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Mit einem Nackenschlag auf  Tournee
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Die Zuger (vorne Jan Kovar) sind von den Rapperswilern (Cedric Hüsler) zum zweiten Mal in dieser Saison überragt worden. (Bild: Andy Müller/freshfocus)

EVZ verliert 2:3 gegen Rapperswil-Jona Lakers Mit einem Nackenschlag auf Tournee

4 min Lesezeit 19.10.2019, 05:00 Uhr

Eine Heimniederlage gegen eine graue Maus in der Liga ist kein Mutmacher für den EVZ vor einer Serie von vier Auswärtsspielen. Verrückt: Der Rapperswiler Goalie, der in dieser Saison schon zweimal das Tor des Zuger Farmteams hütete, hielt den 3:2-Sieg fest.

Mit zuvor fünf Siegen in sieben Heimspielen machten sich die Zuger daran, die Bossard Arena zu einer Festung auszubauen. Und dann das: Ausgerechnet Rapperswil-Jona fügte dem EVZ im zweiten Direktduell dieser Saison die zweite Pleite zu. Das schmerzt. «Unser Auftritt hat mich enttäuscht», machte Zug-Trainer Dan Tangnes kein Geheimnis um seine Gemütslage.

Wie konnte das passieren? Der EVZ agierte defensiv zu fahrlässig. Nach nicht einmal sieben Spielminuten lag er bereits 1:3 im Hintertreffen. Und offensiv fehlte die Wucht der vorangegangenen Auftritte. Es machte den Eindruck, dass die Zuger an diesem Abend noch mindestens ein weiteres Drittel hätten absolvieren können, ohne einen zusätzlichen Treffer zu erzielen.

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Was die Zuger noch lernen müssen

«Solche Abende gibt es», weiss Tangnes. «Aber dann müssen wir ein extrem solides Spiel abliefern. Aber das müssen wir noch lernen.» Anders gesagt: Wenn vorne die Torproduktion stottert, muss die Abwehrarbeit «verhebben». Es ist der einzig mögliche Weg zu einem erfreulichen Ergebnis.

So geriet der Abend für den 23-jährigen Noël Bader zu einem ersten besonderen Erlebnis. Der gegnerische Goalie, der im EV Zug ausgebildet worden war, hielt 40 von 42 Schüssen und lieferte somit eine Abwehrquote von 95,24 Prozent ab. Zugs fünffacher Meistergoalie Leonardo Genoni erreichte 88,46 %.

Noël Bader, der spätestens im Dezember wieder für das Zuger Farmteam im Einsatz stehen wird, wird von den SCRJ-Fans für seine grosse Leistung gebührend gefeiert.

Zugs Sportchef Reto Kläy hatte Bader in weiser Voraussicht vor Beginn dieser Saison mit einer B-Lizenz ausgestattet. Das junge Talent hatte schon zwei Einsätze mit der EVZ Academy und er wird spätestens dann wieder für das Zuger Farmteam im Einsatz stehen, wenn der aktuelle EVZ-Ersatzgoalie Luca Hollenstein im Dezember mit der Schweizer U20 an die WM reisen wird.

Das EVZ-Kuriosum

Für den EV Zug stehen nun vier aufeinanderfolgende Spiele in der Fremde an. Erste Station ist das neuerbaute Stadion in Visp. Am Sonntag muss der Titelverteidiger im Schweizer Cup in der zweiten Runde bei den eine Liga tiefer spielenden Wallisern ran.

«Vielleicht klappt es bei einem Weiterkommen ja auch mal mit einem Heimspiel.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Selbstredend, dass die Zuger in diesem Wettbewerb weiterhin mit von der Partie sein wollen. Schliesslich haben sie sich in der Champions League, im Cup und der Meisterschaft den Gewinn der Siegertrophäe zum Ziel gesetzt (zentralplus berichtete). «Vielleicht klappt es bei einem Weiterkommen ja auch mal mit einem Heimspiel», spricht Reto Kläy auf das Kuriosum an, dass sein Team seit der Wiedereinführung des Cups auf die Saison 2014/15 noch kein einziges Spiel vor eigenem Publikum bestreiten konnte.

Die entscheidende Aufgabe für den EVZ

Das liegt nicht zuletzt an der Zuger Messe, die ab diesem Samstag bis zum nächsten Wochenende stattfindet. Während dieser Zeit darf der EVZ kein Heimspiel austragen. Darum wird die Mannschaft von Dan Tangnes die Meisterschaft am Dienstag in Lausanne, am Samstag in Lugano und am Dienstag in einer Woche in Genf fortsetzen. In erst 13 Tagen folgt der nächste Heimauftritt gegen Fribourg.

Es wird spannend zu verfolgen sein, wie sich der vor Saisonbeginn meistgenannte Titelanwärter auf der Auswärtstournee schlägt. In bislang vier Auswärtsspielen hat er je zweimal gewonnen und verloren und dabei sieben Punkte geholt. Aber insgesamt 15 Gegentore kassiert und 14 Treffer realisiert. Gelingt es nicht, diesen Wert zu senken, wird es umso schwieriger, für Punktezuwachs zu sorgen.

«Wir hatten bislang grosse und schlechte Momente – und das zu Hause wie auch auswärts.»

EVZ-Trainer Dan Tangnes

«Das stimmt», sagt Tangnes. «Wir werden es kaum schaffen, jedes Mal fünf Tore in einem Auswärtsspiel zu erzielen, um mit dem Sieg belohnt zu werden.» Aber der Norweger gibt auch zu bedenken: «Wir hatten bislang grosse und schlechte Momente – und das zu Hause wie auch auswärts.»

Die Statistik stützt seine Meinung: In den bisher acht Heim- und vier Auswärtsspielen kam der EVZ auf einen Punkteschnitt von jeweils 1,75.

«Wir müssen jetzt herausfinden, was wir tun müssen, um ein extrem solides Niveau zu erreichen, auch wenn wir nicht unseren besten Abend erwischen», beschreibt Tangnes die wohl entscheidende Aufgabe, damit seine talentierten Spieler ein Siegerteam werden.

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