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Mit Verzögerung: Ex-«Havanna» setzt auf Fleisch
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Gastronomin Filiz Sezer im Gespräch mit einem Besucher. Im Hintergrund das neue Restaurant mit Grill. (Bild: mbe.)

News aus Luzerner Gastroszene Mit Verzögerung: Ex-«Havanna» setzt auf Fleisch

5 min Lesezeit 1 Kommentar 02.01.2016, 17:15 Uhr

Doch noch: Das «Ampersand» an der Hirschmattstrasse ist offen. Ein paar Überraschungen sorgten beim Umbau des ehemaligen «Havanna» für Verzögerungen. zentral+ schaute sich das neue Lokal an und warf für Sie einen Blick in die Karte.

Die Besitzer Cafer und Filiz Sezer sind stolz. Ihr neustes Lokal ist schön geworden, auch wenn noch nicht alles ganz fertig ist. Am Mittwochabend haben die aus der Türkei stammenden Gastronomen ohne Aufhebens mal geöffnet, testweise. Nur ein Zettel an der Türe machte darauf aufmerksam. «Ich konnte nicht mehr und hielt das Warten nicht mehr aus», sagt Filiz Sezer.

Offener Raum mit Grill

Was einem als Erstes ins Auge sticht, wenn man eintritt: ein Grill mit offenem Feuer, der mit Buchenholz beheizt wird. Links vom Eingang befindet sich das Restaurant mit Grill, rechts das Bistro mit Bar und Tischchen, dahinter entsteht eine Raucher-Lounge und es gibt eine Vinothek, wo man Weine degustieren und direkt an den Tisch mitnehmen kann.

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Das neue Lokal heisst Ampersand (siehe Kasten) und ist multifunktional gestaltet: Es ist Grill, Restaurant, Bistro, Vinothek und Zigarren-Lounge in einem. «Unser Ziel ist, dass der Gast den ganzen Abend bei uns verbringen, an verschiedenen Orten verweilen und geniessen kann», erklärt Filiz Sezer. Doch die Hauptattraktion ist das Restaurant. Ihr Mann Cafer esse gerne und sei ein Geniesser, fügt sie hinzu, er habe schon immer ein solches Lokal realisieren wollen.

Doch warum musste das «Havanna» im Herbst überhaupt schliessen? Rentierte es nicht mehr, wie gemunkelt wurde? «Das Havanna war immer noch beliebt und ist gut gelaufen», sagt Cafer Sezer. Doch die Infrastruktur sei veraltet gewesen. Zudem habe man etwas Neues realisieren wollen. «Gemäss unserer Marktanalyse fehlt in Luzern ein Fleischrestaurant.»

«Unser Ziel ist, dass der Gast den ganzen Abend bei uns verbringen und geniessen kann.»
Filiz Sezer, Gastronomin

Ein Kilo Fleisch gefällig?

Was bedeutet der Name?

Ampersand tönt hübsch. Orientalisch? Nein. Die Inhaber «hirnten» an einem Namen herum und überlegten sich, dass ihr Lokal ein Restaurant, ein Bistro, eine Vinothek und ... und ... und sei. Deshalb wählten sie das Et-Zeichen (&), auch als Kaufmanns-Und bezeichnet, als Signet. Auf Englisch nennt man dieses Zeichen Ampersand, der Name war kreiert.

Fleischliebhaber kommen im «Ampersand» voll auf ihre Kosten. Gewisse Fleischstücke werden im Lokal in einem Reifeschrank gelagert. Beim Rind zum Beispiel das knochengereifte Ribeye US Dry Aged 30, das Tomahawk US Dry Aged oder das T-bone Dry Aged. Die Fleischmenge kann man frei wählen, zwischen 200 Gramm bis zu einem Kilo wiegt das Teil auf dem Teller.

Weitere Spezialitäten auf der Karte sind Koteletts Pata-Negra (vom iberischen Schwein, das nur mit Eicheln gefüttert wird). Doch auch schlichtere, günstigere Fleischgerichte wie Lammrackets, Mistkratzerli oder Würste finden sich auf der Karte. Serviert wird das Fleisch mit Beilagen nach Wunsch wie Pommes Frites, Polenta, Kartoffelgratin und verschiedenen Gemüsesorten.

Dann gibt es ein Angebot an Fisch und Austern, Trockenfleisch, Tatar und Burger sowie Fleischkäse aus dem Ofen. Dazu gehört auch Charcuterie wie Prosciutto San Daniele, Jamon Ibérico oder Bündner Trockenfleisch. Zum Aufschneiden dieser Delikatessen wurde eine Original-«Berkel» angeschafft – das ist quasi der Rolls Royce unter der Fleischschneidemaschinen.

