Nach dem Hochwasser: Luzerner Wasserratten sollten an Land bleiben
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Die SLRG rät dringend davon ab, in die Reuss zu springen. (Bild: ios/SLRG)

«Schwimmen in der Reuss wäre fahrlässig.» Nach dem Hochwasser: Luzerner Wasserratten sollten an Land bleiben

4 min Lesezeit 18.07.2021, 18:00 Uhr

Ferienzeit und schönes Wetter: Für Luzerner ein klares Zeichen dafür, sich ins Seebecken oder in die Reuss zu stürzen. Nächste Woche wird es sommerlich heiss, im Nachgang des Hochwassers ist aber weiterhin Vorsicht geboten. Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft warnt insbesondere vor dem Schwimmen in der Reuss.

Luzern scheint knapp an einem grossen Hochwasser vorbeigeschrammt zu sein. Rund 30 Zentimeter fehlten bis zum Höchststand aus dem Jahr 2005, als Teile der Luzerner Altstadt und die Gebiete entlang der Reuss unter Wasser standen.

Nun aber herrscht vorsichtiger Optimismus. Der Wasserpegel des Vierwaldstättersees sinkt und das Regenwetter des Tiefs «Bernd» weicht allmählich dem trockenen und sonnigen Hoch «Dana». In den nächsten Tagen kehrt klassisches Sommerwetter ein.

In Luzern bedeutet dies normalerweise: ab in die Badi oder hinein in die Reuss. Da das Hochwasser aber nur langsam zurückgeht, ist dies aktuell keine gute Idee.

Wassersportverbot bis Montagnacht

Aktuell und bis und mit Montag geht sowieso nichts. Zur Erinnerung: Am vergangenen Freitag, als der Seepegel immer noch in die Höhe kletterte, verbot das Justiz- und Sicherheitsdepartement sämtliche Schiffs- und Bootsfahrten sowie alle Wassersportarten wie zum Beispiel das Stand-up-Paddeln. Bei den Schiffen und Booten geht es vor allem um den Wellengang, den diese auslösen. Beim Verbot der Wassersportarten eher um die Sicherheit.

Das Verbot gilt vorerst bis Montag um 24 Uhr. Wie der Kanton unter anderem auf Twitter mitteilte:

Schon bevor der See und die Reuss über die Ufer traten, hatte die Stadt Luzern vor dem Reussschwimmen gewarnt. Der zunehmend hohe Wasserstand der Reuss habe das Schwimmen im Fluss lebensgefährlich gemacht. Dies nicht zuletzt deshalb, weil man kaum noch unter der Autobahnbrücke hindurchgekommen wäre. Der Einstieg beim Naturkundemuseum wurde von der Polizei gesperrt.

Die Situation bei der Autobahnbrücke im Video:

An der Situation bei der Autobahnbrücke hat sich kaum etwas geändert. Zudem hat die Reuss aufgrund der hohen Wassermenge eine enorme Strömung.

Lebensrettungs-Gesellschaft warnt

Für Reto Abächerli, Geschäftsführer der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), ist klar, dass die nächsten Tage nicht ideal für einen Sprung in den See oder in den Fluss sind. Die Gefahren sind zu hoch.

«In den Fluss zu steigen wäre momentan schlicht fahrlässig.»

Reto Abächerli, Geschäftsführer der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG)

Insbesondere die Reuss sollte gemieden werden: «In den Fluss zu steigen wäre momentan schlicht fahrlässig», erklärt Abächerli. Neben dem hohen Wasserdruck kämen weitere Gefahren durch Schwemmholz, unsichere Ein- und Ausstiege, mögliche Verunreinigungen des Wassers und die momentan sehr tiefe Temperatur der Reuss hinzu. Diese liegt aktuell bei etwas über 15 Grad. Normalerweise herrschen um diese Jahreszeit gegen 21 Grad in der Reuss.

«Weiter gilt es zu bedenken, dass die Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen extrem gefordert waren», sagt der SLRG-Präsident. «Es sollte vermieden werden, dass diese jetzt auch noch Personenrettungen ausführen müssen. Man muss sich jetzt etwas zurücknehmen.»

Auch vom Schwimmen im See rät Abächerli vorerst ab. So mache das sehr getrübte Gewässer es schwer, Gefahren richtig einzuschätzen. «Wenn schwimmen, dann nur in einer geöffneten Badi, wo Personal zu Stelle ist», so seine Empfehlung

Badis: Teilweise offen, teilweise unter Wasser

Die Luzerner Badeanstalten gehen aktuell unterschiedlich mit der Situation um. Baden kann man am Vierwaldstättersee aber noch nicht. Das Strandbad Tribschen ist zwar geöffnet, der Zugang zum See bleibt aus Sicherheitsgründen vorerst aber gesperrt. Der Strand der Badi liegt zurzeit sowieso noch unter Wasser. Der Mietstation für Kayaks und Stand-up-Paddelboards bleibt selbstredend geschlossen.

Beim Lido Luzern stellt sich die Frage des Öffnens gar nicht: Das Wasser reicht noch immer bis zur Lidostrasse hinter dem Strandbad. Generell geht man dort davon aus, dass es Ende August wird, bis sich wieder Normalbetrieb einstellt (zentralplus berichtete).

Auch die Seebadi Luzern bleibt bis auf weiteres geschlossen:

Am Montag wird entschieden, wie es weitergeht

Am Montag werden die Behörden und die Einsatzkräfte entscheiden, wie und wann die Gewässer wieder genutzt werden können, wie die Stadt auf Anfrage von zentralplus mitteilt. Die Rettungskräfte stehen aktuell im Einsatz und evaluieren an verschiedenen Stellen die Lage – wo nötig, werden zusätzliche Absperrungen errichtet.

Ebenfalls werden Behörden und Einsatzkräfte festlegen, wie es ab Dienstag weitergeht. Wahrscheinlich scheint, dass wesentliche Lockerungen auf Ende der Woche erfolgen könnten. Dann sollen die Schutzbauten entlang der Reuss abgebaut werden (zentralplus berichtete).

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