Fusion der Luzerner Museen: Quartierverein schlägt Umbau vor
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Wo die Luzerner Museen künftig angesiedelt sind, liegt noch im Nebel.

Standortentscheid verzögert sich Fusion der Luzerner Museen: Quartierverein schlägt Umbau vor

3 min Lesezeit 3 Kommentare 28.07.2020, 11:34 Uhr

Die auf Frühsommer angekündigte Studie des Kantons zur Standortfrage für das neue «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft» verzögert sich. Doch nicht alle mögen sich gedulden. Der Quartierverein bezieht Position.

Das Historische und das Natur-Museum Luzern sollen zum «Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft» werden und einen gemeinsamen Standort erhalten. Dies hat der Luzerner Regierungsrat im Herbst 2018 beschlossen.

Die heiss diskutierte Idee: Die Museen sollten ins alte Zeughaus Musegg zügeln, am bisherigen Standort in der Pfistergasse könnten die Gerichte einziehen.

Nachdem die Machbarkeitsstudie zum alten Zeughaus positiv ausfiel, kündigte die Dienststelle Immobilien an, den Standort mit einer Studie vertieft zu prüfen (zentralplus berichtete). Angekündigt wurde die Studie für den Frühsommer 2020 – anschliessend sollte auch die grundsätzliche Standortempfehlung politisch aufs Parkett gebracht werden.

Ergebnisse bis Ende Jahr

Die Studie befasst sich ausschliesslich mit dem Zeughaus Musegg als Standort. Andere Überlegungen gebe es derzeit nicht, hält die zuständige Dienststelle fest.

Nach einer Anfrage zum Stand der Studie beim Kanton wird weiter klar, dass sich die Sache verzögert: Man brauche etwas mehr Zeit als geplant, teilt Karin Pauleweit, Leiterin der Hochschulbildung und Kultur, mit. Genauer: «Wir gehen davon aus, dass wir die Ergebnisse bis Ende dieses Jahres dem Regierungsrat vorlegen können.»

Voraussichtlich im Frühjahr 2021 könnte die Vorlage dann im besten Fall in die Vernehmlassung gehen, womit die politische Diskussion lanciert wäre.

Neuer Vorschlag aus dem Kleinstadt-Quartier

Doch so lange warten will man beim Quartierverein Kleinstadt nicht. In der aktuellen Ausgabe positioniert man sich klar zur Standortfrage: Man würde einen Wegzug der Museen «ausserordentlich bedauern». Während die Museen das Quartier auf willkommene Weise beleben würden, sei man gegen die von der Regierung geplante «Gerichtsmeile an privilegierter Lage», wie die «Luzerner Zeitung» damals titelte.

Kritik am Vorhaben des Kantons, das sich gerade in der Prüfung befindet, übt im Beitrag auch Architekt Walter Imbach. Das Credo der neuen Museumsdirektorin Almut Grüner, «näher bei den Leuten» zu sein, sei beim alten Zeughaus nicht möglich.

Ein Museumsbesuch «über die 300 Meter lange, steile Museggstrasse ohne ÖV» stehe in «krassem Widerspruch» zum Motto der neuen Museumsdirektorin, lässt er sich zitieren. Zudem wirke der Umzug in einen «wuchtigen Militärbau» eher abweisend als einladend.

Die Skizze von Architekt Walter Imbach in der Kleinstadt-Quartierzeitung. Durch einen Verbindungsbau sollen die oberen Stockwerke der beiden Museen zusammengeschlossen werden.

Imbach wartet stattdessen mit einem Vorschlag auf, wie zwischen den Museen am heutigen Standort eine Verbindung möglich wäre, und zwar «erst noch auf perfekte architektonische Weise»: Er schlägt eine zweite Eingangshalle mit Sicht auf die Reuss vor, von wo aus der Aufstieg in die Museen zum oberen, durchlaufenden Hauptgeschoss führen würde.

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3 Kommentare
  1. Margarita, 29.07.2020, 09:04 Uhr

    Dem Kanton dürfte für solche unnötigen Experimente bald das Geld fehlen. Sollte es wieder, wie bei der Spange Nord, in eine Art Machdemonstration ausarten? Stadt und vorallem die QuartierbewohnerInnen sind auch diesmal dagegen..

  2. Peter Lehmann, 28.07.2020, 13:12 Uhr

    Alleine die Anpassungen an die Anforderungen bezüglich BehiG sind kaum umsetzbar bzw. sehr teuer am neuen gewünschten Standort. Um die Anforderungen einhalten zu können ist nämlich ein Tunnel mit Liftanlage ins Gebäude vonnöten, da die Anfahrtsrampe zu steil ist. Vom ÖV kommend müsste zudem noch die Spreuerbrücke überquert werden, oder ein Umweg über die Geissmattbrücke gemacht werden.
    Die Gerichte könnten ganz locker am Seetalplatz bei den anderen Beamten in der neuen Kantonsverwaltung angesiedelt werden. In einem Neubau kann man viel besser spezifisch auf deren Wünsche eingehen und muss nicht an wahrscheinlich denkmalgeschützten Räumlichkeiten rumwerken.
    Der Umzug der Museen ist für mich nichts Anderes als eine Schnapsidee. Oder geht es um Eitelkeiten der Richterinnen und Richter?

    1. tonino wir sind cool.org, 29.07.2020, 09:49 Uhr

      Geschätzte Regierungsräte und ParlamentarierInnen des Kantons Luzern
      Nicht nur viele StadtluzernerInnen machen sich Sorgen darüber, was nach der SPARschweinerei der letzten Jahre für die jüngere Generation noch übrig bleibt. Geschlossene Schulen (Okt. 2016), Museen «auf Wanderung im Kanton», Kantonsstrassengrösserungen durch Kartiere u.a.m. lassen grüssen.
      Warum wohl wird nicht die kostengünstigere Lösung mit einem optimal erreichbaren «GerichtsZENTRUM» statt einer «Gerichtsmeile an privilegierter Lage» priorisiert?⁉

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