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Mit diesen acht Spartipps kriegt Luzern die Kurve
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Im Kanton Luzern müssen 330 Millionen Franken eingespart werden. zentralplus hilft dem Regierungsrat mit ein paar Sparideen auf die Sprünge. (Bild: Fotolia)

Wir stopfen das kantonale Finanzloch Mit diesen acht Spartipps kriegt Luzern die Kurve

7 min Lesezeit 29.03.2016, 13:00 Uhr

Sparen ist nicht lustig – ausser mit zentralplus: Wir geben dem Luzerner Regierungsrat ein paar Tipps, wie das Finanzloch gestopft werden könnte, ohne dass die Allgemeinheit dafür bluten muss.

Haben die bisherigen Sparmassnahmen nicht genug gebracht? Während bereits an allen Ecken und Enden gespart wird, schnürt die Luzerner Kantonsregierung bereits seit Jahren ein Sparpaket nach dem anderen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass innerhalb der nächsten drei Jahre wiederum 330 Millionen Franken eingespart werden sollen (zentralplus berichtete). Die Kantonsfinanzen in den Griff zu bekommen, scheint kein einfaches Unterfangen zu sein. Angesichts der Ernsthaftigkeit des Themas ist es nun an der Zeit, den Regierungsrat mit ein paar – mehr oder weniger ernsthaften – Sparvorschlägen zu unterstützen.

Spartipp #1:
Unternehmergeist beflügeln

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Massentourismus und Luzern – das eine wäre ohne das andere kaum denkbar. Die logische Konsequenz daraus: Eintritt verlangen, und zwar für alles. Das Löwendenkmal ist dabei nur ein bescheidener Anfang (zentralplus berichtete). Uns schwebt da weitaus mehr vor: eine getönte Glasglocke über der Kapellbrücke und dem Wasserturm oder etwa ein Wegzoll für die Seebrücke.

Unsere Stadt ist eine Goldgrube! Das zeigt sich auch am Millionenbusiness mit Uhren und Schmuck, das am Schwanenplatz angesiedelt ist. Warum sollte der Kanton nicht einen verstaatlichten Uhrenladen an prominenter Lage in der Stadt Luzern eröffnen? Doch nicht zu unterschätzende Mehreinnahmen könnte auch der folgende Vorschlag bringen.

Spartipp #2:
Einführung einer Porno-Steuer

Bei Sparmassnahmen müssen die Kantonsangestellten jeweils besonders viel einstecken. Als bekannt wurde, dass sich diese während der Arbeitszeit gerne mit Pornos beschäftigen (zentralplus berichtete), hätte es eigentlich schon «Klick» machen müssen. Schliesslich weiss der Staat doch längst, wie er mit den schlechten Angewohnheiten seiner Bürger umzugehen hat – man haut eine Steuer drauf. Was bei Alkohol und Tabak funktioniert, wird auch bei den Pornos hinhauen.

Wenn auch immer die Kantonsangestellten zwischendurch Lust auf ein Schmuddelfilmchen bekommen – im Jahr 2010 klickten Luzerner Staatsangestellte gemäss diversen Medienberichten durchschnittlich 500-mal täglich auf Pornoseiten –, können sie sich mit der Kreditkarte einloggen oder die Porno-Steuer wird ihnen direkt vom Lohn abgezogen. Verrechnet man pro Klick 1.50 Franken, kommt so innerhalb eines Jahres bereits über eine Viertelmillion zusammen. Übrigens entspricht das ungefähr einem Jahresgehalt eines Luzerner Regierungsrats – womit wir auch gleich zum nächsten Punkt kommen.

Spartipp #3:
Selbstlos mit gutem Beispiel vorangehen 

Dieser Vorschlag ist vergleichsweise banal. Also, banal in der Umsetzung. Für die Betroffenen ist er durchaus einschneidend. Dieser Vorschlag betrifft die Löhne unserer Regierungsräte. Ab acht Dienstjahren erhalten unsere Magistraten den Maximallohn von knapp 260’000 Franken. Das sind rund 20’000 Franken pro Monat. Das klingt nach einer Menge Heu! Verglichen mit Kaderlöhnen in der Privatwirtschaft ist das jedoch vergleichsweise wenig.

