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Musik Hug kehrt Altstadt und Tonträgern den Rücken
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Jünger, offener, grösser - Musik Hug will sich mit dem neuen Standort in Ebikon auch ein neues Image zulegen. (Bild: zvg)

Umzug von Luzern nach Ebikon Musik Hug kehrt Altstadt und Tonträgern den Rücken

2 min Lesezeit 1 Kommentar 08.04.2015, 18:05 Uhr

Das Musikhaus Hug verlässt die Luzerner Altstadt. Man könne hier den Kundenbedürfnissen nicht mehr gerecht werden, sagt die Geschäftsleitung und verrät, dass das Unternehmen am neuen Standort Grosses vor hat.

Das Musikhaus Hug verlässt die Luzerner Altstadt und will sich in der Nähe der Stadtgrenze neu definieren. «Wir reagieren mit dem Umzug und der Neugestaltung unseres Images auf die veränderten Kundenbedürfnisse», erklärt Andy Sutter, Mitglied der Geschäftsleitung der Musik Hug AG. «Wir wollen jünger, offener und grösser werden.» Der bisherige Standort am Kappellplatz sei an seine Grenzen gestossen, so Sutter weiter.

Veranstaltungen, Workshops und Konzerte

Die engen Platzverhältnisse und die auf fünf Stockwerke verteilte Verkaufsfläche seien einfach nicht optimal für ein Musikhaus. «Auch haben wir festgestellt, dass es den Kunden wichtig ist, direkt mit dem Auto vorfahren zu können.» Daher habe man vor einem Jahr aktiv damit begonnen, nach einem neuen Standort zu suchen. Nun hat man ihn gefunden. Bereits im Juli soll in Ebikon ein «Musikkompetenzzentrum» für die Zentralschweiz entstehen.

«Der neue Standort bietet ein grosszügiges und variables Raumkonzept», erklärt Sutter. «Mit über 850 Quadratmeter Fläche, verteilt auf zwei Etagen, bietet der neue Standort Platz für Angebotserweiterungen sowie eine grosse Pianowerkstatt.» Vorgesehen sind eine grosse Auswahl an Musikinstrumenten, aber auch deutlich mehr Platz für Veranstaltungen, Workshops und Konzerte. Auch soll es Schulklassen vermehrt möglich sein, die Werkstatt zu besuchen und hinter die Kulissen des Musikhauses zu blicken. «Es hat sich gezeigt, dass diese Angebote sehr beliebt sind», so Sutter.

Keine Tonträger mehr

Weniger beliebt bei den Kunden war hingegen das Angebot der Tonträger. «Dieser Markt ist in den letzten zehn Jahren um 80 Prozent eingegangen und kann nur noch defizitär betrieben werden», erklärt Sutter. Daher habe man sich auch bereits entschieden, dass am neuen Standort keine Tonträger mehr geführt werden. «In den kommenden Wochen wird die definitive Ausgestaltung des Angebots bestimmt und gemeinsam mit den Mitarbeitenden neue Vertriebsstrategien definiert», erklärt der Musik-Hug-Vertreter. Weitere Informationen werden im Mai folgen.

1807 wurde die Musik Hug AG gegründet. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen in seinen Filialen 288 Mitarbeitende inklusive 39 Lernende und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013/14 einen nicht konsolidierten Umsatz von rund 65 Millionen Franken. 

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1 Kommentare
  1. Marco Müller, 12.04.2015, 14:03 Uhr

    Die aktuelle Entwicklung im Herzen von Luzern ist äusserst bedenklich. In den letzten Wochen haben gleich mehrere Geschäfte ihre traditionellen Lokale in der Altstadt verlassen müssen oder dies angekündigt. In zwei der betroffenen Geschäftsliegenschaften werden internationale Uhrenkonzerne einziehen.
    Der Branchenmix in der Altstadt wir immer einseitiger. Dass die Altstadt definitiv zu einem Konsumtempel für asiatische Touristengruppe verkommt, stimmt äusserst nachdenklich. Immer mehr ist unter den Einheimischen zu hören, dass sie mittlerweile einen grossen Bogen um den Schwanenplatz, Falkenplatz und Kapellplatz machen.
    Meiner Einschätzung nach ist der Goodwill der Luzernerinnen und Luzerner bald aufgebraucht. Die Politik, Cityvereinigung und Luzerner Tourismus sind gefordert, hier Gegensteuer zu geben.
    Persönlich fühle ich mich bestärkt darin, dass ein Parkhaus Musegg – genauso wie das Projekt Metro – das Geschäft mit den asiatischen Reisegruppen weiter ankurbeln werden. Und auch zur Verbesserung des Branchenmixes in der Altstadt sind diese Projekte definitiv keine Lösung, denn mit neuen Parkmöglichkeiten direkt in oder vor der Altstadt werden die Mieten der Geschäfte weiter ansteigen. So müssen bald noch weitere, traditionelle Luzerner Firmen der Altstadt den Rücken zukehren.
    Marco Müller, Präsident Grüne Stadt Luzern

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