Tagesmenü für 22.50 Franken

Wer’s leichter oder kleiner mag, kommt bei den Vorspeisen auf seine Kosten. Es gibt eine Tagessuppe, verschiedene Salate, ebenso Käse oder Merguez mit Hausbrot und scharfem Senf. Ausserdem ein Tagesmenü, hausgemachtes Brot und Desserts. Die Preise sind eher moderat, ausser beim Fleisch natürlich. Die Tagessuppe kostet 8 Franken, für das Tagesmenü legt man 22.50 Franken hin. Viele Speisen kann man in verschiedenen Portionengrössen bestellen.

«Wir wollen kein Highclass-Lokal sein», stellt Cafer Sezer klar. «Unser Wunsch ist es, jedem etwas zu bieten, die Preise sind meiner Meinung nach fair gestaltet.»

«Wir wollen kein Highclass-Lokal sein und jedem etwas bieten.»
Cafer Sezer, Inhaber «Ampersand»

Überraschungen beim Umbau

Cafer Sezer freut sich über sein neues Lokal. «Da steckt mein Herzblut drin und zwei Jahre Planung», fügt der Inhaber hinzu. Als man im September begann, das Erdgeschoss des alten Hauses umzubauen, kamen einige Überraschungen zum Vorschein. Zum Beispiel einige vergipste Wände. Unklar war zuerst auch wegen der vielen Einbauten, welches die tragenden Wände waren. «Der Architekt musste seine Pläne anpassen», sagt Sezer. Deshalb resultierte die Verzögerung. Eigentlich sollte das «Ampersand» schon im November eröffnet werden. Nun dauerte der Umbau halt vier statt drei Monate.

Die Umbaukosten will der Besitzer nicht beziffern. Aber Sezer spricht von einer «Grossinvestition». Das «Havanna»-Lokal sei wieder in den Rohbauzustand versetzt, das neue Lokal von A bis Z komplett neu gebaut worden.

Noch ist nicht alles fertig. «In den nächsten Wochen wird man immer wieder neue interessante Details entdecken können», sagt Filiz Sezer. Zum Beispiel speziell angefertigte Lampen für das Bistro. Die Zigarren-Lounge, wo man auch Rum geniessen kann, ist ebenfalls noch nicht bereit. «In zirka drei Wochen wird das Lokal fixfertig eingerichtet sein.» Auch die offizielle Eröffnungsfeier findet Mitte Januar statt. 
Die Inhaber führen das Lokal nicht selber; sie haben einen Geschäftsführer angestellt und beschäftigen rund 20 Mitarbeiter, die diese Tage das erste Mal im Einsatz sind.

Verlängerung bis 4 Uhr bewilligt

Bis 22.30 Uhr kann man essen im «Ampersand». Danach ist aber noch nicht Schluss. Die Wirte haben eine Verlängerung bis 4 Uhr beantragt und auch erhalten. «Es wird kein neuer Club, höchstens hören wir mal Jazzmusik und sitzen in der Lounge», sagt Cafer Sezer. Einsprachen habe es keine gegeben. Man habe sich bedankt bei den Nachbarn im selben Haus und in den Nachbarliegenschaften. Sezers laden Nachbarn im Januar zu einem Apéro ein.

Drittes Lokal der Sezers, viertes folgt

Neben dem neuen Lokal gehören der Familie Sezers in Luzern bereits die gleich gegenüberliegenden «Jeff’s Burger» und das «Basilico». Zudem wollen sie 2016 in der Altstadt an der Reuss ein weiteres Burgerrestaurant realisieren (zentral+ berichtete). Die mündliche Zusage der Baubewilligung von der Stadt habe er, sagt Cafer Sezer, die schriftliche erwartet er nach den Feiertagen. Sezer ist zuversichtlich, im Januar mit dem Umbau beginnen zu können. Den Namen seines nächsten Restaurants will er noch nicht verraten.

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1 Kommentare
  1. bla blabla, 03.01.2016, 16:35 Uhr

    “Man habe sich bedankt bei den Nachbarn im selben Haus und in den Nachbarliegenschaften.”
    Aha. Bei mir ist noch kein Dank angekommen – bin im selben Haus wohnhaft und gottfroh, dass der Lärm endlich vorbei ist. Auf die Einladung für das Apéro bin ich gespannt.

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