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Moser, das Mädchen für alles am Filmdreh
  • Kultur
Franz Moser sorgt an Drehplätzen für Ordnung. (Bild: Nina Laky)

Schauplatz Luzern Moser, das Mädchen für alles am Filmdreh

4 min Lesezeit 11.02.2015, 11:05 Uhr

Wenn irgendwo in der Stadt Luzern ein Film gedreht wird, ist er dabei: Franz Moser ist für die Filmlocation Lucerne die Vertrauensperson der Schauspieler, lässt Strassen sperren und besichtigt Wohnungen. Mittlerweile ist er zudem ein Teil der Tatort-Familie. Auch nach sechs Jahren im Amt erlebt er noch immer Kurioses.

Franz Moser hat einen äusserst abwechslungsreichen Job. Er ist nämlich Drehbeauftragter der Stadt Luzern respektive von Filmlocation Lucerne (siehe Box) und tummelt sich in dieser Funktion etwa an Tatort- oder Bollywood-Spielplätzen, am Set von Johnny Burns neuem Musikvideo oder behält die Glasbox vor dem KKL im Blick. Die schweizweit gesendete Spendenaktion «Jeder Rappen zählt» zog es nicht einfach so in die Stadt Luzern, weiss Moser. «Das machte unter anderem die Filmlocation Lucerne möglich.» Auch dass der Pilatus oder die Museggtürme immer öfters über inländische und ausländische Bildschirme flimmern, ist mitunter Mosers Verdienst.

Moser ist sich gewohnt, zwischen verschiedensten Personen zu vermitteln. Denn wenn Polizisten und Schauspielerinnnen miteinander reden müssen, wie bei Tatortdrehs, oder Bollywoodstars und lokale Countrybands für eine Soap aus Indien zusammen spielen sollen, dann ist das nicht immer ganz einfach.

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Bürokram und Strassensperrungen

Ein Drehbeauftragter muss viel reden, das merkt man. Moser spricht am Interview mit zentral+ schnell, raucht, schaut auf sein Handy, raucht und redet weiter. Wegen einem wichtigen Mail, das im Spamordner gelandet ist, muss er am Nachmittag wieder zurück ins Büro. «Vom Büro aus organisiere ich Termine und mache Papierkram. Später auf dem Set mache ich dann eigentlich alles, was zu einem reibungslosen Drehablauf gehört.» Was denn zum Beispiel? Franz Moser schaut auf eine Strassenkreuzung und sagt: «Wenn es für den Dreh wichtig ist, könnte ich die ziemlich schnell sperren lassen.»

Mehr Touris kommen dank Tatort-Serien

Filmlocation Lucerne gibt es seit sechs Jahren und wurde in Zusammenarbeit mit Luzern Tourismus und der Stadt und dem Kanton Luzern gegründet. Das Ziel: Die Zentralschweiz als Filmkulisse bekannt machen. Die Organisation bietet Hilfeleistung in der Location-Suche oder bringt die Crew in den gewünschten Hotels unter. Der Eventstandort Zentralschweiz soll etabliert und die Filmemacher vor Ort unterstützt werden. In der Schweiz gibt es einzig in der Stadt Zürich ein ähnliches Projekt.

Das «Zurich Film Office» ist bei «Zürich Tourismus» angesiedelt und entstand 2011. Yves Bisang, Leiter des «Zurich Film Office», sagt: «Die Idee gab es schon 2005, wurde aber aufgeschoben. Als die Filmlocation Lucerne gegründet wurde, war dann auch für Zürich der Zeitpunkt da.» Die Bestrebungen, für die eigene Stadt in der Filmbranche zu werben, sind nicht neu. In Amerika gehöre diese Arbeit zum Alltag.

«Luzern hatte mit der Initiierung des Projekts den richtigen Riecher zur richtigen Zeit», sagt Franz Moser. Moser war von Anfang an dabei und versteht die Dienstleistung nicht als Luxus. Er ist überzeugt: «Dank unserer Arbeit fliesst viel Geld zurück. Nach jedem Tatort kommen unzählige Touristen mehr.» Diesen Rücklauf an Tatort-Touristen möchte nun auch Luzern Tourismus besser bewirtschaften. Geplant ist ein eigens kreierter Stadtrundgang zu den verschiedenen Tatort-Drehorten (zentral+ berichtete exklusiv).

«Nach jedem Tatort kommen unzählige Touristen mehr.»

Franz Moser, Drehbeauftragter Luzern

Tatort bleibt in Luzern

Die Tatortproduktionen nehmen Franz Moser am meisten in Anspruch. «Es ist schön: Das Team ist, vom Produzenten bis zum Kameraassistenten, eine richtige Familie geworden.» Muss er diese Familie auch ein wenig beschützen? «Ja, es ist schon schwierig, wenn man zum Beispiel tagelang in der Kasymir-Pfyffer-Strasse dreht. Wir machen vielen eine Freude, andere wiederum machen wir mit der Präsenz wütend.»

Die Zukunft der Tatort Produktionen wird weiterhin in Luzern sein, ist Moser überzeugt. «In der Viscose-Stadt in Emmenbrücke wurde extra ein Studio aufgebaut.» Solche Entscheidungen treffe man nicht, wenn man kurzfristig denke.

Freude über geheime Produktionen

Nach sechs Jahren auf Drehsets in der Stadt Luzern hat Moser viel erlebt, kann sich aber immer noch wundern: «Es gibt da so eine Frau, die steht am Set mit allen Drehplänen und weiss jeweils alles über die Produktion, sei es über den Tatort oder über andere Filme. Woher sie die internen Infos hat, ist uns ein Rätsel. Sie kommt wegen den Autogrammen.»

Im Jahr 2015 könne Franz Moser auch endlich Projekte verwirklichen, die bis heute aus unterschiedlichen Gründen nicht zu Stande kamen. «Darüber sage ich aber natürlich nichts, man wird es dann schon sehen», sagt Moser. Trotz strengem Dreh- und somit Arbeitsplan denkt auch Moser nicht ans Aufhören. «Die Monate sind intensiv, dann ist fast kein Privatleben mehr möglich, aber der Job ist nach wie vor einer der besten.»

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