Mit einem fiesen Trick aus dem Bus gelockt

2 min Lesezeit 04.05.2015, 08:23 Uhr

In den vergangenen Wochen haben Diebe mehrmals die Hilfsbereitschaft von VBL-Buschauffeuren ausgenutzt und sie dabei bestohlen. Für die Chauffeure ist dies besonders ärgerlich, denn für die entwendenten Wertgegenstände müssen sie selber aufkommen.

In den letzten Wochen Wochen haben Diebe mehrmals Chauffeure der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) bestohlen. Die Täter locken den Buschauffeur mit einem Vorwand – beispielsweise mit einer Frage nach dem Weg – aus dem Bus. Während der Chauffeur dem Hilfesuchenden diesen zeigt, macht ein Komplize die Führerkabine auf und entwendet die Wertgegenstände. Mittlerweile sei es zu mehr als zehn solcher Vorfälle gekommen, wie die «Neue Luzerner Zeitung» schreibt.

Portemonnaies, Münzkassen und Tablets

Besonders ärgerlich für die VBL und die betroffenen Chauffeure ist, dass die Diebe die Hilfsbereitschaft der Busfahrer ausnutzen. «Unsere Chauffeure wollen Gutes tun und den Menschen helfen und werden dafür bestraft», ärgert sich VBL-Sprecher Christian Bertschi in der «Neuen Luzerner Zeitung». Es sei wichtig, dass die Chauffeure die Fahrgäste nicht nur sicher von A nach B bringen, sondern ihnen auch als Dienstleister bei Fragen zur Verfügung stehen.

Gemäss Bertschi lassen die Diebe vor allem private Wertgegenstände wie Portemonnaies mitgehen, aber auch die Münzkassen oder Tablets, die jedem VBL-Chauffeur für Betriebsinformationen oder das Abrufen von Dienstplänen zur Verfügung stehen. Aufgrund der ähnlichen Vorgehensweise wird davon ausgegangen, dass organisierte Banden die Diebstähle planen und durchführen. Betroffen von den Diebstählen seien nicht nur schwach frequentierte Kurse, sondern selbst auf dem Bahnhofplatz ist es zu einem solchen Diebstahl gekommen.

Chauffeure haften selbst für Diebstähle

Für die betroffenen Chauffeure ist dies ein grosses Ärgernis, denn: Für die entwendeten Münzkassen oder Tablets müssen sie selber aufkommen. «Unsere internen Vorschriften besagen, dass die Münzkasse beim Verlassen des Führerstandes immer in ein Fach im Fahrzeug eingeschlossen werden muss», erklärt Bertschi. In der Praxis sei dies aber aus Zeitgründen schwierig umzusetzen.

Als Folge der Vorfälle seien die Busfahrer auf die neue Gefahr sensibilisiert worden. Grosse Hoffnung zur Aufklärung der Diebstahlreihe setzt der VBL-Mediensprecher in die Auswertung von Videomaterial aus den Bussen, welches der Polizei übergeben wurde. Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei, bestätigt auf Anfrage der «Neuen Luzerner Zeitung», dass die Polizei Kenntnisse von diesen Diebstählen hat. Die Ermittlungen seien am Laufen.

Auch Fahrgäste sind immer wieder Opfer

Auch Fahrgäste werden immer wieder Opfer von Diebstählen in Bussen. Die VBL warnen davor mit Durchsagen. «Die Durchsagen zu Diebstahlwarnungen werden sporadisch und schon seit einigen Jahren immer wieder eingespielt», so Bertschi. Dies geschehe meist auf Anfrage der Polizei. Über die Anzahl und Art der Diebstähle können die VBL keine Angaben machen, da man darüber keine Statistik führe und die Diebstähle den VBL nicht gemeldet würden.

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