitas anzuheuern, sobald wir merken, dass es ein heisser Tag wird. Dies auch unter der Woche», sagt Raschle.

«Es kann gut sein, dass das einige Autofahrer abgeschreckt hat. Gerade auch Leute von ausserhalb.» Niemand will einen weiten Weg auf sich nehmen, um dann doch umkehren zu müssen, weil man keinen freien Parkplatz findet.

Dass durch die eingeführten Massnahmen die Ausgaben der Stadt steigen werden, kann Raschle nicht bestätigen. «Dies, weil wir allgemein die Kosten für die verschiedenen Securitas-Einsätze optimiert haben. Unter dem Strich fallen die Kosten für die Stadt also nicht höher aus.»

Die Aufgabe der Stadt sei es, im Brüggli für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Mit welchem Aufwand und welchen Mitteln, liege in der Kompetenz der Stadt.

Ausweichen aufs Stierenmarktareal geht heuer nicht

Dieses Jahr kann die Stadt nämlich nicht die Parksituation entschärfen, indem sie Brüggli-Gäste auf dem Stierenmarktareal parkieren lässt. Dies, weil das Gelände kurz vor dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest anderweitig genutzt wird.

Die Frage, ob man das Parkreglement für die Wiese an der Chamerstrasse lockern könne, habe sich dieses Jahr nicht ernsthaft gestellt, so Raschle. Die Wiese gehört zwar der Stadt, doch darf der Stadtrat – basierend auf einem Entscheid von früher – nur bedingt darüber befinden. «Wenn wir jetzt das 30-jährige Reglement anpassen wollen, damit Autos nicht nur am Wochenende dort parkieren könne, kommt es ziemlich sicher zu Einsprachen.» Raschle ergänzt: «In Anbetracht dessen, dass das Brüggli sowieso in einigen Jahren umgenutzt werden soll, lohnt sich dies nicht.»

Kurzer Prozess in Oberwil

Betreffend dem Schulhausplatz Oberwil, wo es am 1. August vor einem Jahr zu einer Unmenge an Bussen wegen Falschparkierens kam, kündete die Stadt an, künftig besser zu kommunizieren. Das Problem damals: Der Platz ist zwar an den sieben Sonntagen in den Ferien zum Parkieren geöffnet, nicht jedoch an Feiertagen wie etwa dem 1. August.

«Dieses Jahr haben wir den Platz einige Tage vor dem 1. August abgeriegelt, so dass niemand auf die Idee kommt, dort zu parkieren», so Raschle. Eine effektive Massnahme. «Am übernächsten Donnerstag, Mariä Himmelfahrt, werden wir es ebenso handhaben.»

Die Stadt scheint aktuell also alles im Griff zu haben mit den autofahrenden Badefreunden. Ob das auch mit dem Wetter zu tun haben könnte, das heuer etwas weniger heiss war als im letzten Sommer, sei dahingestellt.

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2 Kommentare
  1. Simona, 08.08.2019, 17:36 Uhr

    Ich finde es eine frechheit das Montag bis Freitag Parkplatz Brüggli chamerstrasse zu war.

  2. Christian Vögtli, 07.08.2019, 21:32 Uhr

    Mit dem ÖV anreisen ist keine Option? Wäre angesichts der Probleme welche wir uns mit der grassierenden Individual-Verkehrszunahme leisten sowieso die intelligentere Variante – oder mit dem Fahrrad, wer dazu motorisch und cardiologisch heutzutage noch in der Lage ist 😉