Nach GLP-Panne: Junge Grüne wollen Majorz-Listen abschaffen
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Hält nicht viel von Majorzwahllisten: Jona Studhalter, Präsident der Jungen Grünen Luzern.

Luzerner System sei zu wenig transparent Nach GLP-Panne: Junge Grüne wollen Majorz-Listen abschaffen

2 min Lesezeit 1 Kommentar 06.02.2020, 10:15 Uhr

Die Jungen Grünen des Kantons Luzern fordern nach der Panne bei der Stadtluzerner GLP die Abschaffung der Wahllisten bei Kopfwahlen. Das Missgeschick sei nur die Spitze des Eisberges, denn die Probleme des Prozederes würden viel tiefer liegen.

«Wer so viele Stadtrats-Wahlvorschläge wie die GLP einreicht, der muss nicht überrascht sein, wenn einem solch ein Fehler unterlauft», lässt sich Jona Studhalter, Co-Präsident der Jungen Grünen Kanton Luzern in einer Medienmitteilung zitieren. «Die Jungen Grünen gehen davon aus, dass die sieben Wahlvorschlagslisten Q) bis W) ebenfalls von Seiten der GLP eingereicht wurden.» Zusammen mit den «offiziellen» Listen der GLP und der JGLP ergebe das insgesamt neun Listen.

«Die Fehleranfälligkeit bei den Wahllisten ist für die Jungen Grünen noch das kleinste Problem an der aktuellen Situation», so die Partei. Man würde sich vor allem an der mangelnden Transparenz darüber stören, wer hinter den Wahlvorschlägen steckt.

Daneben sind für die Jungpartei der Aufwand für die Stimmberechtigten beim Durchlesen der Wahlvorschlägen und der unnötige Papierberg ein Dorn im Auge. «Rund 2,4 Tonnen Altpapier sind wegen den 24 Stadtrats- und 18 Stadtpräsidiumsvorschlägen zu erwarten», so die JG.

Zurzeit prüfen die Jungen Grünen einen Vorstoss im Kantonsrat, um das aktuelle Stimmrechtsgesetz zu ändern, heisst es in der Mitteilung. «Konkret hiesse das, dass man in Zukunft zum Beispiel die Namen der Kandidierenden selber auf eine Blanco-Liste schreiben muss, oder man bei den gewünschten Kandidierenden ein Kreuz macht», erklärt Jona Studhalter.

Experte ist gleicher Meinung

«Das System mit diesen vielen Listen ist absurd und riecht nach Amtsschimmel», sagte Politologe Mark Balsiger gegenüber zentralplus anlässlich des zweiten Wahlgangs der letzten Regierungsratswahlen. Er plädiert für eine Abschaffung. «Man kann von den Leuten erwarten, dass sie auf eine leere Liste ein paar Vor- und Nachnamen schreiben können», so Balsiger. In den meisten Kantonen würde das so gehandhabt.

So liesse sich auch im Kanton Luzern viel Geld sparen. Bei den Regierunsratswahlen rechnete Balsiger mit gut 40’000 Franken pro Wahlgang. Und wie die Jungen Grünen vermisst auch Balsiger die Transparenz bei vielen der eingereichten Listen (zentralplus berichtete).

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1 Kommentare
  1. Silvia Keller, 06.02.2020, 10:48 Uhr

    Höchste Zeit, dass das unsinnige System geändert wird. Leider scheiterten die Grünen schon einmal im Kantonsrat mit diesem Anliegen. Die jungen Grünen müssten versuchen, die CVP und die FDP ins Boot zu holen, sonst wird das Anliegen auch dieses Mal wieder scheitern…

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