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Nach Knatsch – FCL muss Antwort auf dem Platz geben
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Goooooooooal: So wie hier Marco Schneuwly nach einem Treffer wollen die Fans den FCL auch in der Rückrunde feiern. (Bild: Martin Meienberger/Bildmontage z+)

Unsere Analyse nach der turbulenten Pause Nach Knatsch – FCL muss Antwort auf dem Platz geben

5 min Lesezeit 2 Kommentare 06.02.2016, 11:00 Uhr

Fertig Winterpause: Der FCL startet am Sonntag gegen den FCB in die Rückrunde der Super League. Für die Mannschaft waren es turbulente Wochen, die grosse Frage lautet deshalb: Nutzt der FCL seine gute Ausgangslage – und kann er die Abgänge verkraften? zentral+ analysiert die Veränderungen – und die Chancen auf den Cup-Sieg.

Vor einem Jahr war man Letzter, heuer befindet sich der FC Luzern auf dem erfreulichen vierten Rang in einer äusserst ausgeglichenen Liga. Vor der Saison setzte Präsident Ruedi Stäger als Vereinsziel die vordere Tabellenhälfte und die Qualifikation für europäische Spiele (zentral+ berichtete). Das Ziel ist auch jetzt noch realistisch, dazu muss man «nur» die Position in der Tabelle halten.

Daneben steht mit dem Cup-Halbfinal ein weiteres Highlight vor der Türe. Die Chancen für die Finalqualifikation (es wäre die vierte Qualifikation seit dem Wiederaufstieg 2006) und vielleicht den Cup-Sieg sind ausgezeichnet. Denn mit dem FC Basel ist im Viertelfinal gar die beste Schweizer Equipe ausgeschieden. Am 2. März muss der FCL das achtplatzierte – aber nicht zu unterschätzende – Lugano bei einem Heimspiel bezwingen.

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Dann würde im Final am 29. Mai entweder der Lieblingsgegner FC Zürich warten. Oder der nach Mythos im Cup unbezwingbare FC Sion. Unendliche 24 Jahre ist es her, seit eine Luzerner Equipe zum letzten Mal einen Pokal in die Höhe stemmte. Die Fans brennen nach einem Erfolgserlebnis. Mit dem Cup-Sieg würden sich Markus Babbel und seine Mannen in der Leuchtenstadt unsterblich machen.

So sieht eine ausgeglichene Liga aus: die Tabelle vor dem Rückrundenstart.

So sieht eine ausgeglichene Liga aus: die Tabelle vor dem Rückrundenstart.

(Bild: Screenshot fcl.ch)

Schwerwiegende Abgänge …

Aller Erfolg hängt letztlich von einer intakten Mannschaft auf dem Feld ab. Mit Dario Lezcano und Remo Freuler verliessen zwei immens wichtige Spieler den Verein. Dazu geht Mittelfeldspieler Migjen Basha bis 30. Juni leihweise zu Calcio Como in die italienische Serie B.

Lezcano, der antrittsstarke Stürmer aus Paraguay, wechselte für geschätzte 2 bis 3 Millionen zu Ingolstadt in die Bundesliga, was vereinsinterner Rekordtransfer bedeutet. Mit einem starken Auftritt gegen den BVB machte Lezcano in seinem zweiten Meisterschaftseinsatz bereits auf sich aufmerksam.

Mit dem zweikampfstarken Remo Freuler verlor der FCL eine weitere Teamstütze. Er wechselte in die Serie A zu Atalanta Bergamo. Der 23-jährige Mittelfeldmotor spülte vermutete 1,5 Millionen in die Vereinskasse. Babbel gibt gegenüber zentral+ zu: «Aus sportlicher Überlegung bedaure ich die Abgänge von Dario Lezcano und Remo Freuler.»

… und namhafte Zuzüge

Nicht nur auf sportlicher, auch auf vereinsstrategischer Ebene gab es einen Abgang. Rolf Fringer, der im Sommer Roland Vrabec als Cheftrainer installieren wollte, wurde entlassen (zentral+ berichtete). Die Stellung Babbels wurde somit gestärkt.

Nach dem Verlust von zwei Kaderstützen und dem Abgang des Sportchefs hatten einige Fans Angst, dass der FCL auf dem Transfermarkt untätig bleibe. Doch das war eine totale Fehleinschätzung, der FCL verpflichtete drei namhafte Zuzüge: Christian Schneuwly (vom FC Zürich), Markus Neumayr (vom FC Vaduz) und Michael Frey (leihweise vom OSC Lille).

FCL-Präsident Ruedi Stäger heisst Neuzuzug Michael Frey willkommen.

FCL-Präsident Ruedi Stäger heisst Neuzuzug Michael Frey willkommen.

(Bild: Martin Meienberger)

Mit diesen Spielern wurde die integrationsvereinfachende Taktik weiterverfolgt, nur deutschsprachige Fussballer zu engagieren. Zudem werden diese drei Spieler weniger gekostet haben, als die Abgänge in die Kasse spülten (die Zahlen sind Schätzungen und somit mit Vorsicht zu geniessen).

Wie schnell integrieren sich die Neuen?

Mit dem 27-jährigen Christian Schneuwly wurde der kleinere Bruder des FCL-Bombers Marco verpflichtet. Die beiden spielten bereits bei den Young Boys und beim FC Thun im gleichen Team. Bevor Christian Schneuwly zum FC Zürich wechselte, überzeugte er mit seinen Leistungen beim FC Thun.

