Regionales Leben

Wirtschaft zum Schützenhaus» eröffnet Mitte April
Mit Urs Berger kommt Leben ins «FCL Stübli»

  • Lesezeit: 6 min
Urs Berger übernimmt ab dem 1. März die Gastroleitung des «Schützenhauses» und ist vor der Eröffnung vor allem mit dem Umbau beschäftigt.
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Urs Berger übernimmt ab dem 1. März die Gastroleitung des «Schützenhauses» und ist vor der Eröffnung vor allem mit dem Umbau beschäftigt. (Bild: Elia Saeed)

Mit Hilfe des FCL-Mehrheitsaktionärs Bernhard Alpstaeg öffnet die «Wirtschaft zum Schützenhaus» in Luzern nach fast zwei Jahren ihre Pforten ab Mitte April wieder. Mit dem «FCL-Stübli» gibt es darin einen neuen Treffpunkt für die Fans.

Als der FCL noch im alten Allmend-Stadion kickte, bewirtete die Spielerlegende Hanspeter Burri die Fans für fast 20 Jahre. Burri hat nach seiner Aktivkarriere unter anderem das Stadion-Catering geführt und im ehemaligen «LSC-Stübli» eine Stadionbeiz betrieben. Mit dem Bau der Swissporarena übernahm 2011 die Migros das Catering, während die Stadionbeiz ganz verschwand.

Jahrelang war immer wieder die Rede davon, beim Stadion einen neuen Fantreffpunkt zu schaffen. Dafür wurde ein passender Ort gesucht, es gab bürokratische Abklärungen, Kostenevaluationen und viele Sondierungsgespräche – ohne Erfolg. Über ein Jahrzehnt lang. Doch die Suche hat nun ein Ende.

Seit letztem Jahr ist klar: Der FCL erhält in der «Wirtschaft zum Schützenhaus» ein neues Fanlokal.(zentralplus berichtete). Und seit dieser Woche ist bekannt, dass Urs Berger der neue Gastro-Leiter sein wird (zentralplus berichtete). Geplant ist, dass das traditionsreiche Gasthaust Mitte April seine Pforte wieder öffnet. Nach fast zwei Jahren Pause. zentralplus hat beim neuen Chef, dem FCL und seinen Fans nachgefragt, wie das Lokal wiederbelebt werden soll.

Verzahnte Verknüpfung

Das Schützenhaus Luzern steht nicht unter direkter Führung des Fussballclubs. Pächterin ist die neu gegründete «Stadion Luzern Gastro AG» im Besitz des FCL-Mehrheitsaktionärs Bernhard Alpstaeg. Mit dieser AG schloss die Schützengesellschaft der Stadt Luzern einen langfristigen Pachtvertrag. Darin ist vorgesehen, dass der FC Luzern und alle mit ihm direkt verbundenen Organisationen für mindestens zehn Jahre lang Vorzugspartner werden. Diese Unterscheidung ist dem FCL wichtig, weshalb man auch nicht unbedingt von einer «Stadionbeiz» sprechen will, sondern den Namen des Etablissements hochhält.

Im Anbau des Gasthauses zum Stadion hin soll das neue «FCL Stübli» entstehen – und eventuell auch ein Fanshop.
Im Anbau des Gasthauses zum Stadion hin soll das neue «FCL-Stübli» entstehen – und eventuell auch ein Fanshop.

Das eigenständige Schützenhaus biete dem FCL einen Platz direkt neben dem Stadion, «der zum gesellschaftlichen Austausch vor und nach unseren Heimspielen einlädt», sagt FCL-Medienchef Markus Krienbühl. Er sitzt in der Geschäftsleitung der neuen AG und ist dort für die Kommunikation zuständig. Seine Personalie, zusammen mit dem FCL-CFO Richard Furrer und dem FCL-Verwaltungsrat Bruno Affentranger, die ebenfalls zur Geschäftsleitung der «Stadion Luzern Gastro AG» gehören, zeige die enge Verzahnung der Unternehmen, wobei es jedoch keine direkte Verknüpfung mit der FC-Luzern-Gruppe gebe.

Gestaffeltes Projekt

Der FCL habe «mit dem eigentlichen Betrieb des Restaurants finanziell nichts zu tun», sagt Krienbühl. Entsprechend tätige die «Stadion Luzern Gastro AG» ihre Investitionen selbst – auch wenn sie denselben Mitbesitzer hat wie der FCL. Für die Renovation und den Umbau der Gastwirtschaft Schützenhaus Luzern werden rund 1,3 Millionen Franken veranschlagt. Laut Urs Berger, der ab dem 1. März als Gastroleiter im Schützenhaus amtet, nehme vor allem die Kompletterneuerung der Küche und die Asbestbeseitigung viel Zeit in Anspruch. Deshalb erfolge die Neueröffnung erst Mitte April. Der ursprüngliche Plan sah vor, das Lokal mit Beginn der Rückrunde wieder zu öffnen.

Zu den möglichen Ausbauplänen gehören in einem zweiten Schritt unter anderem die Errichtung von Büroräumlichkeiten oder die Modernisierung des Sitzungsraumes im Obergeschoss (zentralplus berichtete). Der Anbau, der bisher mit Spielanlagen genutzt wurde, stehe momentan leer. Hier soll neu das «FCL-Stübli» entstehen und eventuell auch ein Fanshop beheimatet werden. Die Planung sei diesbezüglich noch nicht abgeschlossen und werde erst noch konkretisiert. «Wir sprechen hier von einem gestaffelten Projekt», erklärt Krienbühl, «momentan liegt der Fokus ganz klar auf der Eröffnung des Restaurants.»

