My, my, my Delilah
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Die Delilahs beim Jubiläumskonzert in der Luzerner Schüür. (Bild: Heinrich Weingartner)

Zuger Band feiert Jubiläum My, my, my Delilah

2 min Lesezeit 01.05.2016, 15:44 Uhr

Seit 2006 halten die Delilahs die Stellung im Schweizer Musikmarkt. Das zehnjährige Jubiläum dessen wollten sie in Luzern gebührend feiern. Ein Jahr Planung musste genügen, um Ehrengäste zu organisieren und eine riesige Setlist zusammenzustellen.

In zehn Jahren passiert so einiges. So auch bei den Delilahs. Das Präfix «The» sind sie mittlerweile losgeworden, eine rein weibliche Band sind sie auch nicht mehr, und aus dem Trio wurde ein Quartett. Am Anfang des Jubliäumskonzerts war allerdings noch einmal alles beim Alten: In Originalbesetzung wurde in den Abend geführt. Nach drei Songs durften sich dann die Herren auf der Bühne blicken lassen. Sprich, sich ans Schlagzeug setzen und sich die Gitarre umschnallen.

Zehn Jahre hinterlassen Spuren

So zehn Jahre gehen ja auch nicht völlig spurlos an einem vorbei. An diesem Abend konnte man sich rein visuell davon überzeugen lassen, wie sehr sich die Delilahs gewandelt haben. Vor dem eigentlichen Konzert bekam man alte Aufnahmen von vergangenen Auftritten zu sehen. Man stellte fest: Die Schweissbänder sind ein bisschen zeitgemässer geworden, und die Tanktops und Schlaghosen wurden durch schwarze Kleider ersetzt.

Musikalisch sind sie sich allerdings auch nach all den Jahren treu geblieben. Energiegetriebener (wir nennen es jetzt einfach mal so) Power-Rock. Der Saiten-Abschlag wurde rege praktiziert, die Gitarren blieben konsequent verzerrt, und die Schlagzeug-Beats verschafften dem tanzbegierigen Zuschauer ein leichtes Spiel.

Laut, schnell, rockig

Es wird geschrien, und wer musikalisch einen gewissen Anhaltspunkt braucht, kann sich gerne an den Distillers festhalten (natürlich nur für ein bisschen Orientierung). Die Delilahs machen ihr eigenes Ding. Laut, schnell (es geht zwischendurch auch balladig) und einfach rockig. Plain and simple.

Was bei einem Jubiläum auch nicht fehlen darf, sind Ehrengäste. Davon hatten die Delilahs einige. Es waren Weggefährten der Band, die über die Jahre hinweg mit ihnen zusammengearbeitet hatten und offensichtlich auch zu Freunden wurden.

Chronologisch zur Gegenwart

Ein bisschen mehr als zweieinhalb Stunden lang rissen die Delilahs der Kultur-Scheune ein Loch ins Dach. Es wurde pflichtbewusst, effizient und chronologisch durch den Abend geführt. Um von den Anfängen zur Gegenwart zu gelangen, war eine DIN-A3-Setlist vonnöten.

Ohne irgendwelche Erschöpfungserscheinungen bewiesen die vier Musiker eindrücklich, wieso sie sich schon seit zehn Jahren im Geschäft halten konnten: Die Delilahs sind professionell, sympathisch und musikalisch hochstehend. Man darf sich schon auf die nächsten zehn Jahre mit ihnen freuen.

von Marc Wermelinger

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit kulturteil.ch entstanden und kann dort ebenfalls gelesen werden.


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