Dennoch: Von der aktuellen Regierung verdienen Marcel Schwerzmann, Robert Küng, Guido Graf und Reto Wyss das Maximum. Das missgönnen wir ihnen ja eigentlich nicht. Eigentlich. Jetzt ist es aber so, dass uns Luzernern eben ein Riesensparpaket über 330 Millionen Franken bevorsteht. Wobei nur ein Teil gespart werden soll: Über 40 Millionen Franken mehr Steuern sollen Privatpersonen abliefern, indem sie etwa weniger Abzüge fürs Autofahren oder für die Betreuung der Kinder zu Hause geltend machen können. Dies, obschon wir Luzerner bereits seit 2014 höhere Steuern zahlen.

Diese Vorschläge hat die Regierung gemacht. Dann könnten dieselben fünf Mannen doch auch mit gutem Beispiel vorangehen! Wenn nun jeder nur noch 200’000 Franken verdienen würde, könnte der Kanton pro Jahr knapp 300’000 Franken sparen. Das wär zwar nur ein Tropfen auf den heissen Stein, käme beim Volk aber sicher gut an und würde die Wiederwahl 2019 garantiert sichern! Vorausgesetzt, die Regierungsräte wollen dann für diesen Lohn überhaupt noch arbeiten … Falls nicht, könnte auch der nächste Punkt für unsere Regierungsräte interessant werden.

Spartipp #4:
Selbstinitiative fördern

Die Aufgabe des Staates sollte es sein, die Selbstinitiative seiner Bürger zu fördern. Eine allzu restriktive Gesetzgebung steht dem jedoch im Wege, wie sich bereits beim Gerangel um die Maroni- und Wochenmarktstände immer wieder zeigte (zentralplus berichtete). Auch die Strassenmusiker können ein Lied davon singen. Dabei wollen die Leute doch nur eines: Geld verdienen und sich selbst verwirklichen. Das sollte seitens des Kantons deutlicher unterstützt werden – denn Arbeitslosigkeit kostet den Staat Unmengen an Geld.

Im Ausland lässt man die Leute kreativ werden. Bauern verkaufen ihre Ware einfach auf der Strasse, steht man mit dem Auto im Stau, machen sich sogleich fleissige Scheibenwischer an ihr Werk, Touristen werden von Souvenirverkäufern umschwärmt und bei Sehenswürdigkeiten werden Schnellmassagen verabreicht – das alles läuft ohne lästige Bewilligungsverfahren und sorgt für ein buntes Treiben auf den Strassen, das Luzern bereichern – und die Arbeitslosenkasse entlasten – würde.

Spartipp #5:
Unnötigen Ballast abwerfen

Das ländliche Entlebuch: die Perle des Kantons Luzern! Hier ist die Welt noch in Ordnung. Aber das hat seinen Preis – denn Umweltschutz und Bauern gibt’s bekanntlich nicht gratis. Das alles kostet uns wahrscheinlich mehr, als es uns einbringt. Warum sollten wir das Entlebuch behalten? Es an den Kanton Bern zu verkaufen, ist weitaus lukrativer. 

Wir bekämen eine beachtliche Finanzspritze und die Berner die Gelegenheit, wieder an ihre einstige Expansionsstrategie anzuknüpfen. Bern war schliesslich bis zum Ende des 18. Jahrhunderts der grösste und mächtigste Stadtstaat nördlich der Alpen – die würden bestimmt alles kaufen, nur um ein Stück dieses längst verblassten Glamours zurückzugewinnen.