Begrenzte Kapazitäten

Als es in früheren Jahren um die Evaluation von Fantreffpunkten beim Stadion ging, sprach man von einer Mindestkapazität von 800 Leuten. In der «Wirtschaft zum Schützenhaus» haben im Restaurant und Speisesaal rund 300 Gäste Platz. Inklusive Anbau erhöht sich diese Zahl auf rund 500 Plätze. Man sei durch die Grösse des Grundstückes beschränkt, sagt Urs Berger. «Im Sommer werden wir versuchen, die Kapazitäten auf der Terrasse zu nutzen.»

Die «Wirtschaft zum Schützenhaus» liegt nur einige Meter direkt neben dem Stadion und soll vor allem an Heimspiel-Tagen als Treffpunkt für die Fans dienen.
Die «Wirtschaft zum Schützenhaus» liegt nur einige Meter neben dem Stadion und soll vor allem an Heimspieltagen als Treffpunkt für die Fans dienen.

Man arbeite erst einmal mit dem, was man habe, «später werden wir eventuell dort erweitern, wo es Sinn macht und wo wir es auch machen dürfen», erklärt Berger. Dies sei allenfalls im Aussenbereich eine Option, konkretisiert Krienbühl. Wie es mit der Ausgestaltung des Stüblis aussehe, oder ob die Büros von der FCL-Geschäftsstelle genutzt würden, könne heute noch nicht gesagt werden. «Da werden wir uns auch mit den Fans bezüglich deren Bedürfnissen austauschen», sagt Krienbühl.

Belebter Treffpunkt

Bei der Fanarbeit Luzern freue man sich über die Realisierung des Schützenhauses, sagt deren Leiter Fabian Achermann. Die Fans sähen in der Neueröffnung der Gaststube «eine gute Ergänzung zum Fanlokal ‹Zone 5› am Bundesplatz». Sie fänden es grundsätzlich wichtig, «das Schützenhaus nicht als ‹neues Fanlokal›, sondern als schon länger gewünschten und belebten Treffpunkt für alle FCL-Fans in unmittelbarer Nähe zum Stadion zu sehen».

Zu den Bedürfnissen der Fans gehörten bezahlbare Konsumation und Möglichkeiten zur spieltagunabhängigen Nutzung, also Räume für Sitzungen oder Veranstaltungen wie Feste oder Ausstellungen. Ob es sogar eine Art FCL-Museum im Schützenhaus Luzern geben werde, lässt Markus Krienbühl offen.

«Verschiedene Entscheidungen sind noch nicht abschliessend getroffen worden.» Es gebe verschiedene Räume, «und allenfalls gibt es die Möglichkeit, dass man das machen würde». Wichtiger ist ihm, zu betonen: «Das Schützenhaus soll nicht nur FCL-Fans ansprechen. Es ist ein Restaurant, welches allen offen stehen soll.»

Mögliche Rabatte

«Wir müssen an 340 Tagen im Jahr ohne FCL-Fans, die an ein Heimspiel gehen, leben», sagt Urs Berger. Der Betrieb werde ganzjährig an sieben Tagen die Woche laufen. «Es muss ein Restaurant sein, in das auch Menschen aus dem Naherholungsgebiet und Gruppen für Bankette oder Festivitäten hereinkommen.» Die FCL-Fans seien zwar ein wichtiger, aber eben nur ein Teil der Gästegruppe. Sie müssten «die Fans anders spüren als die Vorbesitzer», erklärt Berger. «Wir fangen hier sozusagen mit einem leeren Blatt Papier wieder an.»

Der FC Luzern hat zwar denselben Mit-Besitzer wie das neue «Schützenhaus», ist aber finanziell nicht mit dem Gastrobetrieb verknüpft.
Der FC Luzern hat zwar denselben Mitbesitzer wie das neue Schützenhaus, ist aber finanziell nicht mit dem Gastrobetrieb verknüpft.

Zwar sei noch nichts spruchreif, aber man könne davon ausgehen, «dass es für unsere treuen Fans sicherlich etwas Spezielles geben wird», sagt FCL-Medienchef Krienbühl. Man sei mit dem FCL im Austausch bezüglich möglicher Rabatte, ergänzt Gastroleiter Berger. «Ich gebe gerne zurück, was mir die Leute bringen, anstatt einfach Beiträge zu sprechen, ohne die Leute dahinter zu sehen.»

Gutes Essen im Vordergrund

Da auch Spieler und Clubmitarbeiterinnen regelmässig im Schützenhaus essen werden, sollen die Gerichte auf der Speisekarte nicht allzu schwer sein. «Wir werden uns diesbezüglich dem FCL angleichen und so auch Gerichte auf der Karte haben, die sportlergerecht sind», erklärt Urs Berger, der zwar auch in der Küche anzutreffen sein wird, aber noch einen Chefkoch anstellen will. Das gute Essen stehe im Vordergrund. Letztlich müsse das Lokal auch dann als Betrieb funktionieren können, sollte der FC Luzern mal absteigen.

Als Hanspeter Burri vor über zehn Jahren das Catering im FCL-Stadion abgab, sagte er mit einem Augenzwinkern: «Jetzt muss ich wenigstens nicht mehr wegen des Umsatzes zittern, wenn der FCL am Verlieren ist.» Dazu sagt Krienbühl, dass die «Wirtschaft zum Schützenhaus» nicht funktionieren würde, «wenn wir uns nur auf den FCL-Fan an den Spieltagen fokussieren». Denn «dann hätten wir ein komplett falsches Konzept». Natürlich helfe es, wenn der FC Luzern in der Super League spiele. In erster Linie aber soll das Schützenhaus für den FC Luzern und seine Fans «das Matchtag-Erlebnis massiv steigern».

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung des FC Luzern
  • Gespräch mit Gastroleiter Urs Berger
  • Gespräch mit Fanarbeit Luzern
Weitere Quellen
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