Nach Krach wegen Gestank: Baugesuch für Schweine-Iglus eingereicht
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Diese Megger Familie fürchtete um ihre Existenz. (Bild: zvg)

Zwischenlösung für Megger Bauernfamilie? Nach Krach wegen Gestank: Baugesuch für Schweine-Iglus eingereicht

2 min Lesezeit 1 Kommentar 17.04.2020, 10:31 Uhr

Die Bauernfamilie Kaspar Hofer will ihre Schweinezucht in Meggen weiterführen und den Tierbestand erhalten. Da dies im bestehenden Stall nicht möglich ist, hat sie der Gemeinde ein Baugesuch für eine temporäre Freilandhaltung der Schweine eingereicht. Der Gemeinderat begrüsst den Vorschlag der Zwischennutzung. Das Gesuch wird nun vom Kanton geprüft.

Der Gemeinderat Meggen verfügte am 13. März 2019, dass die Bauernfamilie Hofer die Schweinehaltung im bestehenden Stall im Hochrüti bis am 31. Mai 2020 stilllegen muss. Hintergrund der Verfügung: Ein Nachbar hatte geklagt, der Mindestabstand vom Stall zur angrenzenden Wohnzone sei zu klein (zentralplus berichtete).

Laut der eidgenössischen Luftreinhalteverordnung und der Richtlinie zu Mindestabständen von Tierhaltungsanlagen müsste der Stall bei dieser Betriebsgrösse 58 Meter von der Wohnzone entfernt sein. Es sind aber nur rund 20 Meter.

Vorübergehend Freilandhaltung in mobilen Iglus

Aufgrund der Verfügung des Gemeinderates prüfte die Bauernfamilie Hofer zum Erhalt des Tierbestandes Zwischennutzungen bei anderen Betriebsstandorten.

So bot auch die Einwohnergemeinde Hand für Zwischennutzungen auf Liegenschaften der Einwohnergemeinde. Die Schweinehaltung auf dem Betrieb der Bauernfamilie Hofer erfolgt gemäss den Bio-Richtlinien. Mit baulichen Veränderungen an möglichen Standorten für Zwischennutzungen sind hohe Kosten verbunden. Deshalb verfolge die Bauernfamilie Hofer die Idee einer temporären Zwischennutzung mittels Freilandhaltung. Dies vermeldet die Gemeinde Meggen in einer Mitteilung.

Geplant sei, dass die Schweine vorübergehend in mobilen Iglus auf Weiden untergebracht werden. Damit soll der Tierbestand erhalten werden.

Für die Haltung der 22 Schweine wird eine Fläche von 2.64 Hektaren benötigt. Innerhalb der dafür vorgesehenen Flächen werden die Iglus alle vier Monate an einen neuen Standort verschoben. Die geplante Freilandhaltung soll auf den betriebseigenen und gepachteten Landflächen erfolgen.

Vorabklärung für Neubau Stallgebäude

Der Kanton prüft gleichzeitig das Baugesuch für die temporäre Zwischennutzung mit Iglus und die Vorabklärung für den Bau eines neuen Schweinestalles. Ein Neubau sei notwendig, damit der Tierbestand und die Schweinezucht der Bauernfamilie Hofer langfristig gesichert werden können.

Zur abschliessenden Prüfung der Vorabklärung forderte der Kanton die Gemeinde Meggen auf, ein Amtsgutachten zur Standortbewertung mit Blick auf die Geruchsausbreitung einzureichen.

Das Amtsgutachten sei im März 2020 verfasst und dem Kanton übergeben worden. Die raumplanungsrechtliche Beurteilung der Vorabklärung bilde die Grundlage für die weitere Planung des Stallneubaus. Bei der eingereichten Freilandhaltung der Schweine handle es sich um eine temporäre Zwischennutzung.

Bei einer positiven Beurteilung durch die kantonalen Amtsstellen werde diese Nutzung zeitlich befristet bewilligt, so die Gemeinde.

Langfristig soll ein neuer Stall errichtet werden (zentralplus berichtete).

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1 Kommentare
  1. Meine Meinung, 21.04.2020, 10:42 Uhr

    Ich persönlich finde, wenn offenbar die gesamte Existenz einer Zweigenerationen-Familie von nur 22 Schweinen bedroht wird, stimmt es da doch auf vielen anderen Ebenen auch nicht.

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