Mit Hardrock und Fötzeliregen – «Lakeside» traut sich zurück
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Der Verein «Lakeside» war in den vergangenen Jahren von einem Auf und Ab geprägt. (Bild: jav)  

Das Festival in Hergiswil hat überlebt Mit Hardrock und Fötzeliregen – «Lakeside» traut sich zurück

3 min Lesezeit 09.07.2016, 16:28 Uhr

Das Lakeside-Festival ist zurück und Petrus hat sich dieses Jahr entschieden, mitzuspielen. Das hat auch zentralplus und mischte sich unter die Festivalmeute.

Es sah böse aus fürs «Lakeside» vor zwei Jahren. Das Wetter hatte in Kombination mit nicht gerade günstigen Acts den Organisatoren einen fetten Strich durch die Schlussrechnung gemacht. Vier Tage Dauerregen verursachten ein Leck von 70’000 Franken. Nachdem sich die Veranstalter jedoch etwas erholt hatten, entschieden sie, es nochmals zu versuchen.

Per Crowdfunding haben bei der Aktion «I Saved The Lakeside» fast 60 Unterstützer rund 11’000 Franken zusammengetragen. Gönner, Partner, das Amt für Kultur Nidwalden und die Gemeinde Hergiswil brachten den Rest auf und das Festival in Hergiswil, welches seit 2001 existiert, war aus den Miesen.

Nun ist das Festival zurück.

Das liebe Geld

Der Donnerstagabend habe mit dem Comedyprogramm rund 200 Leute angelockt, schätzen die Organisatoren. Das ist auch für einen Donnerstag relativ schwach. Trotzdem scheint das Team zuversichtlich zu sein. Und am Freitagabend ist das Festivalgelände gut gefüllt.

Für den Freitagabend und Samstag sieht es auch in der Wettervorschau und im Vorverkauf gut aus fürs Lakeside. Dieses Jahr wäre man auch für Regenwetter bestens vorbereitet. Eine ziemliche Fläche vor der Bühne ist überdacht. So sinnlos dieser Aufwand in diesem Jahr erscheint – und wie sinnvoll er vor zwei Jahren gewesen wäre –, vielleicht sind einige Festivalgäste am Samstagnachmittag froh um etwas Schatten.

Bescheidenes Programm

Doch genug vom Wetter, bei Festivals sollte es doch vor allem um die Musik gehen. Eigentlich. Ein Blick auf das Lakeside-Programm lässt dieses Jahr aber wahrscheinlich kaum jemanden in Staunen oder Freudensprünge versetzen. Überraschendes oder Neues ist kaum dabei.

Viele Bands aus der Region, viele altbekannte Gesichter treten auf. «Gut so», heisst es vonseiten der alten Lakeside-Crew. Nach der letzten Ausgabe hat man sich wohl dieses Jahr dafür entschieden, etwas bescheidener aufzufahren und langsam wieder aufzubauen.

Rockiges Familientreffen

Und für alle Rockfans lässt der Freitagabend trotzdem keine Wünsche offen. Es wird headgebangt und abgerockt. Das Bier fliesst und die Fötzeliregen fliegen.

Das Wetter spielt ebenfalls perfekt mit, und die Stimmung auf dem Gelände ist dementsprechend. Man kennt sich, kennt die Bands, es ist wie ein grosses Klassen- oder Familientreffen. Zweiteres trifft alterstechnisch eher zu – ist das Publikum doch sehr gemischt unterwegs. Von den Kleinen mit Pamir auf den Ohren bis hin zu den älteren Pärchen mit passenden Windjacken ausgerüstet. Und auch später am Abend hält sich die Durchmischung.

Die Konzerte passen perfekt zusammen, das Publikum ist in Fahrt, das Essen schmeckt und das Bier ebenso. Der Festival-Standort direkt am See macht bei Sommerwetter richtig etwas her. Die Lounge ist den ganzen Abend voll belegt, Leute liegen im Gras, viele sind barfuss.

Abgang bei Sonnenaufgang

Wie es sich fürs Lakeside-Festival gehört, geht die Party anschliessend in der Zgraggen-Bar weiter. Sobald die Security, welche sich tatsächlich mit Seifenblasen ein Lächeln entlocken lassen, damit beginnen, die Nachteulen aus dem Gelände zu scheuchen, füllt sich die Bar in der Darmfabrik um die Ecke.

Und wenn die Sonne aufgeht, ist es Zeit, nach Hause zu gehen. Hoffentlich auch nächstes Jahr wieder.

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