Christian (links) und Marco Schneuwly spielen beim FCL nun zusammen.

Christian (links) und Marco Schneuwly spielen beim FCL nun zusammen.

(Bild: Martin Meienberger)

Neumayr hatte in der letzten Saison einen wesentlichen Anteil am Ligaerhalt des FC Vaduz. Er erzielte beachtliche fünf Tore und steuerte sieben Assists zur erfolgreichen Saison der Liechtensteiner bei. Und Michael Frey, erst 21-jährig, zog es nach einem überragenden Einstand bei den Young Boys bald ins Ausland. In Lille zog er sich eine lang andauernde Knöchelverletzung zu.

Neuzuzug Markus Neumayr präsentiert das Trikot seines neuen Vereins.

Neuzuzug Markus Neumayr präsentiert das Trikot seines neuen Vereins.

(Bild: Martin Meienberger)

«Bestens», antwortet der FCL-Trainer auf die Frage, wie sich die Neuen integrieren. Die Einbindung von neuen Spielern in ein Team braucht Zeit: «Die Spieler müssen sich an das neue Umfeld und die neuen Mitspieler gewöhnen. Kommt hinzu, dass Michi Frey ein Jahr lang nicht gespielt hat. Er braucht sicher noch eine gewisse Zeit, um in den alten Wettkampfrhythmus zu kommen», sagt Markus Babbel.

Übernehmen die Jungen Verantwortung?

Am Sonntag geht’s wieder los

Am Samstag und Sonntag startet die Rückrunde der Super League. Das steht für den FCL an:

  • FC Basel–FC Luzern: Sonntag, 7. Februar, 16.00
  • FC Luzern–FC Zürich: Sonntag, 14. Februar, 16.00
  • FC Luzern–FC St. Gallen: Sonntag, 21. Februar, 16.00
  • FC Sion–FC Luzern: Samstag, 27. Februar, 17.45
  • Cup-Halbfinal: FC Luzern–FC Lugano: Mittwoch, 2. März, 19.00
Nicht nur die Neuen stehen in der Verantwortung, in die Lücke zu springen. Auch die hungrigen und jungen Spieler bekommen die Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht packt sie der eine oder andere junge Spieler beim Schopf und behauptet sich als neuer Stammspieler.

Mit dem 19-jährigen Remo Arnold wurde ein Vertrag bis 2019 abgeschlossen. In der Vorrunde liess der Schlierbacher seine Klasse aufblitzen. Aber auch mit Nicolas Haas steht ein Eigengewächs in den Startlöchern. Der 20-jährige zentrale Mittelfeldspieler kam in der Vorrunde zu zehn – vor allem kurzen – Einsätzen, er kam auf mickrige 266 Spielminuten.

Und Hekuran Kryeziu machte in der Vorrunde mit starken Leistungen und seiner grandiosen Spielübersicht auf sich aufmerksam. Er kam zu deutlich mehr Einsatzzeit als Haas und Arnold. Ihm ist zuzutrauen, dass er in die Leaderrolle hineinwächst. Mit ihm hat man den Vertrag kürzlich bis 2018 verlängert.

Durchzogene Testspiele

Der FCL führte in der Winterpause einige Freundschaftsspiele durch, unter anderem gegen den Achtelfinalisten der Champions League, Dynamo Kiew. Der FCL verlor das Spiel im Trainingslager in Marbella mit 1:2. Überhaupt ist die Bilanz der Freundschaftsspiele durchzogen. Auch wenn diese wenig Aussagekraft für die ersten Begegnungen der Meisterschaft haben. Erst dann wird sich zeigen, wie stark der FCL tatsächlich ist. Babbel schwärmt von der Vorbereitung und ist zufrieden, dass sich kein Spieler verletzt hat. Mit einem Lachen hält er sich wohlwissend bedeckt, als wir ihn fragen, ob die Mannschaft stärker ist als in der Vorrunde: «Wir werden sehen.»

Mit dieser Truppe will der FCL eine erfolgreiche Rückrunde gestalten.

Mit dieser Truppe will der FCL eine erfolgreiche Rückrunde gestalten.

(Bild: Martin Meienberger)

Am nächsten Sonntag steht der schwere Gang zum unangefochtenen Leader nach Basel an. Danach folgen Heimspiele gegen die zwei unberechenbaren Mannschaften St. Gallen und FC Zürich. Und Ende Februar fährt der FC Luzern ins Tourbillon nach Sion, wo es noch nie besonders lustig war zu spielen.

Die Pause ist vorbei – und vielleicht geht mit dem Cup-Sieg ein lang ersehnter Traum in Erfüllung. Und um mit den Worten des FCL-Trainers abzuschliessen: Wir werden sehen.

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2 Kommentare
  1. Tobias Bjornsen, 06.02.2016, 11:10 Uhr

    “Und Ende Februar fährt der FC Luzern ins Tourbillon nach Sion für den Cup-Halbfinal.” –> Der FCL spielt den Cup-Halbfinal gegen Lugano anfangs März. Das Spiel gegen Sion ist ein normales Meisterschaftsspiel.

    1. Luca Wolf, 06.02.2016, 11:47 Uhr

      Vielen Dank für Hinweis, wurde umgehend korrigiert! Red. zentral+