Sollten die Berner kein Interesse am Entlebuch haben, wäre längst noch nichts verloren. Ab sofort müssten sich dann aber alle Umweltschutzbemühungen des Kantons Luzern nur noch auf diese Region beschränken. So können alle der Entwicklung des urbanen Luzerns hinderlichen Faktoren beseitigt und alles zugebaut werden, bis kein Flecken Grünfläche mehr übrig bleibt. Währenddessen bleibt das Entlebuch wie ein Relikt aus einer längst vergessenen Zeit erhalten und kann von künftigen Generationen und Touristen als Freilichtmuseum besucht werden. Gemäss Spartipp #1 kann man von denen dann auch gehörig Eintritt verlangen.

Spartipp #6:
Ressourcen sinnvoll nutzen

Arbeitskräfte haben wir im Kanton Luzern zu Hauf – und die wollen auch arbeiten, können aber nicht. Die Lehrer an den Kantonsschulen werden zu Zwangsferien verdammt. Neben 13 Wochen Ferien noch eine zusätzliche Woche zur Untätigkeit verpflichtet zu werden, führt zu einem enormen Leidensdruck. Lehrer wollen anders beschäftigt werden.

Man könnte ihnen (Ferien-)Jobs in der Kantonsverwaltung anbieten – Arbeit gibt es dort ja genug und wenn nicht, ist in einer Bürokratie ja auch nicht allzu schwer, neue Aufgaben zu finden und, diese mit Personal zu besetzen. Potenzial wäre da, gerade wenn man an die Kantonsschulen denkt – und an Schulfächer, deren Sinn und Zweck heute zunehmend angezweifelt wird, wie zum Beispiel Hauswirtschafts- und Werkunterricht.

Daher folgender Vorschlag: Man lässt die Schulklassen in den entsprechenden Schulstunden für den Gebäudeunterhalt und alle damit anfallenden Arbeiten sorgen. Im Hauswirtschaftsunterricht wird für die Mensabetriebe gekocht. Dort soll im Übrigen kein Fleisch mehr angeboten werden. In den Kantinen an den Kantis und Hochschulen gibt’s nur noch Tofu: Das liegt bei den Studis im Trend und spart erst noch Geld für teures Fleisch. 

So wird jeder Schüler lernen, was es heisst, gesund zu kochen, und einst in der Lage sein, eine Lampe zu montieren, ohne dabei einen Stromschlag zu riskieren. Im Gegensatz zur Integral- und Differenzialrechnung ist das wirklich alltagstaugliches Wissen, das den jungen Menschen auf den Weg gegeben wird. Wieder eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Spartipp #7:
Erfolgsrezepte kopieren

Manchmal muss man etwas Abstand von Problemen gewinnen, um die Dinge klarer sehen zu können. Eine Bildungsreise in ein fremdes Land ist der beste Weg dazu, sich inspirieren zu lassen. Und da kommt eigentlich nur Eritrea infrage. Den Menschen dort geht es super und die Regierung des afrikanischen Paradieses kennt keine Finanzprobleme.

Was ist ihr Erfolgsrezept? Von den Eritreern kann der Luzerner Regierungsrat bestimmt viel Nützliches lernen – und wir würden dieses Wissen dankbar entgegennehmen. Ausserdem ist es in Eritrea sonnig und warm, weshalb auch der Erholungsfaktor nicht zu kurz kommt. Und das Beste: Die Reise gibt’s für Guido Graf sogar umsonst, sofern das Angebot der Jungen Grünen noch gilt. Win-win also!

Spartipp #8:
Dem Glück freie Bahn lassen

Dem Glück muss man hin und wieder die Chance geben, sich entfalten zu können. Jeder der fünf blitzgescheiten Regierungsräte muss sich für die Sendung «Wer wird Millionär» anmelden. Auch so ein Euro-Million-Gewinn wäre eine Wohltat für den Kanton Luzern und würde so manches Problem zumindest vorübergehend in Luft auflösen. Daher: Glücksspiel-Pflicht für alle Kantonsangestellten. Wer gewinnt, muss den Gewinn zwar in die Staatskasse abliefern, kriegt dafür aber eine Woche Zwangsferien geschenkt. 

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